Freitag, 4. Mai 2018

Rezension: Tyler Johnson Was Here von Jay Coles (Gastrezension von Hanna)

TYLER JOHNSON WAS HERE: Gastrezension von Hanna von Fairytales

When Marvin Johnson's twin, Tyler, goes to a party, Marvin decides to tag along to keep an eye on his brother. But what starts as harmless fun turns into a shooting, followed by a police raid.
The next day, Tyler has gone missing, and it's up to Marvin to find him. But when Tyler is found dead, a video leaked online tells an even more chilling story: Tyler has been shot and killed by a police officer. Terrified as his mother unravels and mourning a brother who is now a hashtag, Marvin must learn what justice and freedom really mean. 

"Tyler Johnson Was Here" ist ein herzzerreißendes, emotionales und sehr ergreifendes Jugendbuch über Schmerz, Verlust, aber auch Gerechtigkeit und den Kampf dafür. - Der Protagonist Marvin ist ein Außenseiter und ein sehr sanfter und sehr sympathischer Jugendlicher und ganz anders als sein Zwillingsbruder Tyler. Ein richtiger "Softie", den ich von Zeit zu Zeit am liebsten ganz dolle in den Arm genommen hätte, weil die (weiße) Welt viel zu grausam zu ihm ist.
Das Buch wird aus seiner Perspektive erzählt, wodurch man eine sehr gute Einsicht auf seine Gefühle, seine Trauer und Verlust und Schmerz erhält, wodurch seine Gefühle und Gedanken auch wirklich greifbar werden. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch ist Marvin ein sehr ruhiger und oft auch unsicherer Charakter, der im Laufe der Handlung aber auch an seinen Herausforderungen wächst und selbstbewusster wird. 

Die Handlung des Buches legt mehr den Fokus auf den Trauerprozess und den Verlust eines geliebten Menschen, als auf den Konflikt, dass ein weißer Polizist einen schwarzen Jugendlichen tötet. Zweiteres ist auch sehr wichtig und wird dementsprechend auch im Buch behandelt, aber eben nicht ganz so sehr wie Marvins Schmerz und Trauer. Ich für meinen Teil habe nämlich gemerkt, dass ich von dem Buch hinsichtlich auf Rassismus nichts neues dazu gelernt oder für mich mitgenommen habe, sondern dass das Buch mich nur durch seinen Schreibstil und seinen Protagonisten sehr berührt hat. Dadurch wirkte das Buch auf mich auch sehr persönlich, emotional und intensiv.
Seite 216: He was just a kid. Scratch that. I'm sick of the word just because Tyler wasn't just anything. Tyler was my best friend, my companion all those times when I needed one. He was everything - everything - and just like that, he's not.
Aus meiner Sicht zu kritisieren wäre die Romanze in diesem Buch. Marvins und Faiths Beziehung war meiner Meinung nach zu oberflächlich und zu schnell. Sie lernen sich einfach für meinen Geschmack viel zu schnell kennen und lieben, ohne wirklich "gute" also tiefe und bedeutende Gespräche geführt zu haben, ohne dass ich als Leserin ihre Liebe zu einander wirklich nachvollziehen konnte. - Außerdem blieben die meisten Nebencharaktere wie ich finde viel zu blass und unausgereift. Mehr Tiefe und Bedeutung hätte den vielen und auch wichtigen Nebencharakteren gut getan, da dieses Buch von den Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren lebt. Marvin schätzt seine Freunde und Familie sehr und durch ihn und seine Beziehungen zu seinen Mitmenschen werden die Nebencharaktere ja erst wichtig, daher mein Wunsch nach mehr Tiefe und Bedeutung.

Fazit: Ein wundervolles, ergreifendes und herzzerreißendes Buch mit einem sanften und sehr sympathischen Protagonisten. Sehr zu empfehlen!

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