Montag, 9. April 2018

Filmmeinung: I, Tonya (2018)

I, Tonya


Dauer: 120  Minuten
FSK: 12
Meine Bewertung: 
Handlung: Der Rückblick auf das Leben voller Niederlagen und emotionalen Rückschlägen der ehemaligen Eiskunstläuferin Tonya Harding... Tonyas Liebe galt schon immer dem Eiskunstlauf, doch der Weg bis zur Erfüllung ihres Traum von den Olympischen Winterspielen ist nicht leicht. Gewalt, Missbrauch und Hass sind Teil ihres Alltags, und dann bringt ein Skandal ihre gesamte Karriere in Gefahr...

Was Eiskunstlauf - oder besser gesagt SPORT im Allgemeinen - angeht, bin ich leider ein völlig unwissender Loser. Ich habe nie irgendeine Sportart richtig selbst ausgeübt und interessiere mich nicht für Olympische Spiele oder irgendwelche sonstigen Weltmeisterschaften. Ist halt nicht mein Ding ... Aber, Leute, ich habe meine Vorliebe zur eleganten, starken Schönheit von Eiskunstlauf entdeckt, und das verdanke ich unter anderem diesem biografischen Film über eine Frau, die ihre Ziele fest vor Augen hat und sich selbst den schwierigsten Umständen nicht beugt: I, Tonya
Können wir mal alle einen Moment innehalten und bewundern, was für eine wunderschöne und talentierte Frau Margot Robbie ist?! Ich kann mir kaum vorstellen, was für eine Mühe es ist, eine komplexe, von Erfolg und Versagen durchgerüttelte Figur wie Tonya darzustellen und dabei jede einzelne Szene. Besonders krass habe ich eine Szene immer noch vor Augen: Tonya bereitet sich für einen Auftritt vor, zieht die Schminke wie eine Kriegsbemalung über ihr Gesicht und versucht, ihre Verzweiflung hinter einem breiten Grinsen zu verbergen... Robbie hat besonders in diesem starken Moment tausend Emotionen auf einmal rübergebracht, ganz ohne Worte oder sonstiges. Das ist jede Nominierung, jeden Oscar wert.
Abgesehen von Margot Robbie hat mich auch Sebastian Stan begeistert - sonst habe ich bei seinem Namen immer nur den Winter Soldier Bucky aus den ganzen Marvel-Filmen vor Augen, und ich konnte nicht anders, als mir nach I, Tonya Bucky und Harley Quinn zusammen vorzustellen 😅 ... Außerdem: Im Soundtrack ist eine geniale, passende Auswahl von alten Rockklassikern, und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich meine Hand vor den Mund schlagen musste, um bei The Chain von Fleetwood Mac nicht sofort mit meiner schiefen Stimme mitzusingen! And if you don't love me now/ You will never love me again /I can still hear you saying/ You would never break the chain, never break the chain ... Ach, tolles Lied und ein toller Film, der von Anfang im Stil einer Art Pseudo-Dokumentation gehalten ist. Einerseits erzählen Tonya und die anderen selbst im Nachhinein ihre Story, aber es gibt auch richtig mitreißend inszenierte Momente, wo Tonya z.B. auf dem Eis oder mitten in einem Boxkampf direkt zur Kamera spricht.

I, Tonya ist nicht nur eine manchmal echt harte Geschichte über eine Frau mit großen Zielen, ihren atemberaubenden Auftritten auf dem Eis, sondern thematisiert auch Gewalt Familie und Ehe, den Wettkampf beim Sport und wie weit einen Ambitionen treiben können ... Ich weiß nicht, wie ich es exakt beschreiben soll, aber bei diesem Film ist einfach alles vollkommen abgerundet und für alle habe ich jetzt nur noch eines zu sagen: I, Tonya ist der beeindruckendste biografischen Filme, die ich je gesehen habe. Und Punkt. Mehr gibt es hier echt nicht zu sagen, außer vielleicht noch einem "Unbedingt anschauen"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen