Dienstag, 10. Oktober 2017

Rezension: Das Lied des Achill von Madeline Miller (Piper)

Faszinierend, episch und einfühlsam: DAS LIED DES ACHILL ist ein Buch voller Gefühle!

Patroklos ist ein junger Prinz, der an seinem eigenen Hof in Ungnade gefallen ist und von seinem Vater nach Phthia verbannt wird, in die Obhut von König Peleus und dessen Sohn Achill. Achill ist bereits eine lebende Legende, ein faszinierender Halbgott und freundet sich ausgerechnet mit dem stillen Patroklos an. Zusammen wachsen sie heran, verbunden durch eine innige Liebe, auf die jedoch der Schatten des Schicksals fällt. Achills Schicksal führt die beiden nach Troja, nachdem der trojanische Prinz Paris die schöne Helena entführt und alle Krieger Griechenlands sich sammeln sich zum Krieg. Achills Bestimmung liegt völlig in den Händen der Götter ...

Die Geschichte von Achill ist schon mehrere Jahrhunderte alt und im Grunde den meisten bekannt (so auch ihr tragisches Ende - wer ist dafür, im Unterricht so etwas wie "Spoiler Alarm!" einzuführen, dann hätte ich auch gewusst, wie sehr mich das Ende mitnehmen würde .... Nein, nein, ich mache nur Scherze) Madeline Miller hat in ihrem Debüt das alte Homer-Epos entstaubt und eine wundervolle Neuinterpretation geschrieben, die mich stellenweise sehr tief bewegt hat. Mögt ihr Schlachten, ein antike Atmosphäre, und Götter, die einfach zu grausam und kaltherzig sind? Dann ist Patroklos und Achills Geschichte perfekt, auch wenn ihr euch davor ein paar Taschentücher zurechtlegen solltet.

Madeline Miller's Schreibstil hat mich am meisten fasziniert, mehr als das Setting und die Charaktere, die alle der griechischen Heldensagen entstammen. Selbst in eher chaotisch-gefährlichen Situationen wie der Schlacht an den Mauern Trojas, strahlt der Erzähler Patroklos eine unerschütterliche Ruhe und Sanftheit aus. Ich hoffe das klingt nicht zu schwammig ausgedrückt, aber in gewisser Weise wirkt die Geschichte wirklich als würde ständig ein warmes, goldenes Licht von ihr ausgehen und die Helden - Achill natürlich, Patroklos, aber auch Briseis - ständig umgibt.

Ein historischer Roman mit minimalem Fantasy-Zusatz und einer authentischen Liebesgeschichte, die vor der Kulisse des alten Griechenlands das Buch zu einem ganz eigenen Epos macht. An manchen Stellen habe ich mir gewünscht, dass das Buch vielleicht etwas länger und noch mehr vertiefter in die Hintergründe des Trojanischen Krieges wäre - aber das ist wirklich auch nur der EINZIGE Makel an "Das Lied des Achill" - sehr empfehlenswert!

1 Kommentar:

  1. Sehr schöne Rezension! Ein weiterer Grund warum ich das Buch auch lesen möchte ^^

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