Montag, 23. Oktober 2017

Animereview: The Empire of Corpses (2015)

The Empire of Corpses (Shisha no Teikoku)


Dauer: 120  Minuten
FSK: 16
Meine Bewertung: 
Handlung: England, im späten 19. Jahrhundert : dank der Technologie der sogenannten "Necrowares" ist es der Menschheit gelungen, Leichen zu reanimieren und als Arbeiter oder Soldaten zu verwenden. Auch der junge Leichentechniker John Watson widmet sein Leben dieser Technologie, aber sein Ziel ist es, der Leiche seines besten Freundes "Friday" wieder eine Seele zu verleihen. Als der britische Geheimdienst Watsons illegale Arbeit entdeckt, schicken sie ihn auf eine gefährliche Reise durch die Welt. Es geht um die verschollenen Notizen von Viktor Frankenstein, der einst der erste war, der einem Toten eine Seele verlieh ...

Trailer:
Eindrücke & Gedanken: Ich kann es nicht anders formulieren, weil es die reinste Wahrheit ist: ich LIEBE Steampunk! Dampf und lärmende Maschinen, künstliche Intelligenz und Hightech-Erfindungen - das ist eine der genialsten Genre-Kombinationen überhaupt! Bis vor kurzem habe ich noch nie von The Empire of Corpses gehört, aber ich glaube, jetzt habe ich endlich mal wieder einen ungewöhnlichen, krassen und Rewatch-würdigen Kandidaten für die Liste meiner Lieblingsfilme gefunden!

Als allererstes ist das Worldbuilding von The Empire of Corpses bereits einer der Gründe, warum ich am liebsten euch allen diesen Anime weiterempfehlen möchte: London in seinem morbiden viktorianischen Steampunk-Charme, Leichen als Arbeitskräfte auf den Straßen und im Militär, ein gigantischer Supercomputer, Sherlock Holmes mit Frankenstein-Flair ... In manchen Reviews wird kritisiert, dass die Story des japanischen Science Fiction-Autors Project Itho viel zu viel sei und das Animationsstudio (Wit Studio, von dem u.a. auch Attack on Titan stammt) hat dies ebenso fantastisch umgesetzt! Ob in Watsons Labor ...
... oder der frostigen Atmosphäre auf dem Weg zu Nikolai Krasotkin und Alexei Karamazov, die beide ebenfalls dem Geheimnis der Leichentechnologie auf dem Spur sind ...
... oder einfach nur wenn die einzelnen Schauplätzen präsentiert werden, egal ob in Japan oder Indien, wo die Farben immer satt strahlen und ich erst bei den Screenshots merke, wie extremst viele Details immer neu zu entdecken sind ... Die visuellen Effekte sind schlichtweg meisterhaft! Alles wirkt dermaßen real, das ist  u n g l a u b l i c h.
Nicht bei allen Filmen klappt es, über den ganzen Film hinweg glaubwürdige Charaktere darzustellen, aber bei The Empire of Corpses sind alle auf ihre schräge Weise faszinierend und bleiben gewiss noch lange nach dem ausgesprochen seltsamen Ende im Gedächtnis. Watsons und Friday's Freundschaft geht hier im wahrsten Sinne des Wortes bis über den Tod hinaus, wenn man bedenkt, dass Friday nur einer von Millionen reanimierter Leichen ist, die namensgebend durch den gesamten Film taumeln und schwanken. The Empire of Corpses hat einfach ALLES: ruhige Momente mit Fragen über Seele und Bewusstsein, dann wiederum blutige Zombie/Revolver/Samurai-Action, abgedrehten Plottwists und dazu noch eine perfekte deutsche Synchronisation. Ganz witzig: John Watsons Rolle wurde bei diesem Anime-Film von Sebastian Schulz übernommen, der bereits auch den John Watson in der BBC-Serie Sherlock gesprochen hat 😏
Trotz der 2 Stunden Laufzeit war der Film einfach viel zu schnell fertig, und noch ein paar Stunden später haben sich ständig meine Gedanken darum gekreist. War übrigens irgendwie recht provokativ, ausgerechnet dieses offene Ende ... Ich meine, das war einer dieser Oh-all-these-feeeeels-Momente, die ich manchmal bei Filmen/Serien/Anime habe, aber es war halt so tiefgehend und wunderschön ... Um es noch einmal zusammenzufassen: The Empire of Corpses ist ein klarer MUST-SEE für alle Fans von Cyber-/Steampunk und Anime. Das ist kein simpler "Film", sondern eine ganz eigene Welt für sich, bei der man sich einfach zurücklehnen und davontreiben lassen soll in eine Welt von Freundschaft und irren Wissenschaftlern 👌👌
Außerdem habe ich zwei fangemachte AMVs gefunden, die Story und Atmosphäre von diesem Film am besten wiedergeben - ich liebe sie, kann sie mir wirklich jeden Tag anschauen, besonders weil das eine Lied, Let It Die, von der  tollen Band Starset ist ^^

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