Samstag, 14. Oktober 2017

Animereview: Death Parade (Staffel 1; 2015)

Death Parade

12 Episoden (Dauer: 25 min)
Meine Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Handlung: Barspiele wie Dart, Bowling und Billard für die Verstorbenen - wann immer zwei Menschen sterben, landen ihre Seelen für eine letzte Prüfung in der mysteriösen Bar zwischen Diesseits und Jenseits, nämlich im Quindecim. Dort lässt der Barkeeper Decim die Toten in einem Spiel auf Leben und Tod antreten, das über das weitere Schicksal ihrer Seele entscheiden und das tiefste Innere der Menschen offenbaren soll. Erst als eine junge Frau im Quindecim auftaucht und ganz anders als die übrigen Verstorbenen ist, bekommt Decim Zweifel an seiner Welt und an sich selbst ...

Trailer:

Eindrücke & Gedanken: Ich bin ein Fan von ganzen Challenge-Videos auf YouTube. Try not to laugh or smile? Kein Problem, ich bin gut darin ... bis ich neulich eine Try not to sing or dance challenge: Anime Edition gesehen habe. Versucht mal nicht, bei BRADIO's Flyers nicht mittanzen zu wollen, denn das Opening von Death Parade ist einfach nur pure Partystimmung - boom, boom, boom, dancing through the skies ... everybody put your hands up! 
HAHAHA! HAHA. Ha ... Wenn es doch nur so schön wäre, nicht so emotional zerstörerisch und gleichzeitig wundervoll berührend ... Death Parade ist perfekt, anders kann ich es nicht beschreiben. Tretet ein in das Quindecim (auf eigene Gefahr, denn ihr werdet es beim Sehen am eigenen Leib erfahren wie ihr hier langsam zu willenlosen Marionetten all eurer widersprüchlichen Gefühle werdet ... Chiyuki ... *schluchz*)
In Atmosphäre und Setting war ich spätestens ab der zweiten Folge hoffnungslos verliebt. Die bunt-schrille Ausstrahlung der Barspiele wird immer wieder gedämpft von den bedrückenden Themen wie Tod, Vertrauen, Liebe und Verlust. Eine makabre, traurige und trotzdem manchmal zum Heulen schöne Balance, die extrem viel psychologische Tiefe zeigt.
Es sind zwar nicht sehr viele Charaktere, aber dafür sind sie mir alle auf ihre eigene Art ans Herz gewachsen und passen perfekt in die Welt. Decim, Nona, Ginti, Clavis und Quin sind nur ein paar von jenen, die als "Schiedsrichter" in inszenierten und ins Extreme gezogenen Barspielen versuchen, das wahre verborgene Wesen der verstorbenen Menschen zu ergründen. Im Zweikampf entscheidet sich, für wen es ins Nichts geht und wer in Gestalt einer Wiedergeburt eine zweite Chance bekommt. Jede Episode lebt von diesem Zweikampf, bei dem ich immer wie verrückt mitgefiebert habe, für wen es jetzt wie ausgehen wird - und das nicht immer so, wie es auf den ersten Blick "fair" erscheinen würde ...
Auch die Gäste selbst stehen bei Death Parade immer im Fokus - jeder mit seinen Geschichten aus dem Leben und wie sie erst noch völlig unwissend von ihrem eigenen Tod und dessen Umständen sich auf das Spiel einlassen. Egal ob das quirlige Boyband-Fangirl Mayu oder ein rachegetriebener Polizist wie Tatsumi - für jeden gibt es ein Spiel.
Death Parade zeigt in ganz neuen Perspektiven Leben und Tod, besonders krass sind die Gegensätze bei Chiyuki zu spüren, die länger als andere "Gäste" im Quindecim bleibt. Nicht nur bei den Spielen assistiert sie Decim, sondern hilft ihm auch, menschlicher zu werden - Schiedsrichter sollen nämlich seelenlos, kalt und distanziert sein, denn nur etwas, das lebt und fühlt, kann auch sterben. Es gibt eine Episode, da bittet Decim Chiyuki, dass sie ihm Gefühle erklärt oder fragt, was sie im Moment gerade fühlt - irgendwie kam mir sofort die Assoziation, wie dermaßen passend es wäre, wenn Decim sich Pixar's "Inside Out" anschauen würde 😂
Tiefsinnig, hin und wieder auch zum Lachen, sehr gut synchronisiert, mitreißender Musik und mit einer ganz besonderen Story - Death Parade ist ohne jeden Zweifel eines meiner Highlights von 2018! Hoffentlich wird Madhouse (woher u.a. auch der Death Note-Anime stammt) die Produktion einer zweiten Staffel auch wirklich umsetzen, ich sehne mich so sehr danach, ins Quindecim zurückzukehren, dass es fast schon wehtut ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google