Samstag, 26. August 2017

Filmmeinung: Death Note (2017)

Death Note


Dauer: 101  Minuten

FSK: 16
Meine Bewertung: 
Handlung: Ein übernatürliches Notizbuch, das jeden tötet, dessen Name hineingeschrieben wird - eine gefährliche Waffe in den Händen des intelligenten Highschool-Schülers Light Turner. Angetrieben von dem Todesgott Ryuk und dem Drängen seiner Freundin Mia, macht sich Light unter dem Namen ,,Kira" daran, sämtliche Verbrecher dieser Welt auf unerklärliche Weise zu töten. Die Behörden und Polizei von Seattle stehen vor einem gewaltigen Mysterium, dem sich schließlich auch der weltberühmte Meisterdetektiv L widmet und sofort auf die richtige Spur kommt ...

Trailer:
Eindrücke und Gedanken: "Death Note", basierend auf der ebenso genialen Manga-Reihe von Takeshi Obata, gehört zu den Anime, die mich immer wieder aufs Neue hundertprozentig begeistern können. Gerechtigkeit vs Wahnsinn, zwei Genies, die sich gegenseitig im Kampf übertreffen, ein Rennen gegen Zeit und den Tod selbst ... Krass, perfekt, immer wieder aufs Neue fesselnd, jedenfalls für mich als Fan. Deswegen konnte ich mich einer gewissen makabren Faszination und Neugier nicht entziehen, sobald Netflix bekanntgab dass es auf der Basis der gleichen Story eine amerikanische Live Action-Verfilmung geben wird. 

JA, ich bin durchaus neugierig auf die Umsetzung gewesen ... Obwohl die Trailer bereits mittelmäßig ausgesehen haben ... und ich im Allgemeinen irgendwie mit einem Flop rechnete ... Ach Mist, würde mich jemand jetzt etwas wie "Irgendwelche guten Gründe, diesen Netflix-Film anzuschauen?!" fragen, ist meine gesamte Antwort wie folgt:

Lasst unbedingt die Finger davon, es sei denn ihr wollt wertvolle 101 Minuten eures Lebens nutzlos killen und riskieren, dass genau wie bei mir auch die letzten Funken Geduld abgewürgt werden. Erster Grund für meine Enttäuschung - die Charaktere! Das hochintelligente Supergenie Light Yagami ist in der Gestalt von Light "Turner" zu einer hormongesteuerten, schauspielerisch wenig talentierten und nicht sonderlich cleveren Screamqueen verkümmert. Umgeben von einer Aura der Unsympathie schleicht sich Light durch eine kranke Teen-Romanze voller Klischees und kontroversem Whitewashing. Mia - der weibliche Gegenpart statt Misa Amane - ist Light's nervtötendem Gehabe sogar noch Meilen voraus und einfach nur eine groteske Cheerleaderin, die aus Langweile sich in die falschen Dinge reinmischt und als Mörder-Schulballprinzessin eigentlich alles nur noch verschlimmert. Die Darstellung von L ist im Grunde ganz okay, nur längst nicht so interessant wie der für mich einzig wahre, scheinbar emotionslose, brilliante und zugleich extrem sympathische L aus dem Anime.


Nimmt man mal rein theoretisch den übernatürlichen Aspekt des Death Notes und den (kaum zufriedenstellenden, völlig humorlosen) CGI-Auftritt des Shinigami/Todesgottes Ryuk aus dem gesamten Film, bleibt am Ende ... Verdammt, was bleibt da noch übrig? Ein spannungsloser Thriller, dessen brutale Tode einen stark an die lächerlichen Final Destination-Horrorfilme erinnern, wo die sofortige Light-Mia-Sache schlichtweg dämlich ist und keinerlei Spannungsentwicklung während der gesamten Zeit bietet. DAS ist nicht worum es in "Death Note" wirklich gehen sollte. Herrje, wenn Adam Wingard, der Regisseur, tatsächlich noch eine Fortsetzung plant ...! Für mich steht bereits fest, dass ich etwaige Fortsetzungen definitiv nicht anschauen werde. Es nervt trotzdem zuzusehen wie ein Meisterwerk, das du verehrst, ruiniert und verzerrt wird ... Beleidigend, enttäuschend und ehrlich gesagt auch recht frustrierend.

Ich habe mir nach der letzten Minute - Seufzer der Erlösung, aber ich breche halt generell Filme nicht gerne ab - Gedanken darüber gemacht, was jetzt eigentlich gut an Death Note ist, Aspekte, die den Film wenigstens etwas s-e-h-e-n-s-w-e-r-t machen könnten ... Pffffff, eigentlich gibt es da gar nichts zu sagen. Außer dass ich mir vielleicht vorstellen kann, dass Leute die NOCH NIE etwas mit dem Manga/Anime zu tun hatten, dem Film etwas mehr abgewinnen könnten. Aber
a) warum sollte jemand überhaupt freiwillig Zeit mit diesem - sorry - Bullshit verschwenden, wenn man
b) den um Tausendfaches besseren und mehr komplexen Anime ganz neu für sich entdecken könnte. Oder im Falle der "Kenner": Rewatch-Time!
c) und es sowieso so viel Besseres zu sehen gibt, besonders auf Netflix
Jetzt bin ich aber sehr neugierig auf eure Eindrücke: Wer hat auch schon diesen neuen Death Note-Film gesehen? Ist ja erst gestern rausgekommen😂Wie auch immer: teilt ihr dann eventuell meinen Eindruck?

Kommentare:

  1. Hi Julia!

    Ich habe gestern versucht, in den Film hineinzuschauen - und ihn nach zwanzig Minuten abgebrochen, weil ich es so schlimm fand!

    Ich habe vom Manga und Anime gehört, aber beides weder gelesen noch gesehen. Irgendwie hatte ich deswegen die Hoffnung, dass mir der Film dadurch besser gefallen könnte, aber dazu ist er einfach zu schlecht gemacht.
    Light hat mich in der kurzen Zeit so genervt (und war so schlecht dargestellt), dass ich mich an den anderen Charakteren festklammern wollte. Aber als dann das Cheerleader-Mädchen anfing morbide Bemerkungen zu machen, war es dann ganz für mich vorbei.

    Super schade, dass wieder einmal eine gute Vorlage dran glauben musste ...

    Liebe Grüße
    Effi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zwanzig Minuten, da hast du ja das richtig Miese bei dem Film ja sogar noch verpasst ^^ Ich habe mir mal Kritiken zu dem Film durchgeschaut und es sind fast einstimmig nur negative Stimmen, was aber auch nicht verwunderlich ist. Netflix hat hier wirklich eine Katastrophe fabriziert, anders kann ich es nicht beschreiben ...

      Löschen
  2. Huhu Julia,

    ich musste bei deiner Filmkritik total schmunzeln. Den Film habe ich gestern auch auf Netflix entdeckt und bereits überlegt, ob ich mal reinschnuppern soll. Vom Anime, war ich ein totaler Fan, ganz besonders von Ryuk. Dass die Geschichte und die Charaktere so zerpflückt worden sind, klingt schon ziemlich mies. Vor einer Ewigkeit habe ich bereits die japanische Realverfilmung von Death Note angesehen, aber selbst das konnte mich nicht ganz so sehr überzeugen. Trotzdem war Ryuk ziemlich genial dargestellt worden, Misa war nicht plötzlich Cheerleaderin und L wurde gar nicht schlecht besetzt. Nachdem was du jedoch über die amerikanische Liveverfilmung schreibst, scheint das noch ein größerer Reinfall zu sein. Vielen Dank für deine ausführliche Meinung zu dem Film, dann werde ich mir diese wohl sparen können. =)

    Ganz liebe Grüße
    Leni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die japanischen Adaptionen habe ich noch nicht gesehen, aber die will ich mir besonders demnächst auch gerne anschauen. Hier in dem Netflix-Death Note war die Darstellung von Ryuk ganz okay, aber die anderen Charaktere und die Umsetzung der Story ... der reinste Flop, den man sich nun wirklich nicht anschauen muss :D

      Löschen
  3. Ich habe schon so viel Gutes von "Death Note" gehört, lese aber schon lange keine Mangas mehr und schaue keine Animes, daher konnte ich mich nie selbst von der Qualität überzeugen. Einen Film hätte ich daher total interessant gefunden - aber die Lust an der Netflix-Adaption hatte mich schon verlassen, als ich mitbekommen habe, dass das Ganze amerikanisiert wird. Ich werde dieses Prinzip des Whitewashing nie verstehen, denn das hat noch nie, NOCH NIE, funktioniert und man sollte ja meinen, die Studios würden draus lernen. Pustekuchen, anscheinend. Ich fand auch den Trailer schon mies und auch wenn ich Nat Wolff eigentlich mag, sieht er selbst in den Vorschauen schon so bescheuert aus, dass ich es lieber gleich gelassen habe. Gut, dass du mich in diesem Entschluss bestärkst. Fast 2 Stunden meines Lebens muss ich für so etwas wirklich nicht opfern.

    Sehr schön geschrieben!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Weitere Filme mit Nat Wolff habe ich bisher nicht gesehen, soweit ich mich erinnern kann, aber in "Death Note" hat er mich überhaupt nicht überzeugen können (genau wie eigentlich alle anderen Schauspieler auch, nur Keith Stanfield als L war im Grunde ganz gut).

      Da bin ich wirklich froh, dass meine "Warnung" gehört wird, dieser Netflix-Adaption kann man auch wirklich gar nichts Gutes abgewinnen außer Frustration und Langweile.

      Löschen
  4. Hey,

    ich kenne den Anime und den Manga. Und eines habe ich mir immer gewünscht: Hollywood, bitte verfilmt es nicht,denn es kann nur katastrophal werden. Zu meinem Pech: Hollywood tut genau das.

    Als ich den Trailer sah, wusste ich gleich: Den Film/Serie werde ich mir definitiv nicht ansehen. Es ist ganz und gar nicht wie der Manga. Und die Protagonisten sehen schrecklich aus.

    Ich bin durch lovelybooks auf deinen Blog gestoßen und habe ihn mir gleich angeschaut. Der sieht einfach wunderschön aus. Du hast einen tollen Stil gewählt. Ich bin gleich Followerin geworden.
    Ich würde mich riesig über einen Gegenbesuch freuen. Und vielleicht gefällt dir mein Blog auch sehr.

    http://bessis-louisiana.blogspot.de/

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Awww, dake für das Lob, das freut mich total dass dir mein Blog gefällt ^^

      Ich hoffe jetzt am meisten, dass Netflix nicht auf die Idee kommen wird, weitere Anime umzusetzen, so etwas kann einfach NIEMALS gut enden :/

      Löschen