Donnerstag, 27. April 2017

Rezension: Der Herr der Tränen vom Sam Bowring (blanvalet)

Das gefährliche Erbe des HERRN DER TRÄNEN: Auch beim zweiten Lesen ein solider Reihenbeginn!

Rostigan ist alter Krieger, der am liebsten nur in Ruhe durch die Wälder streifen will, zusehend, wie Rost sein Schwert überzieht und sein legendärer Ruf verblasst. Doch die junge Bardi Tarzi hat andere Pläne: sie begleitet den ehemaligen Krieger auf seinen Reisen und hofft, dabei zu sein, wenn Rostigan wieder Abenteuer erlebt und sie Stoff für neue Heldenlieder bekommt. 
Ihr Wunsch scheint sich auf grausame Weise zu erfüllen: seit den Tagen des wahnsinnigen Fadenwirkers Regret sind die Fäden der Große Magie durcheinander und haben vor Jahrhunderten 8 sterblichen Menschen ungeheure Kräfte verliehen. Alles Kräfte, die den natürlichen Lauf der Welt zerstören: Felsen fliegen in den Himmel, Schmetterlinge fliegen rückwärts. Und inmitten all des Chaos scheint Rostigans finstere Vergangenheit wieder lebendig zu werden ...

,,Der Herr der Tränen" ist das erste Buch einer Fantasy-Dilogie namens "Strange Threads" des australischen Autoren Sam Bowring. Zum ersten Mal auffällig auf das Buch wurde ich durch das atemberaubende Cover, das perfekt zur Geschichte und Stimmung des Buches passt - ein müder Krieger mit einem schweren Erbe, Kämpfe zwischen Königreichen, legendäre Gestalten mit übermenschlichen Fähigkeiten ... Mir war bereits beim ersten Lesen klar, dass das Buch einen Re-Read wert ist - und jetzt beim zweiten Lesen hat mir das Buch sogar mehr gefallen als zuvor!

Ein gutes Fantasy-Buch hat auch einen guten Weltaufbau. Bowrings Welt Aorn wird beherrscht von der unvorhersehbaren Großen Magie, die einst von einem mächtige Fadenwirker verletzt wurde. Dadurch verlor sie ein paar grundlegender Fäden, die jetzt in die Fadenstrukturen von 8 mächtigen Fadenwirkern eingewoben sind und ihnen große Mächte verleihen: Teleportation (,,Fadengang"), Zeit anhalten, Gegenstände aus der Welt herausdichten, Segnungen ... Ich bin völlig begeistert von Aorn!

Das einzige, was mich gestört hat, war Sam Bowrings schlichter Schreibstil. Seine Worte sind meistens recht schnörkellos und bei den. Ich persönlich sehe es sehr (besonders in Fantasy) gerne, wenn es ausführliche Beschreibungen  gibt. Die Emotionen der Charaktere, etwas mehr von ihren Gedanken ... halt solch Einzelheiten, die viel ausmachen und einem die Geschichte ,,näher" bringen. Dadurch mangelt es einigen Charakteren an Tiefe, während andere (z.B. Salarkis) sich unweigerlich in mein Herz gestohlen haben. Rostigan, der Protagonist, entspricht eher dem Klischee des mysteriösen alten Kriegers - aber es ist ein Klischee, das mich immer wieder aufs Neue fasziniert, denn die geheimnisvollsten Charaktere sind oft die mit den größten Wandlungen :)

Verblüffend durch ein ganz anderes Magiesystem und einer spannenden Handlung, bei denen man kaum vorhersehen kann, was als nächstes geschehen wird: ,,Der Herr der Tränen" ist ein solider, schnell durchgelesener Reihenauftakt für gemütliche Stunden mit epischem Kopfkino.

1 Kommentar:

  1. "Der Herr der Tränen" habe ich schon vor einiger Zeit gelesen und mir hat es genauso gut gefallen wie dir :-) Ich muss auch unbedingt mal den zweiten Teil lesen. Im Regal steht er auch schon.

    Liebe Grüße,
    Nona

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