Montag, 6. März 2017

Serienmeinung: Sherlock (2010 - 2014)

Sherlock (Staffel 1 - 3)

3 Episoden pro Staffel (Dauer: 90 min)
Meine Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐

Zugegeben, ich habe noch nie etwas mit Sir Arthur Conan Doyles weltberühmten Sherlock-Holmes-Geschichten zu tun gehabt und wusste noch bis vor kurzem eigentlich so gut wie nichts über den exzentrischen Consulting Detective und seinen loyalen Sidekick aus der 221B Baker Street. Na gut, ich wusste Bescheid über die klassische Pfeife und den albernen Hut; außerdem habe ich mal auf YouTube aufgeschnappt, dass die Geschichten um Sherlock Holmes schon mindestens 254 Mal für Fernsehen und Kino adaptiert wurden.
Und natürlich ist mir hin und wieder der riesige Fandom um die BBC-Serie SHERLOCK aufgefallen! Diese versetzt nämlich klassische Geschichten ins moderne London mit Taxis statt Droschken, Nikotinpflaster statt Pfeifen und einem Blog über die Fälle des einzigartigen Teams bestehend aus Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Dr. John Watson (Martin Freeman). hrend die 4. Staffel immer noch nicht auf Deutsch erschienen ist, habe ich erst neulich zum ersten Mal überhaupt "Sherlock" angeschaut ...   Alles in allem gute Voraussetzung für eine fünfsternige Review von den ersten 3 Staffeln 😉

Alles begann mit einem hochfunktionalen Soziopathen, der mit einer Reitgerte eine Leiche peitschte, und einem aus dem Afghanistankrieg zurückgekehrten Militärarzt und endete schließlich mit meinem innerlichen Verzweiflungsheulen, als die 3. Staffel mit der Folge Sein letzter Schwur ihr Ende fand ... Na gut, danach kam noch die Extra-Folge Die Braut des Grauens UND DANACH hätte ich wirklich eine Schock-Decke nötig gehabt.
Eine meiner Lieblingsszenen 😂
 
Auch ohne deduktive Schlussfolgerungen ist jetzt längst klar, dass mich "Sherlock" absolut gepackt und begeistert hat.  Schon bereits wegen der Länge einer Folge: 90 Minuten, das ist wie ein durchschnittlicher Film und hat mich wirklich in allen wichtigen Kriterien überzeugt: Spannung, Witz, Charaktere, Soundtrack - ja, der musikalische Hintergrund ist mir auch immer wichtig!

Ganz besonders gelungen finde ich, wie die Macher Sherlocks Gedankengänge und Textnachrichten als fließende Botschaften in die Szenen eingebaut haben. Egal, ob tot oder noch lebendig, Mensch oder Objekt, Wörter und Gedankenfetzen umschwirren alles.

Jeder Film und jede Serie hängen am Ende von ihren jeweiligen Helden ab. Sherlock Holmes ist einfach nur obergenial, exzentrisch, durchaus auch etwas wahnsinnig, arrogant und selbstverliebt. Ihn stört es, wenn Menschen in seiner Gegenwart einfach nur denken/ bzw. damit das IQ einer gesamten Straße senken ... Kurz gesagt, er ist so andersartig großartig!
Er ruft die Polizei, indem er einfach mal in die Luft schießt, und trinkt Tee mit einem Augapfel drin - bäh, bei dem bloßen Gedanken schüttelt es mich, das kann ganz schön den Appetit verderben 😃 

Sherlocks Bruder, Mycroft, hat einen ähnlichen Hang zum - ähem, dezent gesagtem - "Außergewöhnlichen". Aber das alles ist nichts im Vergleich zu Moriarty, der einen so brillanten Bösewichten abgibt, das man ihn für seinen Wahnsinn fast schon bewundert. Auch andere Nebenfiguren - die friedliche Molly, Inspektor Lestrade - zeichnen sich durch einen gewissen einzigartigen Charme aus, der auch von jeder Folge ausgeht. London, das Spinnennetz aus Verbrechen und Sherlock darin wie ein Superheld ^^

Ein ehemaliger Militärarzt, (meistens!) die Ruhe in Person, der "Junggeselle" und wenn gerade nötig, auch eine Geisel: Ich bewundere John Watson dafür, dass er es so gut aushält, sich eine Wohnung mit einer anstrengenden Person wie Sherlock zu teilen! Trotzdem schlagen sich die beiden durch und es ist immer wieder toll, wenn ihre angeschlagene Freundschaft wieder zusammenfindet und sie die ungewöhnlichsten Erlebnisse haben. Das große Spiel und Im Zeichen der Drei sind meine Lieblingsfolgen, weil dort besonders gut Johns Emotionalität und Sherlocks Intelligenz kombiniert sind.
Es hat mich auch immer wieder zum Grinsen gebracht, wie John eigentlich in jeder Folge betonen muss, dass er nicht schwul ist. Egal ob vor der Polizei, vor der Vermieterin Mrs. Hudson, vor der sonderbaren Irene Adler ... Dort also hat der Begriff "Johnlock" seine Wurzeln!

Allein wegen den Wortgefechte zwischen John und Sherlock lohnt es sich, die Serie anzuschauen, neben den anderen Besonderheiten. Die eingeblendeten Wörter habe ich schon erwähnt, aber mir gefallen auch die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen. In Ein Skandal in Belgravia nähert sich Sherlock scheinbar dem Boden, aber es sieht eher aus, als würde aus dem Erdboden plötzlich ein Bett auf ihn zurasen! Oder wenn Sherlock in seinen Gedankenpalast hinab steigt, habe ich richtig mitgefiebert, wie er jetzt auf die Lösung kommen wird 😀
Wenn Sherlock seinen gewissen Was-geht-hier-vor-Blick bekommt und wie ein Kind zu Weihnachten jubelt wegen einer Reihe mysteriöser Suizide - dann hat man gerade höchstwahrscheinlich Eine Studie in Pink vor sich und wird anschließend ebenso schnell die nächsten Folgen durchsuchten. Ich kann mich gar nicht darauf einigen, welche Staffel die beste ist - jede Folge und jede Staffel haben mich gleichermaßen gut unterhalten. Jetzt freue ich mich umso mehr auf die 4. Staffel, besonders nach DEM Ende ...

Mein Neid an alle Leute, die Sherlock noch nicht gesehen haben, aber das noch machen wollen: ihr habt großartige Abenteuer voller Wendungen und Überraschungen vor euch und was gäbe ich darum, alles zu vergessen, um noch einmal vom Neuen mich von der Serie mitreißen zu lassen 😉

Kommentare:

  1. Hey :)

    Mir scheint, es gibt einen weiteren Jünger in der großen weiten Sherlock-Welt? :D

    Wenn ich dir etwas vorschlagen darf: Nimm dir jetzt die Zeit und lies die alten Geschichten von Doyle! Es sind in der neuen Serie so rasend viele Anspielungen (große und kleine) auf das Original drin, dass es wirklich extrem viel Spaß macht, die alle zu entdecken. Und da ist man auch ne Weile beschäftigt, bis Staffel 4 auf Deutsch erscheint.

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Das mit dem Lesen der ursprünglichen Geschichten ist eine echt gute Idee! Ich habe schon einmal irgendwo gelesen, dass in der Serie Sherlocks 3-Pflaster-Problem ursprünglich ein 3-Pfeifen-Problem ist. Auf jeden Fall werde ich das mal in Betracht ziehen, aber vielleicht später: für den März und den April habe ich bereits eine feste Leseliste :)

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