Donnerstag, 23. März 2017

Rezension: Die Stadt am Kreuz von Rafaela Creydt (in Farbe und Bunt)

Mal ein ganz anderes Fantasy-Buch, mit einigen Überraschungen aber auch verwirrend!

Teklija na Kamatasai ist eine N'Duma Dahn, ein kämpfender Schatten, eine Leibwächterin - doch all ihr ehemaliger Stolz ist nichts als ein Scherbenhaufen, an dem sie sich jeden Tag aufs Neue schneidet und zunehmend dem Wahnsinn verfällt. Sie hat getan, was zuvor kein anderer N'Duma Dahn getan hat: ihre Herrin ist tot und Teklija entkommt der Todesstrafe, indem sie in die einzigartige Stadt Duremm verbannt wird. Mitten in der Wüste, wo sich zwei Flüsse kreuzen, ist das Schicksal aber noch nicht mit Teklija fertig!
Kurzerhand, um ihre innere Leere zu bekämpfen, ernennt sie ein kleines Mädchen und einen ehemaligen Meisterstrategen zu ihren neuen Herren. Eine folgenschwere Entscheidung, denn in dem Verlobten von Teklijas ehemaliger Herrin brennt das gnadenlose, kalte Feuer der Rache ...

,,Die Stadt am Kreuz" ist der Debüt von Rafaela Creydt, doch während ich beim Lesen manchmal den rauen Fels Duremms zu spüren glaubte, spürte ich beim Lesen nichts davon, dass es das Erstlingswerk der Autorin ist. Bei manchen Debütromanen sticht es hervor, dass dies das erste Buch ist: kleine Logikfehler, ungeschliffener Schreibstil, blasse Charaktere - aber nichts davon habe ich bei Creydts ungewöhnlichem High Fantasy-Buch entdecken können!

Trifft Teklija na Kamatasai (kleiner Zungenbrecher, genau wie manch andere Namen in dem Buch), eine einzelne verirrte Gestalt in der komplexen Welt des Krüppelkontinents. Sie ist ine N'Duma Dahn, eine grandiose Kämpferin - und mal ganz anders als sonstige Protganostinnen, was ich richtig toll finde. Sie hat die Vielschichtigekeit eines echten Menschen, der harte Zeiten durchgemacht hat, und diese Risse überziehen ihren gesamten Charakter: Depressionen, Frust, eisern auf eine Sache fixiert, die sie scheinbar nie haben wird! 
Teklija ist der Mittelpunkt des Buches, weshalb ich vielleicht erst zum Ende hin Gefühl für Ruben und Arrian bekam. Besonders bei Arrian verstand ich einfach nicht, was es mit ihm auf sich hat. Zum Glück ist die Handlung an sich eher ruhig für ein Fantasy-Buch, denn wäre die Geschichte komplizierter, säße ich am Ende wohl extrem konfus herum. Außerdem hat mich Tresten, der Gegenspieler, ein wenig an Moriarty aus der Serie "Sherlock" erinnert 😃

Creydt hat sich alle Mühe gegeben, die Welt ihrer Figuren so lebensecht wie möglich zu machen. Zuerst einmal gibt es Duremm: die Stadt hängt an Seilen mitten in der Wüste. Ich habe mich sofort in Duremm hineingeworfen gefühlt, im wahrsten Sinne des Wortes! In Duremm gibt es verschiedene Gruppierungen von besonderen Leuten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Es gibt Tjares, N'Duma Dahn, Askenji, Namenlose, Angeber der Tagore-Tempel, doch die einzelnen Erklärungen, wer was ist, kam alles viel zu spät!hrend ich mich von Intrigen gefangen halten ließ, klaffte in meinem Hinterkopf ständig ein großes Fragezeichen in der Form all dieser ungewöhnlichen Namen. Das ist sicher der größte Minuspunkt an ,,Die Stadt am Kreuz", Punkteabzug für diese eine Sache.

Betrachte ich das Buch mit einem zugekniffenen Auge - schließlich ist es doch an manchen Stellen zu sehr verwirrend - ergibt sich das Bild einer ruhigen, aber dennoch fesselnden Suche einer Leibwächterin nach ihrem wahren Leben. ,,Die Stadt am Kreuz" lohnt sich auf jeden Fall zu lesen, wenn man sich abseits von "Mainstream-Fantasy" bewegen will ^^

Kommentare:

  1. Hallo :)
    danke für diese ehrliche und gute Rezension. Um das Buch schleiche ich schon eine Zeit rum, jetzt ist die Chance aber sehr groß das ich es auf meinem SuB packen werde!

    LG

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    1. Klasse ^^ Ich freue mich immer, wenn ich ein eher unbekanntes Buch rezensiere und es dann andere ebenso neugierig macht :) Ich meine, es gibt so viele Buchschätze da draußen, die viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten, ,,Die Stadt am Kreuz" gehört zu diesen Büchern!

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