Dienstag, 3. Januar 2017

Rezension: Labyrinth Lost (Brooklyn Brujas #1) von Zoraida Córdova (Sourcebooks Fire)

LABYRINTH LOST: ein finsteres Wunderland, viel Magie und eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung!

Nothing says Happy Birthday like summoning the spirits of your dead relatives.
Alex is a bruja, the most powerful witch in a generation…and she hates magic. At her Deathday celebration, Alex performs a spell to rid herself of her power. But it backfires. Her whole family vanishes into thin air, leaving her alone with Nova, a brujo boy she can’t trust. A boy whose intentions are as dark as the strange markings on his skin.
The only way to get her family back is to travel with Nova to Los Lagos, a land in-between, as dark as Limbo and as strange as Wonderland… 

Beautiful Creatures meets Daughter of Smoke and Bone with an infusion of Latin American tradition in this highly original fantasy adventure.

Jetzt mal ehrlich: wer von euch hat sich dieses Cover anschauen können, ohne sofort in Richtung Buchregal zu schielen und sich vorzustellen, wie gut sich das Cover von "Labyrinth Lost" dort machen würde? Entdeckt habe ich "Labyrinth Lost" zusammen mit "Shadowshaper" bei einer Liste über Bücher mit den einzigartigen Elementen lateinamerikanischer Kulturen und farbigen Protagonistinnen, die wie eine Fahne hinter sich her das Wort ,,Diversity" mit sich tragen. Und Zoraida Córdova bringt das Ganze auf eine komplett neue, verhexte Stufe!

Der Einstieg in die Welt der Brujas und Brujos geschieht durch die Augen von der 16-jährigen Alex. Meine Meinung über sie war von Anfang an etwas hin- und hergerissen, denn die Art, wie sie ihre Intelligenz nicht zurückhält und die Familie als das Wichtigste betrachtet hat mich sehr neugierig auf sie gemacht ... gäbe es nicht ihren unendlichen Stursinn, was die Magie der Brujas angeht! Brujas und Brujos sind etwas wie Hexen, die an ihre Deos glauben mit verschiedenen Göttern wie El Fuego, La Ola und an der Spitze La Mama und El Papa, denen die Brujas mit blutige Tieropfern und Zauberritualen ("cantos") huldigen. Alex, eigentlich ja Alejandra, ist die geborene Encantrix, die Mächtigste ihrer Generation, was 
1. irgedwie selbstverständlich war, genau wie die Tatsache, dass sie natürlich sofort ihre ultimativen Kräfte lenken kann (das hier ist mit viel Ironie zu verstehen!)
2. Und weiter? Danach ist sie so schusselig und kindisch und völlig egoistisch, dass ich nur noch dachte: ,,Nein, Alex, so dumm, um DAS zu machen kannst du doch nicht sein. Oder? Oder?!" Alex' grenzenloser Egoismus gegenüber ihrer Familie war ein richtiger Schock!

Die Handlung fängt sofort mit einer vollen Ladung Bruja-Magie an, was mir sehr gut gefallen hat. Besser als in Büchern, wo die Magie ein Geheimnis ist, plötzlich enthüllt wird und es dann zuerst nur um Erklärungen und Hintergrundgeschichten geht. Doch nach Alex' Deathday spielt sich das meiste der Handlung in einer anderen Dimension ab, für die ich nur ein Wort habe: creepy!
Neben den Figuren, zu denen ich auch gleich komme, hat es mir Córdovas Schreibstil am meisten angetan. Alles in allem ist das Erzähltempo schnell, aber die Autorin schaut so tief in die Gefühle und Emotionen jedes Geschehnisses und  jeder Figur. Na gut, zu Nova wünsche ich mir für die Fortsetzung mehr über seine wahre Vergangenheit und Rishi ... Rishi ist einfach nur Rishi, Alex' beste Freundin und ein Teil des Beziehungsdreiecks. Ja, es geht nämlich um zwei Mädchen und einen Jungen, nur dass hier Alex und Rishi eine Beziehung haben! Eine Protagonistin, die bi ist - so was ist mir noch nie untergekommen und ich mag es total, wie Zoraida Córdova diese Tatsache nicht extrem in den Vordergrund zerrt. Es ist einfach die Art, wie Alex ist, und das ist großartig! Ich shippe auf jeden Fall Alex und Rishi, denn  Nova ist ... Na ja, das könnt ihr dann selbst nachlesen 😊

Eine rundum spannende Geschichte, bei der ich mir mehr Tiefgang und eine weniger geradliniege Handlung gewünscht hätte: im Großen und Ganzen ist "Labyrinth Lost" sehr unterhaltsam, aber vieles passiert einfach zu schnell, oder auch sehr vorhersehbar. Mit diesem Urban Fantasy-Buch könnt ihr nichts falsch machen, aber es ist trotzdem doch weniger, als ich wegen dem vielen Lob von allen Seiten erwartet habe!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen