Dienstag, 24. Januar 2017

Rezension: Elfenwinter von Bernhard Hennen (Heyne)

Der 2. Band von Bernhard Hennens Elfen-Reihe: magisch, episch, frostig!

Als in Albenmark, in der Stadt Vahan Calyd,  das Fest der Lichter zu Ehren von Königin Emerelle beginnen soll, sammelt sich hinter all dem Glanz und Licht der Feierlichkeiten der Schatten einer schrecklichen Zukunft ... Zuerst versucht jemand, genau wie vom Schwertmeister Ollowain befürchtet, ein Attentat auf Emerelle zu verüben, während in derselben Stunde die Häuser von Vahan Calyd in Flammen aufgehen und ein Massaker die Straßen mit Blut überströmt
Die Trolle haben sich dazu entschlossen, für ein uraltes Verbechen sich an Emerelle und all ihren Untertanen zu rächen. Keine Methode ist ihnen zu blutig, solange die Elfentyrannin tot ist! Während Ollowain die Wege zurück zu seinem ungeliebten Vater Landoran findet, den Fürsten der Normirga, liegt es am Menschensohn Alfadas, sich den Trollen zu stellen. Wo die Zauberei der Elfen versiegt, hilft nur die rohe Kraft der Menschen - aber was ist, wenn die finsteren Zeiten des Krieges Kreaturen hervorbringen, die sich von nichts einschüchtern lassen?

Bernhard Hennen entwickelt sich immer mehr zu meinem Lieblingsautoren! Ich habe schon so einige Fantasy-Reihen gelesen, aber seit ich zuletzt ,,Die Elfen" gelesen habe und mich Hals über Kopf in Albenmark und seinen fantastische Geschöpfen verloren habe, steht für mich fest: ich muss so schnell wie möglich die ganze Reihe lesen!

,,Elfenwinter" ist das zweite Buch der Reihe und ganz interessant in seiner Story: ,,Die Elfen" hat insgesamt in einem Zeitraum von 200 (?) Jahren gespielt, während denen große Ereignisse und Kriege oft nur am Rande erwähnt wurde. ,,Elfenwinter" greift auf diese Geschehnisse zurück und erzählt vom Überfall der Trolle auf Albenmark und das menschliche Fjordland - und zwar in fesselnder Manier, wie sie typisch für Hennen ist. Tragik des Herzens trifft auf das Klirren von Schwertern, Geheimnisse auf Offenbarungen, Treue und Verrat. Kurz gesagt, es herrscht ein nie langweilig werdendes Gleichgewicht.
 
Die Vielzahl von Charakteren könnte hier ganz verwirrend sein, weil das Buch aus zahlreichen Perspektiven erzählt wird - da kommt es ja gerade so gut, dass alle Figuren auf ihre Weise einzigartig sind! Besonders meine Meinung über Alfadas hat sich radikal geändert, weil er im ersten Band ja noch recht langweilige Auftritte hatte, doch hier strotzt er vor bewundernswerter Entschlossenheit.

Mir ist sofort aufgefallen, dass ,,Elfenwinter" um Einiges brutaler ist als ,,Die Elfen". Ich musste manchmal den Mund verziehen, wenn sich in Hennens blumigen, ausführlichen Schreibstil solch detaillierten Beschreibungen von Gehacke, Geschneide und Zerstümmeln gab - aber dafür die Schlachten von ,,Elfenwinter", Mann, das toppt wirklich jede Schlachtszene in Game of Thrones!
Der größte Makel sind eigentlich nur die einzelnen zähen Stellen.Die Trollkapitel hätte man ruhig kürzen können, da ich mich beim Lesen dabei erwischt habe, genervt einen Fluch zu grummeln, wenn schon wieder ein Kapitel mit Trollnamen wie Orgrim, Skanga und Branbart angefangen hat.

Fängt man einmal mit dem Lesen an, lässt ,,Elfenwinter" einen bis zum Schluss nicht mehr los: die Fortsetzung steht gßtenteils ihrem Vorgänger in nichts nach und kann von mir gar nicht genug gelobt werden! Jetzt, nach diesem spektakulären Finale, werde ich ,,Elfenlicht" sicher nicht lange auf mich warten lassen 😀

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