Montag, 16. Januar 2017

Filmmeinung: The Voices (2014)

The Voices


Dauer: 104 Minuten
FSK: 16
Meine Bewertung: 

Inhalt: Auf den ersten Blick scheint es als sei Jerry bloß ein junger, liebenswürdiger Mann, der seinen Job in einer Badewannenfabrik sehr ernst nimmt. Schließlich weiß keiner seiner Kollegen davon, dass Jerry wegen seiner Schizophrenie regelmäßig zu einer Psychotherapeutin geht und Pillen gegen seine Halluzination nehmen soll. Aber wieso soll er die Tabletten schlucken, die seine heitere, bunte Variante der Realität in eine triste, trostlose Welt verwandeln? Hin- und hergerissen zwsichen seinem zynischen Kater Mr. Whiskers, der ihn zum Töten anstacheln will, und der Gutmütigkeit seines Hundes Bosco, versucht Jerry seinen eigenen Weg zu gehen ...
Trailer:
Was ich denke: Ich habe schon wirklich lange nicht mehr eine Schwarze Komödie wie The Voices angeschaut! Auf der einen Seite hat der Film einem herrlich trockenen, düsteren Humor, der mich einfach nur fies grinsend gefesselt hat ... und dann kommt der Rest dazu, ein Wirrwarr aus grellen Farben, von allen Seiten einprasselnden Stimmen und einem Ende, der ganz anders ist als erwartet. Und: er bedient sich des klassischen Klischees, dass Katzen böse sind und ja eigentlich nur die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Die Katze = Teufelchen auf der einen Schulter, der Hund = der gute gewissenhafte Engel auf der anderen Schulter 😉

Über The Voices, entstanden in deutsch-amerikanischer Produktion mit einem Cast voller berühmter Schauspieler (Ryan Reynolds, Gemma Arterton, Anna Kendrick), bin ich buchstäblich gestolpert. Zufällig mal einen Trailer gesehen mit viel Blut, nervig-lustiger Hintergrundmusik und sprechenden Tieren, angeklickt, neugierig geworden. Was die Gespräche von Hund & Katze anging bin ich aber sehr misstrauisch gewesen; zu schnell können sprechende Tiere in Realverfilmungen einfach nur bodenlos lächerlich auftreten. Aber: wieso trotzdem nicht herausfinden, was es mit diesem Film über körperlose Stimmen im Kopf auf sich hat?
Jetzt mal ehrlich, wieso habe ich das skurrile Spektakel namens The Voices nicht schon früher entdeckt?
Was mich in erster Linie ganz besonders begeistert hat ist der Cast und dessen Leistung, ihren "simplen" Rollen zahlreiche, einprägsamen Facetten zu verleihen! Von Sinneswandeln bis pure Panik wegen Engelsnamen-Rätseln ist wirklich alles vertreten, was es an menschlichen Gefühlen gibt!
Ich habe bisher nur sehr wenige Filme mit Ryan Reynolds gesehen, aber hier legt er den absoluten Beweise dafür ab, warum er den Ruf eines Naturtalents genießen darf: Jerry ist eine von Anfang bis Ende tragische Figur, bei der ich regelmäßig sicherstellen musste, was ich jetzt eigentlich von ihm halte. Mitleid, Sympathie, ein gewisser makabrer Ekel, da immerhin Blut an seinen Händen klebt und andererseits wirkt er so harmlos und hilflos wie ein kleiner Junge ... Der Film blickt ganz tief in das emotionale Leben einer geistig kranken Person und trifft, verborgen hinter der abstrusen Komik, mitten ins Herz. Jerrys Flashbacks und die verschwommene Wahrnehmung seiner schmerzhaften Realität sind geschickt eingefädelt worden, was mir sehr gut gefällt. Manchmal neigen solche Filme wie The Voices dazu, nicht genug hinter die Kulissen ihrer Hauptfiguren blicken zu lassen.

Unterhaltsam und zugleich traurig stimmend: ich bereue nicht, diesen Film gesehen zu haben und kann ihn nur ausdrücklich weiterempfehlen, solange man offen für - na ja, sagen wir mal so - ungewöhnliche Eindrücke ist.

Kommentare:

  1. Ohhh, das klingt nach einem Film für mich! :D
    Ich bin ein klein wenig verknallt in Ryan (hast du Deadpool gesehen?) und das Genre ist auch genau meins. Komisch, dass ich noch nie davon gehört habe.

    Vielen Dank für die Inspiration :D
    Sas

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    1. Deadpool ist einer meiner Lieblingsfilme und Ryan ein absolut talentierter Schauspieler. The Voices hab ich nur zufällig entdeckt, aber es ist ja so bereits ein nicht grad bekannter Film. Ich frag mich echt, wieso ...?

      Sag dann Bescheid, wenn du The Voices gesehen hast 😊

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  2. Mach ich gerne! Ich habe das Herzblatt schon schon mal darauf vorbereitet :p Aber wir stehen auch etwas weirde Filme ;)

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  3. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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