Dienstag, 6. Dezember 2016

Filmmeinung: Doctor Strange (2016)

Doctor Strange


Dauer: 115 Minuten
FSK: 12
Meine Bewertung: 

Inhalt: Nach einem schrecklichen Unfall kann der erfolgreiche und arrogante Neurochirurg Dr. Stephen Strange nicht mehr seine Hände benutzen und steht kurz vor der völligen Verzweiflung. Seine letzte Hoffung liegt darin, nach Nepal zu reisen und an einem geheimen Ort namens Kamar-Taj zu reisen, denn vielleicht kann er durch die Kraft des Geistes wieder die Kontrolle über seine Hände bekommen - doch Kamar-Taj ist in Wirklichkeit eine Ausbildungsstätte für Magier. In ihren Händen liegt es, die Welt zu beschützen, denn jenseits der verschiedenen Realitäten und Dimensionen lauert eine finstere, alles vernichtende Kraft ...

Trailer:
Was ich denke: Marvel steht für das buchstäbliche Gut-gegen-Böse-Battle, was - rein theoretisch gesprochen und definitiv nicht ernstgenommen werden sollte! - eigentlich nur noch eine lahme, absolut vergessenswerte Grundhandlung sein müsste.

Aber jetzt mal ganz ehrlich und in direkten Worten: Scheiß auf die Theorie, wenn schließlich das Marvel Cinematic Universe einen Film herausbringt, der aus CGI ein rasantes, atemberaubendes Kaleidoskop-Erlebnis macht! Kennt ihr passende Adjektive, die eine Mischung aus ,,spektakulär" und ,,magisch" sind, aber sich dabei noch auf aktivierten Fan-Modus beziehen? Ich habe so lange, unglaublich lange auf Doctor Strange gewartet, fleißig jede Art von Trailern, Teasern, Behind-the-scenes und Gag Reels angeschaut. Und mit derselben Wucht wie diiese glühende Peitsche haben mich die Effekte getroffen -  c r a z y  s h i t, diese Effekte, diese Magie, dieses einfach Alles 😍
Oder wie die Älteste Stephen mal einfach so den Astralkörper rausboxt, das gleiche Level von verblüffenden Wahnsinnszenen (von denen besonders die rotierende Stadt mein Favorit ist, Inception-Reggiseur Christopher Nolan fühlt sich bei dieser offensichtlichen Ähnlichkeit bestimmt geschmeichelt):
Der Film ist die ganze Zeit voll mit einer umhauenden Atmosphäre, die mich so sehr in ihren faszinierenden Bann gezogen, dass ich stellenweise fast schon vergessen hätte, worum es eigentlich exakt geht. Yepp, das ist es nämlich, woran ich ganz kleinlich rumnörgeln will: die Handlung ist zu schnell für sich selbst. Doctor Strange, trotz seiner überheblich-besserwisserischen Art richtig cool, stolpert da gerade in Kamar-Taj rein, zuvor ist da noch wie eine Art Prolog über Kaecilius' Pläne - und dann ...
Finale, Abspann, Ende, Post-Credit-Szene mit einem großen Versprechen namens Thor: Ragnarok. Bääääh 😑, der große Showdown hätte ruhig noch spektakulärer sein können! Mir pesönlich fehlt am ganzen Film noch eine Menge an "Grundsubstanz". Das dämpft durchaus meine Nerd-Euphorie gegenüber diesem neuen Blockbuster. Immerhin aber halten die tollen Trailer ihr Versprechen und ich habe keinen zweiten Suicide Squad erlebt, die größte Hype-Enttäuschung überhaupt ...

Dort, wo der Hintergrund fehlen und damit die Story etwas erbleicht, verehre ich jedoch geradezu das Magiesystem der Magier unter der Führung der Ältesten!! Mal nicht das Klischee, dass Magier mit leuchtenden Zauberbällen um sich werfen - das ist inzwischen langweilig. Energieportale & verworrene Dimensionen sind die neue Magie! Die vielen Geheimnisse des Magierordens werden hoffentlich in Zukunft/ in nächsten Filmen mehr gelüftet werden, wobei ich ganz besonders toll die schauspielerische Leistung von Tilda Swinton ("die Älteste") finde: ihr reichen nur ein paar Handbewegungen aus, um ihrer Figur eine geheimnisumwobene, autoritäre Ausstrahlung zu verleihen - Spitzenleistung!
Erstaunlich, ganz anders und fantastischer als ich erwartet hätte, mit nur winzigen Kritikpunkten, die ich Superhelden-Fan so im Nachhinein nur mit einer lässigen Handbewegung abtun will - Doctor Strange entführt euch im wahrsten Sinne des Wortes in eine andere Welt! Habt ihr ihn auch schon gesehen? Denn wenn nicht, kann ich euch mit meiner Review & Kritik hoffentlich bei der Entscheidung, was ihr als nächstes unbedingt anschauen solltet, helfen 😉

Kommentare:

  1. Hallo Julia,

    ich fand den Film auch Hammer und überlege ernsthaft, ihn mir nochmal im Kino anzusehen! In deiner Rezi bringst du es gut auf den Punkt: Mal ein etwas anderes Magiesystem, tolle Effekte, großartige Schauspieler - ein bisschen schnell ging es, da hast du recht, aber das habe ich ehrlich gesagt genossen. Ich habe einfach in letzter Zeit zu viele Filme gesehen, die nur Teil x von xyz waren und deswegen zu schleppend (das ging mir bei Fantastic Beasts and Where to Find Them so). Wobei man ja hoffen darf, dass das hier ein Teil 1 war und noch mehr folgen wird ...

    LG,
    Susanne

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    1. Ich habe Fantastic Beasts and Where to Find Them zwar noch auf meiner To-See-Liste, aber ich kann schon verstehen, wenn der erste Teil noch etwas schleppend rüberkommt - das ist wie mit Buchreihen manchmal, da kommt auch erst in der Fortsetzung / dem zweiten Teil mehr Schwung auf :)

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