Mittwoch, 23. November 2016

Rezension: Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen von Bernd Perplies (Egmont INK)

Holpriger Anfang, episches Finale und eine gelungene Mischung aus High Fantasy und antikem Flair!

Die Welt vom 17-jährige Iolan endet in Feuer und Gemetzel, als die Soldaten des Königs vom Cordurischen Reich, Iurias Agathon, sein Dorf angreifen. Durch die Hilfe des magiekundige Quano Arastoth entkommen scheinbar nur Iolan und seine Ziehschwester Mirene dem Blutbad, um in die Stadt des Königs, Aidranon, zu reisen. Dort erfährt Iolan die unfassbare Wahrheit um seine mysteriöse Herkunft und die Symbole, die seinen Körper bedecken. Doch diese Wahrheit ist in Wirklichkeit nur ein Teil eines gewaltigen, hinterlistigen Plans, der sich gegen den König richtet und Iolan unbemerkt zu einer mächtigen Spielfigur macht.
Ohne zu ahnen, dass auch Markos, Iolans und Mirenes Bruder, ebenfalls den Angriff überlebt hat und nun Jagd auf die Vernichter seines Dorfes macht, wird das Schicksal des gesamten Cordurischen Reiches von Iolans eigenem Schicksal beeinflusst  ...

Bernd Perplies ist kein neuer Name für mich, da mir bereits seine Tarean-Trilogie im klassischen Guter-vom-Schicksal-auserwählter-Held-rettet-die-Welt-Stil sehr gut gefallen hat. Als ich zum ersten Mal gehört habe, dass Perplies eine neue High Fantasy-Reihe im Zeichen der Antike starten würde, war ich natürlich sofort neugierig ... und trotzdem lag ,,Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen" dann fast zwei Jahre ungelesen herum. Inzwischen habe ich mich dafür geohrfeigt, denn sobald man die ersten stockenden Kapitel überwunden hat, erwartet einen ein komplexes Kopfkino mit einer gesunden Abwechslung aus Spannung und Ruhe.

Zuerst zu meinem ersten Kritikpunkt: Iolan. Iolan kommt mir ein wenig so vor, als hätte der Autor den Protagonisten aus ,,Tarean" eins zu eins übernommen, was mir sofort aufgefallen ist. Der Sohn im Schatten seines berüchtigten Vaters, nur angetrieben von Rache und nicht direkt unsympathisch, aber nicht außergewöhnlich genug, um fest ins Herz geschlossen zu werden ... Ja, ja, das kenne ich bereits. Auch andere Parallelen mit ,,Tarean" ließen mich mit den Augen rollen: Die Sechsgötter statt den Dreigöttern und weil kein WhatsApp oder Skype existiert, wird in beiden Reihen das ,,Wasser des Sehens" verwendet. Meine Lieblingsfigur war Markos, der eine kleine Odyssee erleben muss und mehr Charakter zeigt als seine eher schlichte Schwester Mirene oder Iolan.

,,Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen" ist so High Fantasy-haft wie es nur geht, was ich absolut geliebt habe! Politische Kämpfe, ein Reich zwischen Loyalität und Verrat, viele verschiedene Charaktere, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen sind auch in diesem Buch anzutreffen, nur auf eine ruhigere Art. Ich meine, es gibt andere tolle Bücher, die ebenso komplex und grandios wie blutig sind, aber hier findet kein großes Blutvergießen statt. Die Handlung balanciert nämlich viel zwischen kurzweiliger Action und vielen recht ruhigen Abschnitten, die erst in die Welt einführen müssen. Deswegen habe ich vielleicht erst ab 150 Seiten gespürt, wie allmählich die Lesebegeisterung in mir hochstieg und die Geschichte an Fahrt aufnahm. Ich sage nur: #TeamDragon!!!
Perplies' hat keinen komplizierten Schreibstil, sondern hält sich lieber kurz, was ausführliche Beschreibungen und ewig laaaange Dialoge angeht. Besonders wenn ihr z.B. Lust habt, ins High Fantasy-Genre einzusteigen, würde ich ,,Imperium der Drachen" empfehlen, weil es in die Kategorie ,,Vielschichtig, aber übersichtlich" fällt.

Was soll ich noch sagen? Abgesehen davon, dass der Protagonist (nur am Anfang!!) ein unbeschriebenes Blatt ist, und das erste Drittel noch keine Achterbahn durch Intrigen & Spannung ist, bedaure ich nicht dieses Buch gelesen zu haben. Jetzt brenne ich nach dem Cliffhanger selbstverständlich darauf, sobald wie möglich weiterzulesen - und hoffentlich wird sich das eine oder andere Rätsel (wie z.B. über die Priesterinnen des Ariocrast) noch lüften!


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