Mittwoch, 14. September 2016

Rezension: Elantris von Brandon Sanderson (Heyne)

Wortgewaltig, traumhaft, über alle Seiten hinweg fesselnd - Elantris ist ein Meisterwerk!

Elantris, die magische Stadt in Arelon, die heute in Ruinen liegt. Die Elantrier, einst ausgestattet mit der Macht der Aonen, sind längst untergegangen und brachten einen Fluch über die Menschen ....
Als Kronprinz Raoden von Arelon plötzlich mit dem Fluch von Elantris aufwacht und in die Stadt ewigen Verderbens verbannt wird, steht für ihn fest, dass er herausfinden muss, was Elantris so sehr vernichtet hat. Während er im Kampf gegen Schmerzen und Hunger das Geheimnis zu entdecken versucht und von seinen Leuten totgeglaubt wird, steht Arelon am Rande des Zerfalls: der Religionskonflikt zwischen der korathischen und derethischen Kirche ist so zugespitzt, dass nur der derethische Hrathen vielleicht einen blutigen Krieg gegen Arelons König verhindern kann. In diese Zeit der Intrigen taucht die scharfsinnige Prinzessin Sarene auf, die ebenso bestrebt ist, einen Krieg zwischen den einzelnen Ländern zu verhindern ...


Brandon Sanderson ist mir als Fantasy-Fan natürlich ein Begriff, aber bisher habe ich nur viel Begeistertes über seine Bücher gelesen als mich selber daran zu wagen. Dass Sandersons Debüt ,,Elantris" ein Einzelbuch ist (ausnahmsweise keine Fantasy-Reihe, hurra!!) hat mich dann völlig überzeugt, etwas von ihm auszuprobieren. 

Die drei Hauptfiguren - Raoden, Sarene & Hrathen - hat Sanderson so perfekt gestaltet, dass ich fast schon glauben könnte, sie seien echte Persönlichkeiten. Besonders was Sarene angeht, kann ich auf sie den Begriff "girlcrush" anwenden - sie ist fantastisch! Intelligent, scharfsinnig, eine begnadete Fechterin und lässt trotz allen Fehlschlägen und ihren persönlichen Problemen nie locker. Das nenne ich mal eine Heldin! Ich hoffe sehr, dass Brandon Sanderson in seinen weiteren Büchern öfters solche Protagonistinnen hat, denn wenn ja, ist das ein Grund, ALLES von ihm zu lesen. 

Raoden, der von der Shaod betroffene Prinz, ist dagegen ein purer Sonnenschein, was sich auch im Schreibstil des Autoren bemerkbar macht: während die Handlung sich manchmal geradezu überschlägt, hatte ich angesichts des feinen Humors immer mehr als genug zu grinsen - außer zum rasanten Finale hin, in dem der wahre Held des Buches hervortritt. Mal beschreibt Sanderson bildlich den schleimigen Schmutz von Elantris, dann wie die magischen Linien der Aonen durch die Luft flimmern und mein Kopfkino hört gar nicht mehr auf, ich bin von der Haarspitze bis zum kleinen Zeh in diesem Buch gefangen gewesen.

,,Elantris" ist das High Fantasy-Buch schlechthin, weil Sanderson für seine Welt ein ausgeklügeltes Magiesystem erschaffen hat. Wisst ihr, wenn ich eines nicht wirklich ausstehen kann, dann Bücher, die sich vom Genre als ,,epische Fantasy" bezeichnen, aber der Autor keine Lust hatte, seine Welt genauer auszuformen. Ich meine, schaut euch nur Elantris an, da hat Sanderson wirklich an alles gedacht: verschiedene Religionen, die Macht - und Gesellschaftsordnung, Beweggründe aller Figuren, politische Intrigen, abgrundtiefe Geheimnisse ...
Ach, verdammt, was schwafel ich rum - kurz gesagt ist dieses Buch in allem völlig perfekt. Ich kann mir selbst nicht verzeihen, so lange nichts von Sanderson gelesen zu haben. Für Leute, die eher weniger für Fantasy zu begeistern sind, kann der gesamte Buchinhalt vielleicht zu überladen wirken, doch trotzdem würde ich es allen empfehlen, die sich einfach nur mal zurücklehnen und in eine faszinierende Stadt abtauchen wollen. Meisterwerk, Prachtstück, Lieblingsbuch-Für-Immer-Und-Ewig - wie auch immer ich ,,Elantris" nenne, es wird dem Buch einfach nicht gerecht genug.

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