Freitag, 23. September 2016

Rezension: Dark Swan - Feenkrieg von Richelle Mead (Egmont LYX)

Feenkrieg in der Anderswelt ... So muss ein Dark Swan-Buch sein: emotional, spannend, unvorhersehbar!

(Warnhinweis: Das Lesen dieser Rezension ist nur mit Vorsicht zu genießen; könnte Spuren von Spoilern aufweisen, weil es sich um das dritte Buch einer Reihe handelt

Eugenie Markhams Leben ist nicht mehr das, was es einmal war: Seit Königin Katrice ihr den Krieg angesichts des Mordes an ihren Sohn erklärt hat, stellen sich Eugenie, ihr Dornenland und ihr Geliebter, König Dorian, gemeinsam den Heeren des Vogelbeerlandes. Aber während die Feinen der Anderswelt bis zum Tod kämpfen würden, ist Eugenies menschliche Hälfte von Zweifeln zerrissen. Es gibt nur einen Weg, das sinnlose Töten zu beenden: Eugenie begibt sich auf die Suche nach der Eisenkrone, obwohl das bedeutet, damit das Erbe des Sturmkönigs in Eugeie zu wecken. Was will Eugenie? Macht oder Frieden?

Oha, schneller als erwartet habe ich jetzt schon das dritte Buch von Richelle Meads Dark Swan-Reihe beendet, die magische Anderswelt trifft auf eine humorvollere Urban Fantasy-Version von Natasha Romanoff. An diese musste ich nämlich sofort denken, als ich das Cover von ,,Feenkrieg" gesehen habe und für die nächsten Minuten all meine Gehirnfunktionen bis auf einen Gedanken lahmgelegt wurden: "Toll! Toll! Tolltolltolltoll!"

Nachdem der zweite Band (,,Dornenthron") mich wegen seinem Ende enttäuscht hat (ein mieser Handlungsstrang und dazu das bescheuerte Verhalten einer Figur, die ich eigentlich immer gern hatte), hat die Autorin hier wieder ihr Bestes geleistet. Ganz viel dreht es sich, was wohl bei dem Titel, um den Krieg in der Anderswelt, den ich mir einerseits anders, anderseits aber auch genau so vorgestellt habe wie beschrieben. Gut, das klingt sehr verwirrend, also hier in der Kurzfassung:
Wenn eine Figur in Fantasy-Büchern ,,Schlacht, Heer, Krieg" erwähnt, spüre ich es in meinen Fingern kribbeln, weil ich dann meistens großartig beschriebene Kämpfe erwarte. Aber ich mag es auch sehr gerne, wenn die Protagonisten nur rumsitzen und über Strategien diskutieren, was hier eher der Fall war. Eine epische Schlacht zu beschreiben hätte nicht sonderlich zu Richelle Mead gepasst, das ist logisch nachvollziehbar und stört nicht.

Wenn ich schon dabei bin, die winzigen Kritipunkte loszuwerden, widme ich mich meinem größtem Problem, das für mich zu sehr in den Vordergrund gezerrt wurde: Kiyo-Eugenie-Dorian. Verflucht, wie kann man nur auf Dreiecksbeziehungen stehen, die sich über Bücher hinwegziehen? Klar, man kann zwei Personen lieben und vielleicht dann gefühlsmäßig etwas neben der Spur sein, aber was Eugenie macht, das fand ich bescheuert! So ungefähr läuft das:
Eugenie liebt Typ 1, macht dann Schluss und geht zu Typ 2, den sie, als sie noch mit 1 zusammen war, natürlich super anziehend findet. Dann mag sie 2 nicht mehr, rennt zurück zu 1 und irgendwann geht's wieder zu 2.
Kurz gesagt: Meeeeeeh. Das kann doch nicht ewig so weitergehen.
Das war das lästigste an ,,Feenkrieg", wie ein Kaugummi an der Schuhsohle, wie ein Buch, in das jemand Fremdes ein Eselsohr reingemacht hat. Das waren jetzt aber wirklich die letzten Erläuterungen zu meinem Standpunkt, weil mir der Meckerstoff ausgeht.

Ansonsten ... Tja, ansonsten gibt es keine Probleme, wegen denen ich die Augen verdrehte. Die Eisenkrone und die Prophezeiung haben den Konflikt unglaublich gut zugespitzt, was ich auch Meads strömenden, rasanten Erzählstil verdanke. Eugenie hat einen erfrischenden Humor und ist es egal, was man ihr vorschreibt - einer der Gründe, warum sie sogar ein paar mal die falsche Entscheidung trifft, zumindest denke ich so. Ich kann kaum erwarten, was mich in ,,Schattenkind" erwarten wird. An allem, was jetzt auf Eugenie zukommt - ACHTUNG, VERSCHLÜSSELTER SPOILER - ist Antibiotika Schuld. Bloß Antibiotika.
3 von 5 Sternen sind das beste, was ich dieser Mischung aufs Fantasy, Erotik und Action geben kann, obwohl es mich umbringen könnte, wenn in ,,Schattenkind" das Dreieck zwischen Dorian & Eugenie und Kiyo & Eugenie weitergeht ...

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