Mittwoch, 31. August 2016

Rezension: Die Monster, die ich rief (Monster Hunter #1) von Larry Correia (Bastei Lübbe)

Ballerfreudige Monsterjagden haben mich noch nie so sehr begeistert wie in diesem Buch!

Owen Zastava Pitt ist ein Buchhalter, dem man nicht gerade vorwerfen kann, ein Feigling zu sein - zwischen all seinem Bestreben, ein normales Leben zu führen hat er auch eine Vorliebe für Waffen aller Art. Aber irgendwie steht er dann doch plötzlich doof da, als sich sein Chef in einen mordlustigen Werwolf verwandelt und Owen fast in Fetzen reißt. Trotzdem überlebt er und bekommt Zugang zu einer geheimen Organisation, deren Beruf es ist, Vampire, Untote und andere Monster zu finden und zu töten.  
Monster Hunter International ist genau das richtige für eine Typen wie Owen, obwohl ihnen die Bundesagenten der Regierung in die Quere kommen und die gefährlichen Einsätze immer wieder andere Monsterjäger tötet. Aber das ist nichts im Vergleich zu der Gefahr, als das Team von Earl Harbinger einen französischen Frachter von Vampiren säubern muss und sich die Zahnräder uralter, überirdischer Prophezeiungen zu drehen beginnen ...

,,Die Monster, die ich rief" von Larry Correia ist ein verdammt großartiger, blutiger, gnadenlos spannender, mitreißender, witziger, undurchschaubarer Reihenauftakt, dem ich noch 100 weitere Adjektive anhängen könnte. Von Anfang bis Ende ist alles darin perfekt, weshalb ich glaube, in Larry Correia einen neuen Lieblingsautoren gefunden zu haben. Der Mann weiß exakt, wie seine Figuren Vampiren das Gehirn rausballern sollen und dabei noch witzig sind. Ich meine, welch Meisterleistung ist das? Eine gigantische!

Man merkt ziemlich arg, dass Protagonist Owen ein klassischer Texaner ist - jeder in seiner Umgebung ist irgendwie ein Waffenexperte. Manchmal sind wirklich seitenlage Beschreibungen nur zu Ehren irgendeiner Knarre eingestreut. Die vielen Fachausdrücke waren ziemlich verwirrend und die Monsterjäger ziehen immer die Knarre statt andere Konfliktlösungen vor, aber, verdammt, ich fand das in dem Buch wirklich toll. Amerikanische Action, wie ich sie aus Filmen kenne und ich bin ein großer Filmfreak.

Nein, ehrlich, Owen hat das aufrichtigste Herz, das ein Mensch haben kann und ist immer voller Hoffnungen und Humor, selbst wenn er die übelsten Verletzungen abbekommt oder feststellt, dass er gaaaaanz besoders ist. Als ob ich das so nicht schon wüsste, denn das Finale hat es echt in sich und verleiht dem Begriff ,,Showdown" eine ganz neue Bedeutung.

Auch die anderen Figuren aus Owens Team sind fast wie eine perfekte Traumfamilie, wie z.B. die Ex-Stripperin Holly, der religiöse Trip mit den Rastalocken oder Julie (eine großartige Figur, ich verehre sie fast schon!). Natürlich gibt es menschliche/ unmenschliche böse Typen, die zu jedem Urban Fantasy-Buch dieser Art gehören. Explodierende Gehirnmasse oder Vampire, die in Napalm gegrillt werden, während Orks Heavy Metal hören und die Monsterjäger ironisch über Tolkien und Twilight-Vampire witzeln? Das findet ihr alles in ,,Die Monster, die ich rief". Es hat geradezu auf Anhieb zwischen mir und dem Buch gefunkt, Liebe auf den ersten Blick halt.

Von der (unvorhersehbaren!) Handlung her ist ganz viel Action an der Tagesordnung, was mir sehr gut gefallen hat. Es ist nie langweilig und die Spannung wird in 95% des gesamten Buches immer aufrecht gehalten. Die restlichen 5% sind eigentlich nur die Momente, in denen ich verblüfft innehielt und erst mal kapieren musste, was für ein abgedrehter Plottwist gerade dabei ist, mir die Gehirnwindungen zu verbrennen.
Was bleibt mir anderes übrig, als dieses Buch mit ,,Vollkommen fantastisch" zu beschreiben? Ich habe einen neuen Lieblingsautoren gefunden! Ich kann es kaum erwarten, wieder auf einen Einsatz zu gehen im nächsten Band ,,Der Club der toten Monster". Monster Hunter International, ich komme wieder!

Von allen grandiosen Stellen hat mich folgende kurz vor der finalen Schlacht ließ mich diese am breitesten grinsen (ja, es gibt jede Menge Bezug auf Dinge aus der Fantasy-Kultur, z.B. Tolkiens Elfen und Dungeons & Dragons):
"Mir fiel auf, dass die Orks sich die Zeit genommen hatten, ihre Masken und Helme mit weißen Handabdrücken zu verzieren. Sah gut aus. Offensichtlich liebten sie die Herr der Ringe-Filme."

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