Dienstag, 9. August 2016

Rezension: Chroniken von Chaos und Ordnung: Thorn Gandir - Aufbruch (Acabus Verlag)

Packender Reihenbeginn, vielschichtige Charaktere und eine fantastische, komplexe Welt!

Der Waldläufer Thorn Gandir steht im Diensten von Testaceus', dem Ehrensenator des Valianischen Imperiums, dessen einstiger Glanz nur noch bruchstückhaft erhalten ist. Zum einen drohen die Sklavenaufstände, die Heere des Imperiums zu zerschlagen, wenn man sich nicht wehrt, doch es gibt noch eine viel größere Gefahr!
Noch sind nicht alle Chaosanhänger vernichtet, als von Testaceus' das Zepter der Macht gestohlen wird und alle Hinweise auf den dunklen Magier Al'Jebal aus dem südlichen Aschran deuten. Das Valianische Imperium ist von allen Seiten bedroht und selber im Spinnennetz hinterlistiger Intrigen gefangen, als sich Thorn gemeinsam mit der verschlossenen Söldnerin Chara, dem axtschwingenden Bargh und dem Priester Telos Malakin auf dem Weg nach Süden macht. Lange wissen sie selber nicht, was geschehen wird, denn Chaos und Ordnung bereiten sich darauf vor, wieder ihre zerstörerischen Kräfte zu messen ...

Was denke ich bei einem Buch, bei dem bereits das erste Kapitel düster beginnt und die Charaktere sich in Fässern verstecken mussten (was mich an ,,Der Hobbit" erinnert hat)? Ja, das riecht nach dem Auftakt einer gut gelungenen High Fantasy-Reihe. Tatsächlich sind die ,,Chroniken von Chaos und Ordnung" vom österreichischen Ehepaar Judith und Heinz Praßl so sehr Fantasy, dass ich sofort merkte, dass die Autoren sich von klassischen Pen&Paper-Spielen inspierieren lassen haben. Komplexe Welten, geheimnisvolle Charaktere, Elfen, Orks, dunkle Magie, hier und da ein paar Klischees wie die attraktive, aber gefühlskalte Kriegerin oder der Fremde mit der Kapuze, der in der hintersten Ecke einer Gastwirtschaft sitzt.

Zu Anfang: Erwartet in Thorn keinen Durchschnitts-Protagonisten. Der Mann hat ein Herz aus Stahl, das in Seide gehüllt ist ('Tschuldigung, ungeschickte Metapher) Er ist weder ultra-gut noch der finstere Assassine, sondern folgt immer seinem Herzen, was ich richtig toll finde. Es macht ihn menschlich, während ich bei anderen bösen Protagonisten - hust, Rosmerta, hust - die Zähne am Reader ausbeißen wollte. Lob dafür, dass Autoren ihre fiesen Nebenfiguren so überzeugend unausstehlich machen können! Auch meine Sympathie für Chara ließ zum Ende hin nach, aber nicht meine Neugier auf die nächsten Bände.

Der Schreibstil ist, wie soll ich sagen, normal. Es gibt keine extrem ausschmückenden Details, sondern die Worte sind einfach die Vorgabe für den Tempo der Geschichte: ausführlich, aber nie zäh. Es gab schon manchmal Stellen, die etwas zäh waren und wo ich mich fast schon etwas gewundert habe, was nun mal wieder etwas passieren wird. Außerdem lieben es die Autoren, ihre Leser mit sehr vielen Geheimnissen zu konfrontieren, weil die Handlung manchmal scheinbar zusammenhanglos scheint und trotzdem ein bestimmtes Muster ergibt, das ich bisher nicht durchblicke ... Ich mag es in Büchern mitzurätseln und hoffe, dass die alten Geheimnisse noch gelüftet und neue dazukommen :)  
Schwarz wie die Robe eines Assassinen ist der Himmel, am Boden räkeln sich wie Schlangen chaotische Intrigen und wachsende Feindschaften, aber es gibt auch einen großen Lichtblick von 4 kristallklaren Sternen!

Kommentare:

  1. Juhu Lizzy,
    Nun bin ich doch sehr neugierig auf deine Rezi gewesen und musste mal bei dir reinschauen. Auf jeden Fall sprichst du mit deiner Rezi aus meiner Seele. Öh, oder muss es heißen "...sprichst du mir mit deiner Rezi aus der Seele"? Wie auch immer... Ein tolles Buch, eine tolle Rezi, bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Liebe Grüße
    loralee

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    1. Ja, auf Telos Malakin-Prüfung freue ich mich auch bereits! Na, da kann ich mich ja ganz stolz fühlen, wenn meine Rezension dein Seelenleben spiegelt, ich muss wohl magische Kräfte besitzen ;)

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    2. Jaja, die verborgenen Talente! Wer weiß wozu das noch nütze ist. :-)

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