Sonntag, 12. Juni 2016

Rezension: Sardev - Der Schatten des Friedens von Klaus N. Frick (in Farbe und Bunt; Rezensionsexemplar)

Die düsterste Fantasy-Novelle, die ich je gelesen habe, ist nicht wirklich hinreißend, aber okay.

Sardev Örhuns Welt ist nach dem langen Krieg gegen Eskoh ein verwahrlostes Trümmerfeld, in dem jeder Angst hat vor der immer noch schwelenden Gewalt und Brutalität der Banden, die alles und jeden ausplündern. Nur Sardev, dessen Name fast schon Legende ist, lt sich in dem Kampf rivalisierender ,,Freiheitskämpfer" aufrecht auf den Beinen, blutbefleckt, rachezerfressen, während aus dem Süden die Befreiungsarmee des Allvölkeraufstands heranzieht ...

Diese Dark Fantasy-Novelle ist völlig ziellos und weiß selber nicht, wohin sich ihre Geschichte entwickeln soll. Ich mag es ja, wenn eine Story unvorhersehbar ist, aber es muss doch wenigstes eine Art Grundhandlung geben, wie eine Linie, an der man sich orientieren kann. Hier in ,,Sardev - Der Schatten des Friedens" von Klaus N. Frick hat sich der Plot in der Düsterheit seiner eigenen Welt verirrt - aber eventuell war das auch vom Autor gewollt.

Zuerst zum Guten: ich mag diese bildgewaltige Art, wie der Autor seine Welt beschreibt, obwohl er am Anfang extrem mit Informationen knausert und mir am Ende immer noch nicht ganz klar war, welche Völker zu welchen Fronten halten. Geheimnisse ranken sich auch um Sardev, die einzige wichtige Figur, weil alle anderen nur kurz auftauchen und dann schon wieder weg sind. Eher gesichtslose Puppen ohne viel Seelenleben, weil der schreckliche Krieg sie alle ausgehöhlt hat. Die Verzweiflung und die durchaus blutigen Kampfszenen entsprechen genau meinem Geschmack, was finstere Fantasy ausmacht: ein sanftes Gefühl des Grauens, gelandene Atmosphäre, unvergessliche Beschreibungen ...
 
Tja, und wie aus meiner Formulierung ,,zuerst zum Guten" klar geworden ist, gefällt mir an der Novelle von Klaus N. Frick vieles auch nicht sonderlich. Neue große Überschrift: SARDEV. Ihn kümmert in seinem Leben nichts mehr und er ist ebenso ziel- und hoffnungslos wie die Grundstimmung dieser Geschichte. Das einzige, was mir genau klar geworden ist, dass Sardev Rache will. Alles in der Geschichte ist blpß sein Weg auf den Trümmern der Welt, währenddessen eigentlich nichts Großartiges passiert. Die Spannung in der Geschichte war recht lose, abgesehen von den Kampfszenen. Diese sind - zugegeben - eher nach der Hack & Slay-Technik aufgebaut: einfach alle niedermetzeln und fertig. Trotzdem war es wirklich meisterhaft, dass der Autor jeden Schwerthieb präzise beschrieb.
Das offene Ende machte mich auch fertig. Zack, und schon war alles fertig und ich weiß gar nicht, was jetzt Sardev eventuell in Zukunft erwarten wird. Es gibt nicht einmal den kleinsten Hinweis, so gesehen ein trister Abschluss einer trostlosen Geschichte.

So, alles in allem, hat mir diese Novelle schon gefallen, aber auch nicht gut genug, um mich vollends zu überzeugen. Erst dauerte es, bis ich in die neue Welt reinkam, dann war das Ende viel zu schnell da und ich hatte immer noch unzählige, unbeantwortete Fragen. Mein Rezensentenschwert ist dunkelfleckig von Rost und dem Blut alten Hasses. Ich lasse es fallen, ermattet von der Finsternis von Sardevs Welt und drehe mich um, 3 blasse Sterne liegen verweht unter dem Sand der Steppen ...

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