Samstag, 4. Juni 2016

Rezension: Imperia - Im Schatten des Drachen von Laurin Dahlem (in Farbe und Bunt)

Zwei toughe Krieger, asiatische Stimmung und eine gewaltige Menge Magie machen dieses Buch absolut toll!
 
Hao kann sein Glück nicht fassen: nachdem er so viele Jahre gekämpft hat, gehört er zu den vielen jungen Männern und Frauen, die der Kaisergarde beitreten wollen, um Imperia vor den Rebellen, den Yin, zu schützen. Diese Yin stehen im Bunde mit den Elementen wie Wasser, Wind oder Feuer und gehören damit zu den mächtigsten Feinden des Kaisers und seiner Familie. In entlegenen Provinzen, zwischen den Klageschreien der einfachen Leute, bekämpfen sich die Kaisergardisten und die Yin - aber wieso? Hao fühlt mit ganzer Seele den Kaisergardisten verbunden, besonders wegen dem unnahbaren Kaisergardisten Kyu-Sung. Besonders für diesen Bastardsohn des Kaisers wachsen in ihm mehr Gefühle, als er sich offen eingestehen will. Doch als Intrigen Hao zu vernichten drohen, kann Hao nur noch ans Überleben denken in dem ewigen Streit zwischen Gardisten und Yin ...

Ich habe schon lange festgestellt, dass mir Fantasy-Bücher mit asiatischem Setting fast schon etwas mehr gefallen als ,,europäische" High Fantasy. Besonders nach der ,,Eona"-Dilogie von Allison Goodman habe ich immer wieder nach ähnlichen Büchern gesucht, mit starken Protagonisten und Drachen, gefangen zwischen kaisierlichem Prunk und bitterbösen Intrigen, zwischendurch auch ein wenig Romantik ... Ich war mir also gleich irgendwie sicher, dass ,,Imperia - Im Schatten des Drachen" von Laurin Dahlem etwas für mich sein wird.

Hao, Landadeliger und zukünftiger Gardist, habe ich richtig liebgewonnen wegen seinem rechtschaffenen Wesen, obwohl er manchmal tapsig und unsicher wie ein Welpe wird.  Er schafft es nie, ganz seine Gefühle hinterm Berg zu halten und wo keine Gerechtigkeit ist, will er sie erschaffen. Gäbe es wohl nicht Haos dreisten, scharfzüngigen Lebensgeist LiFei, wäre Hao viel ärmer dran. Die Autorin hat ihre Welt ziemlich komplex gestaltet, Ankh-Nasgath sind persönliche Lebensgeister eines jeden Menschen und durch sogenannte Siegel können die Gardisten die Nasgath ihrer Ahnen beschwören - eine ziemlich gute Idee, die mir bisher nicht begegnet ist.

Und zu Kyu-Sung ... Ich mag ihn, aber warum ähneln sich im Genre Gay Fantasy die zwei typischen Rollen so arg? Der erste ist eher wie ein scheues, unerfahrenes Landei, dem jede Beziehung durch den Lappen geht. Er ist eher einsam, bis - jetzt bitte einen lauten GONG - der mysteriöse, kaltherzige Traumtyp auftaucht. Niemand hat ihn natürlich noch nie um den kleinen Finger gewickelt, anders geht es doch gar nicht.
Verblüffend finde ich, wie die Autorin es schafft, die Luft beim ersten Treffen von Hao und Kyu-Sung knistern zu lassen. Wie geht das nur?! Sie sehen sich nur, Kyu-Sung stützt nur kurz den verwundeten Hao, dennoch liegt dann etwas Unübersehbares zwischen ihnen. Ich fand es trotzdem ziemlich realistisch, wie Hao am Anfang in Kyu-Sung nur einen Helden sieht und sich zunehmend in ihn verliebt.
Die Handlung verfolgt bis zur ersten Häfte des Buches  hauptsächlich einen Hauptstrang - Haos Einführung in die Welt der Kaisergardisten. Dann kommen die Yin ins Spiel und der ziemlich rasante, aber kaum loslassende Showdown. Ich liebe es, wie Dahlem alles genau beschreibt. Ich habe die Gassen der Hauptstadt gerochen und den zahlreichen, detailliert beschriebenen Kämpfe wie auf einer HD-Kinoleinwand zugesehen. Die Beschreibungen sind ausführlich, ohne zäh zu werden und die schlauen Gespräche waren immer flüssig zu lesen.

Schneeflocken ziehen über den Himmel, weiß wie Drachenschuppen und blass wie alte Erinnerungen. Ich ziehe mein Rezensentenschwert, löse 5 Siegel und fälle in weitschwingendem Bogen 5 brennende Sterne. Ich hoffe inzwischen mit aller Kraft, dass es noch eine Fortsetzung geben könnte.

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