Dienstag, 28. Juni 2016

Rezension: Der Game Master - Gegen die Spielregeln von James Dashner (cbt)

Spoilerwarnung (Buch 2 der Reihe!!): noch actiongeladener und atemloser als ,,Tödliches Netz"!
Ein Körper aus Fleisch und Blut, der Schmerz empfinden kann, Hunger, echte Gefühle hat - Michael kann immer noch nicht fassen, dass der hochintelligente Cyberterrorist ihn in den menschlichen Körper von Jackson Porter hochgeladen hat. Einst war Michaels ganze Existenz nur ein Programm, ein Tangent, in der virtuellen Welt des VirtNet und dem Lifeblood Deep. Bis Kaine kam und beschloss, zwischen Realität und VirtNet den Cyberkrieg zu erklären.
Michael muss sich in der neuen - echten - Welt zurechtfinden, obwohl er nie weiß, wem er wirklich vertrauen kann. Ist Agentin Weber der VirtNet-Security (VNS) wirklich auf seiner Seite, ebenso wie seine besten Freunde Bryson und Sarah? Und was will Kaine überhaupt mit seiner tödlichen Mortality Dogma? Der Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem bald keiner mehr weiß, was real und was virtuell ist. Aber spielt das eh noch eine Rolle, wenn dein ganzes Leben in verpixelte Scherben zerbricht?

Oh mein Gott, ich bin so was von gedashnert! James Dashner ist so oder so seit langer Zeit mein Lieblingsautor, wenn ich über starke Teens lesen will, die sich einer brutalen Dystopie/SciFi-Welt stellen. Die Maze Runner waren großartig, dann kam ,,Der Game Master - Tödliches Netz" raus und ich war von Anfang bis zum Ende begeistert. Michael, Sarah und Bryson sind The Terrible Trio, die sich durch das fantastische VirtNet hacken, programmieren und codieren, denn im VirtNet ist alles möglich. Halt der Traum von jedem Gamer, nicht?! 

Dashners Schreibstil ist ein Glanzbeispiel dafür, dass man ausführlich beschreiben und dabei noch gewaltige Hektik erzeugen kann, wenn die Protagonisten von Gefahr zu Gefahr geschleudert werden! Ich hätte ja nie erwartet, dass er seine bereits überladene Fantasie so gut in eine computergesteuerte Welt übertragen kann - man braucht zwar viel Fantasie, um sich herumwirbelnde Codezeilen vorzustellen oder wie sich gewisse Zonen des VirtNets in Fetzen auflösen (Kaine gibt sich viel Mühe, seine Macht zu demonstrieren.) Sogar ich hatte manchmal ein paar kleine Probleme, und das sage ich, obwohl ich ein multifunktionales Super-Ultra-Kopfkino besitze. Und das Ende ... Ich blickte es nicht durch: Weber hat Michael & Co. doch in den Lifeblood Deep geliftet und sie zerfetzten ein Gebäude in der Realität? HÄ? Inception-Gefühle kommen in mir hoch, aber James Dashner wird meine Verwirrung sicher noch im Finale der Trilogie auflösen!

Die Handlung dreht sich zwar um die Hauptachse KAINE, aber Dashner hat in jedem Kapitel eine neue, unvorhergesehene Überraschung parat. Ich hatte manchmal richtig Angst um die drei Hacker-Freunde, da ich es dem Autoren durchaus zutrauen würde, die besten Typen abzuschlachten ... Denkt nur an ,,Die Auserwählten in der Todeszone"! Auch der Konflikt Tangent-Mensch bekommt nach dem explosiven Finale eine ganz krasse Wendung, bei dir ich glatt sofort weitergelesen hätte. Schade, dass ,,Das Spiel ist aus" noch nicht erschienen ist!

Manchmal hätte ich mir mehr Tiefgang bei ein paar Charakteren gewünscht, was eigentlich nicht ganz sooo wichtig für die Handlung ist. Lieber senke ich mich in einen Coffin, schließe die Augen und lifte mich zur Müllhalde zerstörter Programme, rufe aus einem Fantasy-Game ein riesiges Schwert und köpfe schlangenartige Monster. 4 Köpfe, unscharf und sich in Codes auflösend, fliegen über einen blassen Himmel wie Sternschnuppen.

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