Dienstag, 3. Mai 2016

Rezension: Windjäger von Jim Butcher (blanvalet)

Steampunk? Ja! Katzen? Ja!! Lesenswertes Buch? Auf jeden Fall!

Der Nebel verhüllt die Oberfläche der Welt wie eine undurchdringliche Decke, in der seltsame Wesen zwischen schimmernden Netzen lauern. Diese Welt ist tödlich - und trotzdem zerbricht der Frieden der Menschen, als zwischen den Türmen wieder ein Kampf entbrennt. Albion wird von Aurora angegriffen und beide Türme rufen ihre Leute zum Kampf auf, während die adelige Gwendolyn Lancaster, ihr Cousin und Krieger Benedict und die Katzisch sprechende Bridget Tagwynn eigentlich in der Archon-Garde ausgebildet werden wollen. Kristalle gehören zu den Hauptwaffen ihres Volkes, ebenso wie mysteriöses Äther eine Waffe in den Händen der richtigen Leute ist. Eher unfreiwillig geraten die drei in eine geheime Mission, die Kapitän Grimm auferlegt wurde. Jenseits den Tunneln, Nebelbänken und den schwebenden Flotten erhebt sich nämlich eine weitere Gefahr, die mächtiger scheint als alles, was diese Welt kennt. Dies wird das Ende des Anfangs und der Anfang vom Ende sein ...
,,Windjäger" von Jim Butcher hat mich grimmig gemacht, als ich die letzte Seite erreicht habe. Ich meine, wie viele Bücher gibt es, die Reihen darstellen, aber wo erst das erste Buch erschienen ist? Nach meinem Geschmack sind es viel zu viele neue Reihen, bei denen ich sofort weiterlesen will! So auch bei diesem nebligen Fantasy-Steampunk-Buch.

Mein erstes Buch von Butcher, der sich bereits einen Namen gemacht hat in der Autorenwelt, hätte nicht besser starten können: die Vielfalt seiner beschriebenen Welt hat mich zum Lächeln gebracht. Die Menschen benutzen Kampfhandschuhe mit Kristallen, aus denen Blitze schießen und es gibt ganze Flotten von schwebenden Schiffen! Ich bin immer wieder erstaunt, was im Steampunk-Genre für Schätze lauern, denn diese Mischung aus klackernden Zahnrädern, knisternder Elektrizität und einem Hauch Fantasy-Magie begeistert mich immer wieder aufs Neue. Der Autor ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat die Story zu einer Abenteuerreise voller rasanter Spannung gemacht.

Sein Schreibstil gefällt mir sehr gut, genau wie die vielfältigen und unterschiedlichen Charaktere. Jim Butcher beschreibt gerne ausführlich, selbst wenn 's mal brenzelig wird. Dabei stoppen seine Beschreibungen nicht die Handlung, wie es manchmal vorkommt. Ich hatte vielmehr Blockbuster-Kopfkino vor Augen - mit explodierenden Schiffen und dem schrilen Geschrei von Katzen, die in den Krieg ziehen.
Gwendolyn, Benedict (in den man sich echt vergucken kann!), Bridget und Kapitän Grimm sind die wichtigsten Figuren in diesem Buch. Erst der zufällige Lauf des Schicksals schweißt sie zu einer Mannschaft zusammen, wo jeder seinen Teil erfüllt. Ich wusste nur bei Madame Cavendish nicht, ob ich sie mochte oder nicht - eigentlich verdient die Irre nicht meine Sympathie! Mit Gwen tat ich mich auch ein klein wenig schwer wegen ihrer (anfänglichen) überheblichen Art, die sie auszeichnet.

Ach ja, könnte es vielleicht sein, dass Jim Butcher ein Katzenliebhaber ist? Katzen spielen hier eine extrem wichtige Rolle, weil es sogar Kapitel gibt, die aus Kater Rowls Sicht geschrieben sind. Unterschhätzt nie den Stolz eines Katers, vergesst das nie!
Zufrieden lächelnd blicke ich in den Nebel hinaus und glaube zu sehen, wie das Blut kommender Kriege sich in Alpträumen zusammenbraut. Mein Rezensentenschwert schimmert und Ätherenergie durchzuckt die Kristalle, als ich für das letzte Urteil mein Schwert hebe und jenseits den ewigen Wolken 4 Sterne hervorpflücke.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen