Mittwoch, 25. Mai 2016

Rezension: Spook - Die Feinde des Geisterjägers von Joseph Delaney (cbj)

Das fünfte Buch dieser Reihe ist geradezu teuflisch gut und zerrte mich in die Tiefen des Zwiespalts von Gut und Böse ... 
Der Teufel ist frei und ungebunden in der Welt unterwegs, seit die vereinten Hexenclans in Pendle den Herrn der Dunkelheit gerufen haben - und der Teufel hat es in all seiner teuflischen Doppelzüngigkeit auf den 14-jährigen Tom Ward abgesehen. Tom ist bereits seit zwei Jahren der Schüler des alten Geister- und Hexenjägers, doch nun wird, wie von seiner Mutter befürchtet, das Dunkel immer mächtiger.
Nun schickt Toms Meister ihn in die Sümpfen nach Norden, wo Tom für den Kampf gegen den Teufel abgehärtet werden soll. Das Training bei seinem neuen, kaltherzigen und verbitterten Meister Arwkright ist hart, aber die teuflischen Wesen des Wassers kennen auch keine Gnade - sie dürsten nach Blut und den Schreien ihrer Opfer. Durch einen Fehler steht Tom dann allein gegenüber der Wasserhexe Morwena, einer Tochter des Teufels. Der Spook und Alice, Toms Hexenfreundin, versuchen Tom zu helfen - aber vielleicht braucht man ja das böse Dunkel, um die Finsternis zu töten?
 
,,Spook - Die Feinde des Geisterjägers" von Joseph Delaney ist das fünfte Buch einer 13-bändigen Reihe, aber im Deutschen leider der letzte Band, der übersetzt wurde. Das finde ich echt dämlich, weil die Reihe mit jedem Buch verzwickter, spannender, dunkler und gruseliger wird, ohne je nachzulassen! Wenn Tom und der Spook-Meister nur mit Silberketten und Stäben die Wesen der Finsternis ketten, bändigen und vernichten, kämpfe ich in Gedanken auch an ihrer Seite. Zwar bin ich gegenüber Alice immer noch skeptisch (was nach dem Lesen nun einen schockierenden Grund hat!), aber Tom und den alten Spook will ich nicht mehr im Stich lassen, besonders nun, wo der gigantisch Hauptkonflikt sich aus den Schatten herausschält. Dies ist das 5. Buch, also seid gewarnt, weil es hier zu Spoilern kommen könnte!

Wo die ersten 4 Bände eher Einzelabenteuer waren, um den Leser in die Welt von Geistern, Boggarts, Hexen und anderen Unwesen einzuweihen, verstehe ich jetzt, worüber es besonders Toms Mutter ständig ging: die Dunkelheit wird immer stärker, das Licht ist bedroht. Klingt einerseits ziemlich klischeehaft, wenn von Dunkelheit vs Licht die Rede ist - Delaney weiß aber, wie er dieses ausgekaute Prinzip gruselig verpacken kann. Blutgefüllte Augen, blutsaugende Monster-Insekten und schleimige Wasserleichen habe ich nämlich ganz gern, wenn ich mich Fürchten will.
Die Handlung verlief ein wenig im bekannten Spook-Schema: Lernen, Geheimnisse entdecken, Denken, Kämpfen - und hoffentlich Überleben. Eigentlich hat nur das mich gestört, weil die Handlung in gewissen Grundzügen manchmal vorhersehbar wurde. ,,Was wird Tom jetzt tun", konnte ich mich besonders am Anfang also gar nicht fragen.
 
Als richtiges Highliht würde ich Grimalkin (diese Frau kann man nicht beschreiben; sie ist unglaublich) bezeichnen, während Tom als Hauptfigur keinerlei Dynamik zeigt. Oder vielleicht doch? Mir fiel auf, dass Tom sich verändert hat. Er ist wie immer loyal, seinen Idealen treu und weiß, was richtig ist. Liegt es vielleicht an Alices offenbartem Charakter, dass er begann, irgendwie anders zu werden? Als würde das Licht seines Herzens trüber werden? Ich muss schleunigst wissen, wie es weitergeht.

Ich hebe meinen Kampfstab und lasse die Silberklinge aus dem Ende hervorschnappen, bevor die aufsteigenden Nebel des Sumpfes mich verhüllen.,,Sucht den Spook und Tom auf, wenn ihr euch gruseln wollt", verhallt meine Stimme im Nebel, wo die Vögel krächzen und Geheimnisse lauern. Nur 4 Sterne schimmern an einem dunklen, schwarzen Himmel.

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