Dienstag, 19. April 2016

Rezension: Half Lost von Sally Green (Penguin Books)

Von Anfang bis zum Ende blutrünstig, verhext, begeisternd und emotional völlig mitreißend!  
 
Mein Herz steht in Flammen, denn ich weiß einfach nicht, wie ich diese Rezension beginnen soll. Machte dieses Buch mich wütend? Ja, der Zorn sticht in jedem Satz mitten ins Herz, eiskalt und zugleich explosiv wie ein Blitz. Machte es mich traurig! Und wie, manchmal sog es mich so tief in den Abgrund der Dunkelheit, dass ich glaubte, gleich aufschreien zu müssen. Die Ungerechtigkeit, die wilden Gefühle, die Befreiung der Angst und das Töten der letzten Hoffnung - all diese Aspekte wirbeln zwischen den Seiten von "Half Lost" von Sally Green umher. Du kannst mit diesem Buch heulen, bis die Augen rot anlaufen - oder so von den atemlosen Jagden mitgerissen werden, dass alles in dir danach schreit, am liebsten etwas zu zertrümmern.
Ich habe monatelang auf dieses Buch gewartet, die Tage gezählt, das brennende Cover angestarrt und gedacht: ,,Warum dauert das so lange? Warum vergeht die Zeit  bis zum Erscheinungstermin nicht schneller?" Und jetzt, glaube ich, werde ich die emotionalste Rezension schreiben, die ich je erschaffen habe ...

Wahrscheinlich kann den Inhalt nicht richtig zusammenfassen, ohne loszuspoilern, denn das würde euch nicht nur süchtig auf diese Bücher machen, sondern wohl auch den Tag vermiesen. Klar ist, dass der Bürgerkrieg zwischen den Schwarzen und Weißen Hexen immer brutaler wird: Soul's radikaler Rat und seine Jäger versuchen alles, um die Allianz aufzuhalten - aber sie rechnen nicht ganz damit, dass Nathan vom Anti-Hero fast zum Psychopathen wird. Aber nur fast, obwohl die Gaben seines Vaters ihn zerfressen, vernichten, mächtiger machen ... Auch kann Nathan allmählich lernen, über seinen Schatten zu springen. Auch Gabriel gegenüber öffnet sich Nathan immer mehr, was mich richtig gefreut hat. Annelise wird Vergangenheit - endlich, denn für mich war sie nach ,,Half Wild" nur noch eine blöde Kuh.

Sally Greens Schreibstil ist wie immer ein Hammerschlag auf den anderen: sie hat sich nur verbessert, obwohl ich glaube, dass Nathan mehr denn je flucht. Wenn die Szenen gehetzt werden, sticht ihre typische 1-Satz-Hektik hervor.
Kapitel für Kapitel bricht der Showdown über mich herein.
Ich kann mich ihm stellen ...
Hoffe ich zumindest, Vielleicht kann ich das Finale bezwingen und nicht total aurasten.
Oder vielleicht auch nicht.  
Die Handlung nimmt in ,,Half Lost" langsamer Fahrt auf als in den Vorgängern, aber ab der 2. Hälfte kam ich kaum noch mit. Immer wieder musste ich kurz innehalten und denken, dass eine Überraschung die nächste jagt. Genau das mag ich ja an dieser Trilogie, weil ich nie wissen kann, was als nächstes geschehen wird. Wer wird sterben, wer wird wen verraten, wen wird Nathan noch abschlachten und was wird aus seinen Visionen?

Ein für alle Mal: das ist ein Buch, das jeder mindestens einmal im Leben gelesen haben muss! Manche Bücher lassen mich nie wieder los und suchen mich in meinen Gedanken heim. Wie schafft es Sally Green, so zu schreiben? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe, dass meine Lieblingsautorin Nr.1 noch viel mehr Bücher schreiben wird. 5 von 5 Sternen reichen nicht für Half Lost aus. Lasst dieses Buch nicht auf euch warten, wenn ihr die Hexenwelt selber kennenlernen wollt!
Und übrigens: wenn ich euch packen konnte, schaut gleich weiter bei Half Bad World, die offizielle Fan-Seite zu der Trilogie von Sally Green. Ihr könnt euch nicht nur testen, welcher Charakter euch ähnlich ist (bei mir kommt ständig Gabriel raus. Was mich daran erinnert, wie das Buch ausging ... Oh mein Gott, Schnief-und-Schluchz-Alarm ...)

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