Dienstag, 12. April 2016

Rezension: Adel verpflichtet - Der Agent der Krone von A. P. Glonn (in Farbe und Bunt; Rezensionsexemplar)

Steampunk, genau wie ich's mag: elegant, actionreich, verzaubernd!

Ich mag Steampunk, schmöckere jedoch selten in diesem Genre - seit diesem Buch, das mir der iFuB-Verlag überlassen hat, werde ich es sicher ändern!
Eddy Christians - ganzer Name Prinz Albert Victor Christian Edward, Enkel von Königin Viktoria und zukünftiger Kronprinz - lebt in Zeiten des großen Umbruchs. Manchmal hat Eddie aber zu viel zu tun, um zu bemerken, wie das britische Königreich wissenschaftlich und technisch erblüht. Schließlich arbeitet er als Agent der Krone, der alles tut, um das Königreich seiner Großmutter zu schützen. Das Netz der britischen Agenten reicht bis in die ganze Welt und Bedrohungen kommen von innen wie außen. Erst bekommen die Russen aus dem Zarenreich ein mächtiges Material in die Hände, stärker als Äther, und werden dafür töten, um den Mondstein zu behalten. Dann, mitten in London/ Whitechapel pflanzen irrsinnige Chirurgen Frauen sonderbare Geräte ein und ein Massenmörder namens Jack the Ripper treibt sich durch die Welt. Eddie ist bereit, jedem dieser Fälle auf die Spur zu kommen - obwohl er dabei stets die Frau oder den Mann verliert, den er zu lieben beginnt ...

,,Adel verpflichtet - Der Agent der Krone" der Autorin A. P. Glonn überbrückt die Schlucht zwischen Spionageroman und den Wundern des Steampunk-Genres der viktorianischen Zeiten. Alles, was typisch für dieses Genre ist, kommt hier vor, aber die Autorin erhöht klassische Ideen - wie z.B. das Äther - auf neue, originelle Ebenen. Dabei flechtet sie alls mit rein, was zu einer guten Story gehört: ein wenig Liebe und große Freundschaft, obwohl Eddie wirklich kein großes Glück hat, weder mit Teejay noch mit Ben. Die viktorianische Queen kommt zwar nicht sehr häufig vor (das ist wohl gut so - ihre Intelligenz hätte alle anderen mundtot gemacht!), jedoch gibt es genug politische Umwälzungen, die für das Königreich stehen. 
Eddie als Hauptfigur ist ein prächtiger Bursche - er hat, sogar wenn er in Lebensgefahr schwebt, einen Witz auf den Lippen. Manchmal ist er richtig dümmlich, aber das passt zu ihm als lieben Kerl. In vielen Büchern sind die Nebenfiguren meist nur Beiwerk, aber hier kommen selbst die flüchtigsten Bekanntschaften emotional rüber. Ich mochte alle - außer die Schurken, aber das ist ja verständlich. Auch der Schreibstil der Autorin - in den Actionszenen gehetzt, dann wieder galant - "passt" sich den Figuren an. Keine Ahnung, ob anpassen das richtige Verb dafür sein könnte. 
In seinem Umfang hätte mir das Buch ruhig dicker sein können - manchmal mag ich kurze Bücher, aber bei bestimmten schüttle ich nur den Kopf und denke: ,,Hey, komm schon, das war's? Nee oder? Is' ja fies, ich vermisse Eddie jetzt schon!" Deshalb schraube ich glühende Lämpchen an mein Rezensentenschwert und hebe es, surrend die Zahnrädchen, glühend das Äther, über den Kopf. Rasselnd und kreiselnd explodieren 5 Sterne am Himmel, während am Boden das Blut Unschuldiger Londons Pflasterstraßen benetzt ...

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