Sonntag, 6. März 2016

Rezension: Zum wilden Eck von Fritzi Sommer (Heyne)

Ein Krimi über ermittelnde Möpse auf einem Campingplatz? Wieso nicht, witzig war es allemal!

Henri findet sein Leben ganz in Ordnung - immerhin ist Frauchen Josi Hartmann nicht nur sehr nett zu ihren drei Möpsen Henri, Viktor und Wilma, sondern erbt auch den Campingplatz ,,Zum wilden Eck" ihres plötzlich verstorbenen Onkel Fritz. Henri, der schon immer eine abenteuerliche Seite in seinem Mopskörper hatte, ist völlig begeistert von der herrlichen Freiheit der Ostsee. Die verfressene Wilma ist die Schönheit der Natur eher egal und der kultivierte, alte Viktor scheint ebenso wie immer - obwohl Henri felsenfest herausfinden will, ob Fritz' Tod Mord war oder nicht. Doch dann wird Josis Campnachbarin Conny ganz plötzlich. Die bonbonbunte, optimistische Conny vergiftet! Henri, beflügelt von der Sucht nach Tatort-Sendungen, beginnt sofort zu schnüffeln, weil das eine Leiche zu viel im wilden Eck ist ...

,,Zum wilden Eck" von Fritzi Sommer ist ein Krimi aus der Sicht von unter 30 cm großen Möpsen. Obwohl ich Hunde über alles liebe, war ich am Anfang dem sommerlich bunten Buch gegenüber argwöhnisch als könne es mich beißen. Nun bin ich fertig. Was habe ich gelernt? Unterschätze niemals einen Mops, egal wie froschäugig, flachnasig oder verfressen er ist!

Dieser Krimi ist nicht durchgehend spannend wie ein Thriller, doch mit dem ersten Kapitel bereits so amüsant, dass ich - wäre ich ein Hund gewesen - wohl gewedelt hätte. Henri muss, um den Humor in der Geschichte zu finden, sich nicht bemühen, Witze zu reißen; der kleine Hund ist von sich aus ein wandelnder Scherz, ebenso auch seine zwei Mopsfreude. Ihr Humor, ihre spitzfindigen Diskussionen und ihre Weltsicht befreien von den grauen Sorgen des Alltags.

Störend fand ich jedoch, wie oft Heri ,,meine ich" benutzt, dass es fast schon zu seinem Standard-Spruch wird. Nicht wirklich störend im Lesefluss. Eher negativ auffallend, meine ich. Nicht Henri, sondern seine Floskel, meine ich. Henri ist ein toller Hund, meine ich, gar nicht negativ oder störend. Auch Josis Sturheit ging mir manchmal auf den Keks, aber das liegt eher an ihren Charaktertyp, der ziemlich wechselhaft zwischen superreicher Großstadt-Anwältin und naturbezogenen Camperin pendelt.
Alles in allem ist auf den 365 Seiten von ,,Zum wilden Eck" tierischer Lesespaß niedergeschrieben, bei dem kein Lachmuskel unbewegt bleibt. Wer sich nach diesem Mops-Krimi keinen Hund wünscht, wird nie verstehen, wie genial die besten Freunde des Menschen sein können.

Kommentare:

  1. Hallo Julia,

    mir hat der Mops-Krimi ebenfalls gut gefallen. Ich fand den Humor einfach herrlich und hatte richtig Spaß mit Henri und Co. Freue mich schon auf den nächsten "Fall".

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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    1. Werden da also noch mehr Bücher kommen? Das wäre wirklich schön, wenn die Autorin noch ein Abenteuer für Henri ausdenken wird!

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