Dienstag, 1. März 2016

Rezension: Rauklands Sohn von Jordis Lank (Verlagshaus el Gato; Rezensionsexemplar)

Freundschaft und Treue schneiden tiefer in deine Persönlichkeit als Schwerter ... 
Vielen Dank an die Autorin und el Gato, dass sie mir das Rezenensionsexemler angeboten haben!
 
Ronan ist der rechtmäßige Prinz von Raukland, einem Land, das ebenso kaltherzig ist wie dessen König Azel Carinn. Dessen gefühlsarme Erbe fließt auch in Ronan, der nur Liebe zu seinem Schwert kennt. Doch Ronans sturer Ungehorsam gegenüber seinem brutalen Vater, nachdem Ronan einer unverzeihlichen Falle einer militärischen Feindes erlegen ist, bringt ihm weit mehr ein als brennende, die Haut zerreißende Peitschenhiebe. Um die Gunst seines Vaters zurückzuerlangen, muss Ronan während einer Art Verbannung die kleine Insel Lannoch für sich gewinnen, wo alte Traditionen Ronan zwingen, für König Merin von Lannoch mehrere Aufgaben zu erfüllen. Erst dann wird sich Ronan würdig erweisen, die Krone von Lannoch an sich zu reißen, doch die Reise in den Norden verändert Ronan mehr, als er je ahnen konnte ...
Ronan stellt fest, dass es mehr Freuden im Leben gibt als Schwert und Kampf, als er zu Beginn im beinah ertrunkenen Liam den ersten Freund seines Lebens findet. Während Ronan auch für Eila, die Enkelin Merins, etwas zu empfinden beginnt, muss er erfahren, dass er die Macht über sein eigenes Leben zu verlieren droht ...

,,Rauklands Sohn" ist das erste Buch der Raukland-Trilogie von Jordis Lank, wo mich bereits bei der Leseprobe die Atmosphäre um die Geschichte von Ronan Carinn gefesselt hat.Tatsächlich gleicht dieses Buch eigentlich keinem anderen High Fantasy-Buch, das ich bisher gelesen habe. Ronans Jahr auf Lannoch mag zu Anfang wie etwas ,,Alltägliches" klingen, aber ich schwöre euch: das ist es nicht!

Der Schreibstil der Autorin ist klar, anschaulich und wegen den lebhaft ausgestalteten Dialogen und den mitreißenden Geschehnissen flüssig zu lesen. Ganz großer Lob gilt dabei der Art, mit der Lank die Kämpfe beschreibt; Ronan ist in diesem Buch kein nüchterner Schwertkämpfer, sonern ein charismatischer, ruppiger und genialer Charakter, der eher mit seinem Schwert tanzt als kämpft. Wichtig in der Handlung ist besonders, wie sich Ronans Charakter nach und nach verändert, die Schneide seiner kühlen Feindseligkeit wird stumpfer. Dabei wird er noch sympathischer - obwohl ich ihn von Anfang an gern hatte, ihn und Liam und Eila und alle anderen, vielschichtigen Charaktere. 

Die Story, die zum Ende hin schärfer und gefährlich spannend wird, warf in mir zum Schluss viele Fragen auf. Neue Probleme tauchen auf, die ich mir am Anfang der Geschichte gar nicht ausmalen konnte, doch was wird weitergeschehen? Besonders nach den Enthüllungen? Ich kann es mir nicht vorstellen, werde es aber hoffentlich früh genug in ,,Rauklands Blut" herausfinden.

Der Sand und die Steine knirschen unter meinen Sohlen, die Möwen Lannochs kreischen und hinten am Horizont rieche ich Intrigen heraufziehen. Sonnenlicht gleißt auf der Klinge meines Rezensentenschwertes auf, mit dem ich mein letztes Urteil von 5 feurigen Sternen erstrahlen lasse.

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