Mittwoch, 23. März 2016

Rezension: Rauklands Schwert von Jordis Lank (Verlagshaus el Gato; Rezensionsexemplar)

Ein mutiger Mann, der nicht mehr der Kronprinz sein kann, ist dennoch der wahre König ... Ich liebe Raukland!

Ich bin wieder einmal dankbar für das Rezensionsexemplar der lieben Jordis, aber ich will am liebsten nicht wahrhaben, dass dies mein letztes Abenteuer in dieser Trilogie war. Ich will mehr!
 
Ronan ist, nachdem sein grausamer Halbbruder Broghan auf dem Thron sitzt und Raukland dem Untergang in Hunger und Elend geweiht ist, nach Lannoch geflohen. Seine Heimat liegt weit hinter ihm, aber obwohl er nur noch ein gewöhnlicher Mann ist und nicht um den Thron kämpfen will, kann er es nicht verkraften, Raukland untergehen zu sehen. Broghan will nicht nur Ronan leiden sehen, sondern auch jene, die Ronan ins Herz geschlossen hat. Und was wiederum entfacht in Ronan den heftigen Wunsch, mit Stahl und mutigen Überlegungen für Gerechtigkeit in Raukland zu sorgen. Nicht nur Eila, Lannochs Prinzessin, will ihm dabei zur Seite stehen, sondern auch das einfache Volk. Denn nur ein König, der bereit ist wie ein Greifvogel auf seine Feinde herabzustürzen, ist ein König, der Raukland auf neue Pfade führen kann ...
,,Rauklands Schwert" von Jordis Lank ist ... keine Ahnung, ich kenne kein richtiges Wort. ,,Grandios" trifft es nicht richtig, denn alles, was ich in den anderen Raukland-Büchern gemocht habe, hat die Autorin so arg verstärkt, dass ich mir manchmal unsicher war, ob ich jetzt mit den Figuren mitlachen oder mitweinen soll. Und Gismo ... Oh Gott, als Gismo an Broghans Grausamkeit glauben musste und Ronan dem schwarzen Hengst den Gnadentod gönnte ... Verflucht, ich hätte beinah aufgeschnieft. Ehrlich! Das ist grausamer gewesen als George R. R. Martin, der ja - wie bekannt - nie zögert, wenn es darum geht, seine eigenen Figuren abzuschlachten.

Die Schreibweise der Autorin ist wie die Strömung eines Flusses: klar und mitreißend. Auch die Handlung im finalen Buch der Trilogie ist eine krachende Flut, wo es Auf und Ab geht, weil die Figuren (allesamt wie immer lebendig wie echte Menschen) nicht nur vom Erfolg kosten dürfen, sondern regelmäßig erleiden müssen, wie hart der Aufstand gegen einen hasszermürbten König ist. Sogar Broghan wurde etwas menschlicher - blieb aber trotztdem für mich ein Milchgesicht-Rabenhaar-Monster. Ronan hat seit dem ersten Buch eine ziemliche Entwicklung bezüglich seines Charakters gemacht - vom ungezähmten raukländischen Krieger zum ,,wahren König". Mit dem Finale, welches mein Herz mal zum Stocken oder rasantem Schlagen brachte, freute ich mich einerseits so sehr mit all meinen Helden, aber ... ich will Raukland nicht verlassen! Die Art des Schreibens, mit der die Autorin Bilder vor den Augen zaubern kann, sodass man sogar die Schwerter klirren zu hören glaubt, werde ich in Zukunft vermissen, ebenso Ronan, Liam, Eila und ganz besonders Hannah. Hannah als blinde, angentische Prinzessin beweist ungeheuren Mut in ,,Rauklands Schwert."

Mein Rezensentschwert ist nach all diesen Abenteuern schartig, die Klinge zerkratzt. Doch für die neue Zukunft von Raukland werden wir keinen Stahl mehr brauchen - jetzt gilt der Frieden. Warm weht der Wind und trägt die salzige Luft des Meeres mit sich und ich lasse 5 mit Sternenmustern bedeckte Bussardfedern tanzend und gaukelnd vom Wind forttragen.

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