Donnerstag, 10. März 2016

Rezension: Rauklands Blut von Jordis Lank (Verlagshaus el Gato; Rezensionsexemplar)

Alles, was du warst, von einem Geheimnis vernichtet... Aufregende Fortsetzung von Rauklands Sohn!

Ronan ist nach Fehdorn Ghan, der Hauptstadt Rauklands zurückgekehrt. Er hat nicht nur Siege errungen - wie den Besitz von Lannoch und die Liebe von Prinzessin Eila -, sondern seinen grausamsten Feind zurück zu dessen Wurzeln gebracht. Broghan ist der älteste Sohn vom raukländischen König Azel Carinn, der in Ronan und Broghan würdige Nachfolger für den Thron sieht. Zwischen den Brüdern entbrennt tiefster, rachsüchtiger Hass, der aus verborgenen Intrigen und unverhehlter Abscheu gewoben ist. Gleichzeitig, während Ronan mit seinen zornerfüllten Gefühlen kämpfen muss, droht auch an den Grenzen zum Königreich Angent ein Krieg, der vielleicht dadurch beendet werden kann, wenn der neue König Rauklands die angentische, blinde Prinzessin Hannah ehelichen wird. Ronan hat es satt, sich ständig dem Willen anderer zu beugen - er will frei sein! Doch die Fesseln des alten Königshauses, die Ronan umgelegt sind, kann er nicht lösen. Und als Broghan ein schreckliches Geheimnis entdeckt, weiß Ronan nicht mehr, wie sein Leben weitergehen soll ...

,,Rauklands Blut" bildet die Mitte der Raukland-Trilogie von Jordis Lank, der ich wieder das Rezensionsexemplar zu verdanken habe. Und wieder einmal - das hat mich nicht wirklich überrascht nach dem ersten Buch ,,Rauklands Sohn" - bin ich begeistert davon, wie dicht die Atmosphäre in diesem Buch ist! 
Dafür braucht die Autorin keine kapitellangen Schlachten mit viel Gemetzel und Blutvergießen (obwohl es das natürlich auch gibt - manchmal sogar so viel und herrlich beschrieben, dass es einen fast schon erfreut, selber eine Gänsehaut zu verspüren), damit Spannung entsteht. Es ist eher so, dass Lank besonders durch die Gefühle ihrer Hauptfigur Ronan-Er-ist-so-ein-toller-starker-mutiger-Typ den Leser in den Bann des rauen Landes Raukland schlägt. Manchmal ist man mit ihm wütend auf alle anderen Charaktere, manchmal ist es richtig rührend, wie er mit dem liebenswerten Hengst Gismo umgeht.

Was die Figuren angeht, war mir Eila jetzt eine schiefe, verzerrte Note in der gesamten Sinfonie. Zuerst hatte ich sie ganz gern, weil sie eine schlaue, stets besonnene Prinzessin ist. Kaum betritt sie Rauklands Boden, benimmt sie sich oft sehr naiv, sodass ich glaubte, sie habe ihren alten Charakter vergessen. Manche ihrer Handlungen sind zwar nett auf eine idealistische Idee, aber passen gar nicht zu Raukland. Woher sie diese Naivität hat, kann ich nicht begreifen.

Im Vordergrund steht eindeutig die Rivalität zwischen Broghan und Ronan, die sich manchmal in ihrer Sturheit ähnlich sind, aber ansonsten nicht unterschiedlicher sein könnten. Letzteres liegt auch daran, dass zum Schluss etwas klar wird, was ich mir nie hätte vorstellen können. Meine Gedanken waren an der Stelle: ,,Ehrlich? Die ganze Zeit über?! Wow, wer hätte das gedacht ..." Immer, wenn ich glaubte, die krassesten Wendungen überstanden zu haben, hatte die Autorin neben ihrem wunderbaren Schreibstil noch ein Ass im Ärmel stecken, um ganz Raukland einmal kräftig durchzuschütteln.

Es wird Zeit zu erfahren, wie Ronan diesem Mistkerl namens Broghan alles heimzahlen wird. Ich halte, halb noch in Schockstarre wegen den Enthüllungen, mein Rezensentenschwert dicht vor mir, grün schimmert der Wald im Sonnenlicht und irgendwo hinter dem Horizont scheint Raukland in Flammen zu stehen, Flammen, die aus Broghans endloser Gemeinheit herauslodern. 4 Sterne funkeln auf dem silbernen, blutbesprenkelten Metall des Schwertes auf, in Erinnerung an beinah vergessene Bluteide ...

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