Donnerstag, 17. März 2016

Rezension: Das Duell der Prinzen von C. S. Pacat (Heyne)

Das ist nicht nur ,,Gay Fantasy", sondern mehr ein intelligentes Fantasy-Buch über Politik und Strategie!
 
Längst nicht mehr ist Damianos der Kronprinz vo Akielos, sondern unter dem Namen Damen der Sklave des veretischen Kronprinzen Laurent, der ebenso intelligent wie unberechenbar das ganze Leben wie ein politisches Schachspiel betrachtet. Damen, einst verraten und versklavt, reitet nun mit Laurent in die Schlacht nach Süden und muss sich in einer Kompanie befehlstreuer Männer im Schatten des gefühlskalten Laurent zurechtfinden. Damen und Laurent glauben, im anderen einen militärischen Verbündeten zu sehen, doch Laurent weiß nicht, dass Damen Lauronts geliebten Bruder getötet hat. Die Feinde des von Intrigen zerrütteten Vere sind überall und warten nicht auf dem Schlachtfeld, sodass sich Damen und Laurent einem politischen Machtspiel nach dem anderen ausweichen müssen, mal mit dem Schwert oder gewieften Diskussionen. Dabei wird Damen unangenehm klar, dass er für Laurent alles tun würde - aber wie soll Damen die drohenden Kämpfe und die Fallen der Verräter heil überleben?

Von ,,Der verschollene Prinz" war ich weniger begeistert, hauptsächlich nur wegen dem plumpen Schreibstil und der einseitigen Art in Vere, wo sich scheinbar alles nur um Sex und Politik drehte. Doch weil die Autorin C. S. Pacat mit einem offenen Ende eine Wendung in der Geschichte versprach, wurde ich von meiner Hoffnung gelockt, dass es in dieser Fantasy-Welt auch um schlaue, strategische Pläne und den Thronkampf gehen könnte. Dass Damen und Laurent sich dabei verlieben, war eigentlich gar nicht störend. Und nun in ,,Das Duell der Prinzen" war ich wirklich baff, wie gut die Story geworden ist!

Im ersten Buch der Captive Prince-Reihe wirkte alles am Schreibstil ungehobelt, ebenso auch die Charaktere und die präsentierte Welt. in ,,Das Duell der Prinzen" wird nun bewiesen, dass das als Gay Fantasy-bezeichnete Buch vielmehr ein großer Schlacht- und Strategieplan ist, bei dem der Leser mitdenken kann. Mir hat es richtig Spaß gemacht, Laurents scharfsinnige Überlegungen zu verfolgen und er verliert um 50 % sogar etwas von seiner eiskalten Arroganz, die ihn am Anfang so unsympathisch gemacht hat. Auch die anderen Charaktere und beiläufige Nebenfiguren haben alle eine feste Rolle und handeln völlig nachvollziehbar, wenn es entweder darum geht, dem anderen das Schwert durch die Kehle zu bohren oder die Liebe zu gestehen. Dabei fällt auf, dass eigentlich nur Männer sich in ,,Das Duell der Prinzen" lieben - aber so krass lief es nun auch wieder nicht zu. Erst gegen Schluss.

Die Entwicklung der Charaktere ist auch zu einem Pluspunkt geworden, allerdings störte mich immer wieder, dass C. S. Pacat eine totale Vorliebe für die Redewendung ,,mit den Blicken festhalten" hat. Und so, wie sie wohl auf jeder Seite Laurents Aussehen beschrieb, kann ich fast glauben, sie hätte sich in ihre eigene Schöpfung verliebt. Damen dagegen behält sein Image als Holzkopf, was ihn genau deswegen sympathisch macht.

Jetzt bin ich besonders gespannt auf ,,King's Rising" und ob das letzte Buch der Trilogie überhaupt auf Deutsch rauskommen wird. Freuen würde es mich. Ich ziehe die Klinge meines Rezensentenschwertes, mit goldenem und geriffelten Griff, hervor und starre gleichmütig auf die widerlichen Verräter herab, bevor ich betont distanziert und mit kühlen Blicken die Fahne von Vere betrachte, nachsinnend über die Zukunft von Laurent und Damen. 4 Sterne, eisblau und goldenschimmernd, prangen auf dieser im peitschenden Wind knatternden Fahne.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen