Donnerstag, 31. März 2016

Lesemonat: Rückblick März 2016 - Tiere, Intrigen und Fantasy-Helden

Nachdem der März doch eher etwas mies begonnen hat, klingt er in einem hellen Sonnenschein ab, da der Frühling zu 100 Prozent auf der Türschwelle steht.
Ganz wichtig ist dabei, dass der März von Anfang bis zum Ende für mich eine Bescherung von Rezensionsexemplaren geworden ist  - und das allerbeste: am 29. März ist - omg3 - endlich ,,Half Lost" rausgekommen! Ich spüre immer noch die totale Aufregung darüber im Blut und sobald ich das gelesen habe, wird hundertrprozentig eine Rezension kommen. Zuerst schaue ich aber zurück, was ich im März alles verschlungen habe.
 
Insgesamt gelesen: 11 Bücher
26. ,,Rauklands Sohn" von Jordis Lank (hier rezensiert): was Rezensionsexemplare angeht, war der März ein voller Erfolg für mich, da mir Jordis Lank mit ihrem Verlag el Gato ein High Fantasy-Buch angeboten hat, das ganz genau meinen Geschmack traf! Der mittelalterliche Flair der Raukland-Trilogie trifft genau meinen Geschmack und die gefühlvolle Story mit ihren unverwechselbaren Charakteren ist manchmal ebenso ergreifend wie atemberaubend. Ronan ist ein fabelhafter Schwertkämpfer, den am besten jeder Fantasy-Leser kennenlernen sollte.
27. ,,Zum wilden Eck" von Fritzi Sommer (hier rezensiert): ich habe tatsächlich einen Mops-Krimi gelesen! Als ich das Buch frisch aus seinem Karton hob, war ich am Anfang doch etwas misstrauisch und betrachtete argwöhnisch das sommerlich bunte Cover. Ich liebe Hunde, aber ermittelnde Möpse? Wieso nicht, immerhin habe ich auch ,,Glennkill" gelesen und wurde von den Schafen gut unterhalten. Also überwand ich meine Scheu - und war Feuer und Flamme für den nach Tatort-Sendungen süchtigen Mops Henri.

28. ,,Die Erben der alten Zeit - Der Thul" von Marita Sydow Hamann: seit ich das erste Buch ,,Das Amulett" dieser Trilogie gelesen habe, ist inzwischen mehr als 1 Jahr vergangen, weshalb ich es schwer hatte, mich in die Geschichte wieder einzuschleichen: Kurz die Story: Charlie hat das Gift des bösen Magiers Oden überlebt, doch trotzdem das Amulett verloren, mit dem sie durch den Nebel zwischen die Welten reisen konnte. Nun ist Oden noch machthungriger als je und nur Charlie und ihre wenigen Verbündeten können ihn dabei aufhalten, jetzt auch noch die Welt der Menschen - Mannaheim - zu versklaven.

Jetzt fand ich aber den davor so unterhaltsamen Schreibstil der Autorin zäh und meine Lieblingsfigur, Biarn, war nur noch ein blasser Schatten im Hintergrund. Manche Aspekte der Handlung schienen mir irgendwie ,,erzwungen", besonders, weil sie sich so oft verplappern und ihre ganze Mission preisgeben. Außerdem versteht man nie, warum Oden eigentlich die ganze Welt versklaven will. Es gibt nur Gut und Böse und keine richtigen Beweggründe. Nichtsdestotrotz war ich gerne wieder in Charlies ständig neu überraschender Welt, obwohl ich viel mehr erwartet habe.

29 ,,Rauklands Blut" von Jordis Lank (hier rezensiert): schnurstracks ging es für mich zurück nach Raukland, weil mir die Autorin auch noch das zweite Buch der Raukland-Reihe anbot. Jetzt stehen sich Ronan und Broghan, beides Erben des raukländischen Throns, verfeindet gegenüber. Ich glaube, das war die heftigste Fehde unter Brüdern, die mir je in Büchern begegnet ist. Actionreich, wieder gefühlvoll und so detailliert geschrieben als wäre es eher ein Film, der vor meinen Augen ablaufen würde - all dies trifft auf dieses Buch zu.
Außerdem konnte ich mit diesem Buch meine 5. Aufgabe für WMHF-Challenge abhacken, da es hier eine brutale Wendung hinsichtlicht Ronans Herkunft gibt.
 
30. ,,Tarean - Erbe der Kristalldrachen" von Bernd Perplies: eigentlich habe ich gedacht, dass mit ,,Sohn des Fluchbringers" jeder Konflikt mit Calvas und den Dunkelreichen beendet wäre, aber der Autor hat mich mit der Wucht eines riesigen Drachen überrascht, was er weiter für eine Geschichte gewoben hat! Obwohl Tarean sich immer noch so naiv seinen monströsen Feinden vor die Schnauzen wirft und dabei manchmal sehr pathosreiche Guter-Protagonist-Phrasen von sich gibt, habe ich bei der Rückkehr der Kristalldrachen pausenlos mitgefiebert - und getrauert ...

31. ,,Farm der Tiere" von George Orwell: nach diesem Klassiker-Kurzroman war ich frustriert. Darüber, wie ähnlich die heutige Gesellschaft den Schweinen ist und wie schnell aus guten Ideen das schlimmste wieder rauskommen kann. Dieses Buch sollte eine allgemeine Pflichtlektüre werden. Obwohl ich ja ansonsten Klassikern etwas abgeneigt bin, hat mich dieses Buch wegen seiner brennenden Aktualität bis zum Schluss entsetzt und zum Nachdenken gebracht.

32. ,,Der Weg des Helden" von David Gemmell: Der inzwischen verstorbene Gemmell war früher ein großer Meister der High Fantasy. Letzten Sommer bin ich dank ,,Ritter dunklen Rufs" auf ihn gestoßen und würdige seitdem seine Storys mit großem Respekt.
Hier in ,,Der Weg des Helden" beginnt alles damit, dass gewaltige Eismassen die herrliche, über 2000 Jahre alte Stadt Parapolis des Avatar-Imperiums überdecken und ihre Energiequellen beinah auslöschen. Talaban, ein Krieger, ist zu Beginn nur auf der Suche nach Wegen, die Energie der Pyramiden zu erwecken, aber er - und ich - ahnten nie, wohin uns das führen würde ...
Gemmell liebte es, alles klar und lang zu beschreiben. Auf den ersten Seiten fand ich das noch etwas zäh, aber jetzt muss ich über diese Dummheit lachen. Dieses Buch hat in seiner Neuauflage nicht nur ein mystisches Cover, sondern entführt in ganz neue Universen und besticht durch seine vielen Wendungen und klar gezeichneten Charakteren.

33. ,,Das Duell der Prinzen" von C. S. Pacat (hier rezensiert): das erste Buch der Captive Prince-Reihe aus Australien fand ich weniger als mittelmäßig - hauptsächlich nur wegen dem Schreibstil und das erst zum Schluss hin die großen, versprochenen Intrigen und politische Taktiken begannen. Davor eigentlich nur Damen, der sich in Vere als Leibsklave herumschleppt, mehr auch nicht. Aber da das Ende mich neugierig gemacht hat, freute ich mich irgendwie ja schon beim Beginn von ,,Das Duell der Prinzen".
Denn - endlich gibt es wahre Action! Verfolgungsjagden und intelligente, militärische Diskussionen über das Schicksal von Vere sind hier sehr unterhaltsam, weil die Autorin um ein Tausendes ihren Schreibstil verbessert hat. 

34. ,,Rauklands Schwert" von Jordis Lank (hier rezensiert): ich glaube, zu meiner derzeitigen, absoluten Lieblingstrilogie muss ich nicht noch mehr schreiben, oder?

35. ,,Erebos" von Ursula Poznanski: die Wirkungen von Gamersucht ist für mich faszinierend - wie für die Betroffenen Realität und virtuelle Welt ineinander verschmelzen ... In diesem Thriller wird aber aus dem Spiel und der Realität eins, nachdem Nick auch der dubiosen DVD mit dem Namen ,,Erebos" erliegt und wegen der packenden, thrillerhaften Story bin auch ich nach Erebos geradezu süchtig geworden :) Dieses Buch sollte, wie auch bei Zigaretten, ein Warnschild tragen: ,,Achtung, das Lesen dieses Buches macht süchtig! Lesen nur auf eigene Gefahr, da man sonst nicht mehr aufhören kann!"

36. ,,Sherman's End" von C. R. Schmidt (hier rezensiert): Witzig, abenteuerlich, dystopisch, hart und zugleich mit einer lockeren Stimmung zwischen schrägen Charakteren: das ist dieses Buch! Wenn ihr Zombies, Mutanten, Roadtrips und eine verrückte Bande treffen wollt, dann solltet ihr am besten auch nach Sherman's End reisen.

Kommentare:

  1. Huhu Julia,

    das waren viele Bücher! Respekt!
    ich komme bei weitem nicht auf so viele.

    Aber in vor allem einem Buch muss ich dir absolut zustimmen: "Die Farm der Tiere" von George Orwell.
    Gerade habe ich "1984" beendet, was ebenfalls sehr ähnliche Züge gegenüber unserer heutigen westlichen, der ehemaligen sowejetischen, aber auch einer eventuellen zukünftigen Gesellschaft darstellt. Nur ist dieses Buch noch frustrierender :o

    Hab einen schönen Frühlingsbeginn und viel Erfolg und Spaß bei den Büchern des nächsten Monats :-)

    Liebe Grüße
    Alex

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    1. Hey Alex,

      Orwells weitere Werke will ich mir nach ,,Farm der Tiere" genauer anschauen, allerdings frage ich mich, wie frustriert ich dann nach 1984 sein werde, wenn die Tierfarm mich bereit deprimierte ;)
      Allerdings haben Bücher dieser Art doch auch was Gutes, nicht? Sie bringen uns dazu, genauer nachzudenken - manchmal kann man wirklich etwas aus Büchern lernen!

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  2. Hey,
    Du hast ja total viel geschafft.
    Erebos ist toll. Hast du schon Saeculum gelesen? Das ist auch von Ursula Poznanski. Es liegt auf meinem SuB :/
    Einen hübschen Blog hast du, bleibe gleich mal Leserin.

    LG Liv

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    1. Hallo Liv,

      danke für dein Lob :)

      Erebos ist mein erstes Buch von Ursula Poznanski, aber ich habe in letzter Zeit immer wieder auf andere ihrer Bücher ein Auge geworfen. Zu Saeculum habe ich mir gerade ein paar Rezensionen angeschaut - LARP finde ich richtig cool und Jugendthriller erst recht. Jetzt habe ich wegen dir einen neuen Kandidaten auf meiner Wunschliste *grins*

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