Sonntag, 10. Januar 2016

Rezension: Drachenstern-Gewandelt von Mary Janice Davidson & Anthony Alongi (Egmont INK)

Handlung und Protagonistin: geht so. Ansonsten drachenmagische Unterhaltung für zwischendurch

Die 14-jährige Jennifer Scales kommt sich eigentlich vor wie ein normales Mädchen, bis sie sich in einer vom Sichelmond beschienenen Nacht mit ihren Freunden Susan, Eddi und dem neuen Skip trifft. Alles ein normales, amerikanisches Mädchenleben, denkt Jennifer, bis sie die Wahrheit über sich und ihre Familie erfährt.
Plötzlich überrollen Jennifer heftige Schmerzen und sie verwandelt sich in einen blauen, geflügelten Werdrachen! Jennifer kommt hinter das Geheimnis ihrer Familie, wo auch ihr Vater Jonathan und ihr Großvater Crawford. Jennifers Eltern fahren sie zu der Farm ihres Großvaters, wo sie zusammen mit anderen Werdrachen ihre neuen, besonderen Fähigkeiten erprobt, zumal sie sich jetzt bei jedem Sichelmond in einen Drachen verwandeln wird. Aber die Werdrachen sind nicht die einzigen Gestaltwandler auf der Welt und eine Gruppe davon setzt alles daran, die Macht der starken Werdrachen zu brechen ...
Ich gebe es zu: ich wollte ,,Drachenstern-Gewandelt" von Mary Janoce Davidson (und von ihrem Co-Autor und Ehemann Antony Alongi) unbedingt wegen dem Cover haben! Meine Lieblingsfarben, vereint in Drache-Mond-Symbolik und einfach nur mit ,,Wow!" zu beschreiben. Dementsprechend war ich etwas überrascht darüber, dass das Buch gar nicht dick ist, aber die Erklärung hierfür liegt in der Handlung: die Handlung ist relativ einfach. Normales Tennie-Mädchen entdeckt plötzlich ihre verborgenen Kräfte, und natürlich sind die Feinde süchtig nach dunklen Mächten und kennen nichts außer typischer Schwarz-Weiß-Malerei. Der ,,Bösewicht" kommt mit diesem klischeehaften Verhalten des bösen Typens, das ich beinahe wie eine alte Großmutter die Hände zusammenschlug und sagte: ,,Nein, wie drollig und putzig!"

Der Schreibstil ist sehr schlicht - passt sich also der Zielgruppe an, wie man denken könnte, aber ich bin eher etwas verwirrt. Ich bin 16, gehöre also zur perfekten Zielgruppe, finde aber, dass allem im Buch etwas Schwung fehlt. Bin ich zu anspruchsvoll? Vielleicht ja, denn Jennifer kam mir eher vor wie eine 8-jährige, die trotzig mit dem Fuß aufstampft und quengelt, dass sie nicht bekommt, was sie will.
Jennifer Scales ist witzig, aber ihr Verhalten einfach unüberlegt, zickig und naiv; sie überlegt nie, was sie tut und stürzt sich mit extrem naiven Heldenmut in die Gefahr, welche aber sehr schnell wieder abflaut. Die Figur, die ich am besten fand, ist immer noch Jennifers Vater, Jonathan. 

Die Idee der Werdrachen, die abhängig vom Mond sich verwandeln, ist sehr originell und die Geschichten über ihre Ursprünge sehr ausführlich. Mary-Janice Davidson beschreibt detailliert die Anatomie der Drachen, dass ich eher glaubte, ein Modell eines Drachen in den Händen zu halten, da ich mir alles vorstellen konnte.

Wie ihr seht, wurde ich von diesem dünnen Buch gut unterhalten, aber mir fehlte viel an dieser einseitigen Handlung, die keinerlei Verdrehungen, Überraschungen, Intrigen oder Komplotte enthält. Man ahnt, wie es ausgeht, fiebert aber trotzdem mit Jennifer mit und verfolgt gespannt, wie ihre Entwicklung zum Werdrachen vorangeht. Somit lasse ich mein dunkles, alles Licht aufsaugende Rezensenten-Schwert schwingen, nachdem die schwarzen Spinnen sich wieder verkrochen haben, damit 3 stahlblaue, brennende Sterne den Himmel über Winoka erleuchten.

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