Freitag, 18. Dezember 2015

Tiere/ Kaninchen: Die Vergesellschaftung von Hasi & Mascha

Letztes Wochenende habe ich meine Kaninchenmädchen Hasi und Masha (beide unter einem Jahr) in ihrem neuen Freigehege zusammen gebracht. Kurz gesagt: beide Kaninchen wurden (erfolgreich!) vergesellschaftet. 

Was genau umfasst die Vergesellschaftung unter fremden Kaninchen? Kaninchen dürfen nicht allein gehalten werden - egal, wie gut ihr Mensch sie umsorgt und liebt, jedes Langohr braucht einen (oder mehrere Artgenossen). Bevor man aber eine Gruppe Kaninchen fröhlich gemeinsam herumhoppeln sehen kann, muss man die Kaninchen auf neutralem Gebiet aussetzen. Dieses Gebiet darf nicht zu klein und nicht zu groß sein. Anschließend beginnen die Kaninchenkämpfe - bisschen Fell ausreißen, sich einander zu Boden schmeißen und gegenseitiges Berammeln. Diese erste Vergesellschaftung sieht für den Besitzer immer sehr schlimm aus. Aber: Nie eingreifen, erst einschreiten, wenn direkt große Wunden zu sehen sind! Ruhe bewahren und die Kaninchen selber die Rangordnung klären lassen!
Hier mal allgemeine Partnerwahl, wenn man zwei Kaninchen in einer Kleingruppe halten will:
  • Weibchen + kastriertes Männchen - allgemein beste Kombination
  • Weibchen + Rammler (also unkastriert) - geht, ist aber sehr problematisch. Die Gefahr eines dauerschwangeren Weibchens ist zu groß und Stress für sie und ihn. Außerdem: es gibt bereits eine Überpopulation der Kaninchen und so viele von diesen kleinen Wackelnasen und Langohren sitzen unglücklich in Tierheimen.
  • Weibchen + Weibchen - geht, aber man braucht viel Platz, sodass jede mehr als genügend Freiraum hat. Ein kastriertes Männchen in der Gruppe beseitigt im Notfall Streitereien zwischen zwei Weibchen
  • Rammler + Rammler - Finger davon lassen. Zwei kastrierte Männchen sind ein besseres Duo. Übrigens: selbst nach der Kastration bleibt ein Kaninchen-Mann noch ca. 6 Wochen zeugungsfähig, deswegen soll man ihn nach der Operation nicht sofort zu Artgenossinnen setzen!
Ein bisschen war ich vor der Vergesellschaftung schon aufgeregt, denn ich konnte kaum vorhersehen, wie Hasi und Masha (beides Weibchen) reagieren würden. Kaum rochen sie einander, gerieten sie sich auch schon in die Haare und fingen an, sich wild zu jagen. Schließlich dominierte Hasi - die größere und jüngere - Masha und anscheinend kehrte Frieden ein. Nur, um nichts zu riskieren, trennten wir sie für die Nacht wieder. Masha war sehr eingeschüchtert von Hasi und kam kaum aus ihrem Stampfen mit den Hinterpfoten (Angstzeichen und Stressabbau) raus.

Masha war zuerst noch sehr zaghaft, weil Hasi am zweiten Tag sofort auf Masha zurannte, um sie zum Spielen aufzufordern. Ungefähr so:
Hasi denkt: ,,Ja, eine Artgenossin! Lass uns spielen! Los, komm schon, mach mit!"
Masha denkt im Wegrennen: ,,Hilfe! Ich werde von einer Wilden umkreist und gejagt! Ich muss fliehen!"
Dieses Fluchtverhalten interpretierte Hasi in den ersten Tagen als Aufforderung zum Fangespiel, zum ersten Schrecken von Masha
Mascha in entspannter Haltung ...
 ... und Hasi ...
Diechsten Tage grauten an - und ich bin baff darüber, wie schnell die beiden zu sozialen Kameradinnen geworden sind. Sie essen zusammen, ohne dass es zu Futterneid kommt. Sie spielen gemeinsam. Beide liegen gerne angekuschelt in einer Ecke ihres Freilaufes und lecken sich gegenseitig Ohren, Nacken und Stirn ab.

Innerhalb weniger Tage haben sich Hasi und Mascha perfekt befreundet. Sie verstehen sich sehr gut, was mich irgendwie schon immer wieder aufs Neue verblüfft. Besonders Mascha ist begeistert von ihrem neuen Zuhause und wälzt sich deswegen immer wieder auf dem Boden. Wie man erkennt, hat der Auslauf zum größten Teil Betonboden, was aber die Krallen besser abnutzt als ein Platz auf der Erde/ Wiese. Für einen weichen Bodenbelag haben wir eine dicke Schicht Laub, Äste und abgefallene Blätter herumliegen, in denen die beiden nach Belieben herumscharren dürfen.

Manchmal frage ich mich wirklich, was in den Köpfen der beiden vor sich geht, wenn sie Seite an Seite in ihrer Lieblingsecke herumliegen - schließlich dachte ich nicht, dass die beiden so schnell sich befreunden! Es ist wirklich überraschend, wie viel Charakter in den flauschigen Kaninchen steckt. Eigentlich habe ich nie groß geplant, eines Tages Kaninchen zu halten. Hund und Katze sind verständlich, vielleicht auch noch Vögel, aber über Kaninchen habe ich noch vor einem Jahr nie nachgedacht. Und jetzt kann ich sie nicht mehr aus meinem Leben denken!!

... und gemeinsam bis in alle Ewigkeit!

 

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