Sonntag, 15. November 2015

Rezension: Liebe und Neid - Im Visier der Shinto-Götter von An Lin

Paranormal Romance auf Japanisch - die atemberaubende Fortsetzung zu Liebe und Zorn!

Meine Rezension zu Band 1 ,,Liebe und Zorn-Im Bann der Shinto-Götter": hier

Das Drama um den Tenjin-Schrein in Tokyo liegt Monate zurück, die Welt der sterblichen Menschen wird nicht mehr von den zornwütenden Shinto-Göttern dominiert. Die junge Studentin Mei Kuno kann endlich mit Tian Shen, dem göttlich-gut aussehenden Chinesen, zusammensein und entdecken, was Liebe für sie bedeutet. Doch die gefühlsvolle Zweisamkeit liegt unter einem Schatten, der so dunkel ist wie eine Front Gewitterwolken: Tian wird von Schuldgefühlen geplagt, da der japanische Donnergott Raijin in seinem Körper gesteckt hatte und nicht unschuldig ist am Tod Unschuldiger. Egal, wie sehr ihm Mei gut zuspricht - Tian versinkt in düsterer Verschwiegenheit und Mei kann nicht verstehen, warum die perfekte Beziehung zwischen ihnen unerwartet unter einem schlechten Stern steht. Mei und Tian kommen sich so nah wie noch nie, Meis Studium beschert ihr gute Noten und sogar alte Sandkastenfreunde wie Jiro Tatsumi tauchen zu ihrer halben Freude wieder auf. Trotzdem liegt ein Sturm in der Luft, der Gefühle sowohl auch ganz Japan bedroht.

Der Neid der Götter rührt sich. Heftig, ungestüm und tobend wie ein Wind kommt der Windkami Fujin auf die Erde hinab, um Tian für seine Taten zu stellen, denn kein Gott kann als Mensch auf Erden leben, besonders nicht mit einer menschlichen Frau wie Mei. Tian birgt ein gewaltiges Geheimnis, das er bisher verschwiegen hat. Denn der Donnergott Raijin ist nicht verschwunden - Tian ist Raijin und er ist gleichzeitig der Gott Tenjin, den Mei seit ihrem Teenageralter angebetet hat.
Meis Gefühlswelt gerät in einen heftigen Sturm, denn sie kann nicht glauben, dass ihr Tian nie wirklich existiert hat, sondern immer nur ein Gott war. Ihr von Liebe genährter Hass kann aber nicht ewig dauern, denn plötzlich will Fujin rachsüchtig Raijin töten. Göttliche Intrigen, die sich gegen die Menschen richten, entladen sich in einem Showdown, dessen Ende noch nicht das Ende des göttlichen Kampfes ist ...

,,Liebe und Neid - Im Visier der Shinto-Götter" ist das zweite Buch der Reihe ,,Mei und Tian" der Autorin An Lin. Eine gefühlvolle Liebesgeschichte - an sich allein klingt dieses Thema ja nicht ganz spannend für mich, aber An Lin zeigt mit ihren Büchern ein ganz anderes Setting: die japanische Götterwelt des Shintoismus erwacht hier im modernen Japan zum Leben. Zwischen Pachinkos, Mädchen im Harajuku-Stil und Umeblüten tobt der Kampf der göttlichen Rivalen und gleichzeitig werden die letzten Geheimnisse aufgedeckt.
Ein ruhiger Beginn leitet die Geschichte ein, besonders viel Augenmerk wird dabei auf Meis erste Liebe hier gesetzt, doch mir gefällt es, wie sich dazwischen immer düstere Ahnungen schleichen, Ahnungen, die von blasser Hoffnung durchsetzt sind ... Immer wieder werden geschickte Rückblenden eingefügt, die den Lesefluss in keinster Weise stocken lassen. Der detaillierte Schreibstil ist sehr lebendig, allerdings konnte ich es nicht verhindern, mir die gesamte Handlung als einen typischen Anime vorzustellen.

Gegen Ende hin stauen sich die Ereignisse auf und entladen sich in einem Finale, der mich wirklich vom Hocker gerissen hat, das war ein gewaltiger Höhepunkt! Zum Schluss dachte ich, dass Mei und Tian jetzt wirklich ihre Ruhe bekommen werden, aber von wegen! Wie immer zeigt der Epilog auf, dass neue Gefahren auftauchen, weil die Götter ihren Kampf gegen Raijin nicht tatelos beenden werden.
Das Cover ist übrigens auch ein echter Hingucker, weil das helle Grau auf geheimnisvolle Weise mit dem satten Grün harmoniert. Mit dem stilisieren Fächer assoziiere ich sofort Japan, aber das Japan aus diesem Buch, wo Kamis sich in Menschen verlieben und danach Schlachten voller Action am Himmel austragen.

Mein Rezensentenschwert ist nun ein japanisches Langschwert, ein Katana. Ich verneige mich ehrfürchtig und lasse göttliche Kraft auf mich wirken, ehe ich 5 reine Sterne von der Klinge zischen lasse, weil 4 eine Unglückszahl ist. Ferner hat mich die Fortsetzung so überzeugt, dass nicht einmal 5 Sterne ganz ausreichend sind. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird!

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