Freitag, 27. November 2015

Rezension: Croak von Gina Damico (Houghton Mifflin Harcourt)

Sie ist 16, sie ist brutal, sie ist kriminell und sie ist schlägt jeden nieder - CROAK ist sooo cool!

Lexington Bartleby, "Lex", ist kein normaler Teeager. Sie flucht wie ein Hooligan, sie klaut und sie ist einfach nur wütend auf ALLES. Lex prügelt sich mit jedem und die anderen aus ihrer Schule nennen sie Tyrannosaurs Lex. Aber - Lex selbst weiß nicht, warum sie so wahnsinnig wird wie ein blutrünstiger Zombie. Es fühlt sich wie eine Krankheit an. Deshalb beschließen ihre besorgten Eltern, Lex über den Sommer nach Norden zu ihrem Uncle Mort zu schicken, umgeben von dörflicher Idylle, damit Lex wieder irgend so eine innere Harmonie findet. Als Lex dann Uncle Mort trifft, erscheint er ihr wie ein Psychofarmer und das kleine Dorf Croak ist scheinbar winziger als eine Amöbe. Lex weiß nicht, was sie von diesem kommenden Sommer halten soll ...
... bis sie die Wahrheit erfährt. Uncle Mort ist wie jeder andere aus Croak ein Grim, welche Menschen töten, ihre Seele fangen und sicher ins Jenseits befördern. Killers und Cullers arbeiten Hand in Hand, damit jede Seele nach ihrem Tod glücklich auf der anderen Seite existieren kann. Lex ist ebenfalls dazu bestimmt, als Grim Reaper zu arbeiten und zeigt dabei besonderes Talent. 
Nach und nach schließt Lex Croak und seine liebenswürdig morbide Bewohner ins Herz. Plötzlich aber vermehren sich mysteriöse Todesfälle: irgendein verrückter Grim ist da draußen und metztelt die Menschen, ohne dass jemand weiß, wer dahinter steckt - und der Verdacht fällt auf Lex...

,,Croak" von Gina Damico ist meine neue Lieblingsreihe! Im schwarzen Hoodie und mit einer Obsidiansense ist die verrückte Lex eine wunderbare Freundin während dem Lesen geworden. Die Croak-Trilogie gibt es nicht auf Deutsch, was ich nicht verstehe: die Grims haben das Zeug zum Bestseller! Die Idee, in der Urban Fantasy eine andere Parallelgesellschaft zu erschaffen, ist nicht neu - Damico hat aber alle Maßstäbe gesprengt und neu sortiert, dass die wunderbaren Sensenmänner und -mädchen herauskamen. 
Damicos Schreibstil bringt auf spontane Art zu lachen, weil ihr trockener Humor zu Lex passt und die Situationen lebendig rüberbringt. Alle Charaktere haben ihre menschlichen Schwächen und Stärken - zum Beispiel will Lex jeden gerne beiläufig runterhauen, während ihr Arbeitspartner Driggs ein Titanic-Fan und Oreo-süchtig ist. Nur Zara fand ich nervig, aber das ist gezielt, zumal die Silberhaarige sehr seltsam ist ...  Croak ist ein so tolles, bizarres Dorf, wegen dem ich jetzt so Lust habe, mit einer geschulterten Sense und einem schwarzen Hoodie durch die Welt zu stolzieren. 

Im Grunde sind die Grims aber keine Mörder! Die Menschen sterben von selbst, dann durchqueren die Grims Zeit und Raum und ein Killer holt durch Berührung die verbliebene Seele aus dem Körper und reicht sie dem Culler weiter, der sie aufbewahrt und später ins Jenseits führt. Bis zur ersten Buchhälfte wird der Leser nur in die Grimsphere eingeweiht, erst danach baut sich langsam die Spannung auf.

Mein Richtersschwert ist nun eine Sense aus Onyx, mit der ich das Äther zerteile und 5 wirbelnde Seelensterne mit knochigen Fingern auffange, damit noch mehr Leute einen Trip nach Croak starten!!

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