Montag, 2. November 2015

Herbst-Fotoshooting mit Tieren & Haltung von Kaninchen

Müsste ich die Vorlieben meines großen Kaninchenmädchens Hasi auflisten, gäbe es keine große Probleme. Abgesehen davon, dass Hasi am liebsten frisst und zwar 24-7 und nebenbei eine seltsame Erdnuss-Sucht pflegt, bricht Hasi in langohrige Begeisterung aus, wenn sie im Garten frei herumlaufen kann. Hasis Gedankengänge sind relatov einfach zu verstehen. 

Morgens: ,,Hunger! Fressen! Spielen! Hoppeln! Wow, Ringelblumen!"
Mittags: ,,Fressen! Spielen! Hoppeln! Freundensprung! Sieh mal, frische Taubnessel!" 
Nachmittags ... Jeden Nachmittag genießt Hasi das Privileg, den gesamten Garten zu ihrem Reich zu machen. Sie darf dann überall herumwuseln, herumschnüffeln und das ist dann die Zeit, wenn sie einen richtig zum Spielen auffordert. Letztens war ein so schöner Spät-Oktober-Früh-November-Tag, gerade passend dazu, die Tiere abzulichten und nebenbei will ich noch meine Meinung über Kaninchenhaltung ausdrücken ...

Das Foto da oben könnte den Untertitel Hasi relaxt tragen. Genau diese Haltung entspricht einem lockeren, zufriedenen Kaninchen, wenn es kurz verschnaufen will. Ihre Ohrenhaltung zeigt Neugier für ihre Umwelt - kein Wunder, weil unser Garten an manchen Stellen recht wild aussieht, besonders zwischen den Himbeersträuchern am Zaun.
 
Demnächst werden wir für Hasi eine Freundin holen und versuchen, ob sich zwei Weibchen vergesellschaften würden. Alleine soll man Kaninchen einfach ncht halten, es widerspricht ihrer Natur! Früher oder später wollen sie einen echten Artgenossen um sich herum haben, besonders im nahenden Winter.
 Erst kam ja ein Rammler in Frage, aber es wäre heftig, wenn Hasi im dauerschwangeren Zustand verweilen würde!! Einen Babyboom brauche ich wirklich nicht, nicht umsonst heißt es ja ,,sich vermehren wie die Karnickel".

Hm, irgendwie dachte ich so immer, dass mein Kaninchen niedlich ist, aber zugeben wirkt sie auf den Fotos so viel rundlicher als sie in Wirklichkeit ist. Schuld daran ist ihr Winterfell. Herrje, kann ich je wieder das Wort Winterfell schreiben, ohne sofort an Game of Thrones zu denken?
Erst neulich hat Hasi wieder Verstecken gespielt und was rutschte mir da über die Lippen? Es war der Satz ,,Ein Kaninchen versteckt sich gern". Das klang sehr Jaqen-H'ghar-mäßig ...
  
 
Vielleicht liest ja ein großer Kaninchenfreund diese Zeilen hier, weshalb ich einen sehr großen Tipp habe: haltet keine Kaninchen, wenn ihr nicht die Möglichkeit habt, einen eigenen Garten zu besitzen! Auf vielen Kaninchenforen herumstöbernd, stelle ich fest, dass manche Besitzer ihre Kaninchen mit Bio-Gemüse aus dem Supermarkt füttern. Da muss ich immer die Augenbrauen hochziehen, weil meine Skepsis gegenüber dem überall aufgedrückten Bio-Siegel nicht sehr klein ist. Und schon dem Tier zuliebe ist ein Garten viel artgerechter, als wenn sie auf dem Balkon oder in der Wohnung hocken müssen.
Zum Beispiel bekommt Hasi einen exklusiven Speiseplan vorgesetzt: alles Gemüse, das sie schnabuliert (außer Kohl, schmeckt ihr nicht), wächst direkt bei ihr. Bestimmtes Unkraut lassen wir jetzt auch gedeihen, denn Hasi ist verrückt nach Ackerknöterich, Löwenzahn, Vogelmiere; Taubnessel & Co.
Ein typischer Ernährungsplan, wie ihn Hasi bekommt, ist nach diesem Konzept aufgebaut:
  • Herbst: Sonnenblumenkerne, Löwenzahnblätter, Fenchelgrün, Taubnessel, Vogelmiere, Knöterich, Erdbeerblätter, Brombeerzweige mit Blättern, Weinblätter, ab und an eine frische Erdbeere, bisschen Apfel, Karotten, Möhrenkraut, Rettichblatt, rote Paprika (unscharf natürlich), Feigenblätter, Walnussblätter, Ringelblumen (ganz), getrockneter Hibiskus, Weißer Klee, wenig Sauerklee, Blätter der Roten Beete, Walnüsse, Goji-Äste mit grünen Blättern, Kornellkirsche, Franzosenkraut, Apfelzweige, Erdnüsse, Gras (frisch und trocken), Sesam, Hafer, Breitblattwegerich, Kürbis komplett
  • Sommer: alles, was sie im Herbst auch frisst. Zusätzlich dazu Hibiskusblumen, Erdbeeren, Feigen, Vogelknöterich, Himbeerblätter, Petersilie, Maulbeerblätter, Brombeeren, Sonnenblumen-Blütenblätter
  • Frühling: alles, was es im Herbst und Sommer gibt!
  • Winter: grüne Futterpflanzen, verschiedenste Äste, getrocknete Vorräte, Luzerne, Keimlinge (z. B. von Getreide und Sonnenblumen)

Wildtiere fressen natürlich am liebsten Futter, das sie selbst finden. Nur, wenn sich Hasi aufstellt, sieht sie immer wie eine wandelnde, haarige Nudel aus.

Mao, das ist ein Kater, der ebenso kaltherzig Ratten die Genicke durchbeißt und danach schnurrend sich bei den Menschen einkuscheln will. Der Kater, der mit Narben zurückkommt und miaut wie ein milchtrinkendes Kätzchen. Ein Mann der Wildnis - und der Kuscheldecke. Mao ist ein noch ziemlich junger Kater und Freigänger, der bestimmt unter 2 Jahren alt ist.

Hasi hat ihr Herz an Mao verloren, wie man es so sagen kann. Auf Kaninchenart zeigt sie ihre Zuneigung für ihn, indem sie auf ihn zurennt, aber Mao hat das echt nicht gerne. Er ergreift lieber die Flucht, obwohl er es inzwischen toleriert, wenn Hasi ihm die Schnauze abschnüffeln will.

Ich schwöre: Mao ist nicht dick! Aber warum sieht er hier auf dem Foto so aus? Wenn er durchs Gebüsch tigert, ist er normalerweise ein eleganter Panther.


 Rätselfrage: wo ist das Kaninchen? Manchmal tarnt sich Hasi extrem gut, weil ihr Fell manchmal mit dem Erdboden zu verlaufen scheint. Nur ihr runder Schwanz, der kontrastreich schwarz-weiß gestreift ist, verrät das Kaninchen.


Und hier zum krönenden Schluss ein grimmiger Wollknäuel, den man nie übersehen kann.

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