Samstag, 19. September 2015

Meinung: Die Fernschule für deutsche Schüler im Ausland - mein Erfahrungsbericht!

www.ils.de
Schon mal von dieser Schule gehört? - Das ILS, das Institut für Lernsysteme mit dem Sitz in Hamburg, gehört zu Deutschland größter Fernschule, die Unterricht für alle deutschen Schüler im Ausland anbietet, von der 5. bis zur 10. Klasse. Die Unterrichtsform ist im Grunde so, dass es verschiedene Hefte zur Bearbeitung gibt. Am Ende jeden Heftes gibt es eine so genannte Einsendeaufgabe, die der Schüler eigenständig bearbeitet und zur Benotung nach Hamburg schickt. Also im Grunde bietet das ILS eine Art von Homeschooling an, bei dem der Schüler selbstständig alles organisiert und bearbeitet. Im Grunde könnte man es auch als eine Unterart einer kostenpflichtigen Privatschule bezeichnen.
Durchschnittlich benötigt man für ein Schuljahr 9-12 Monate, wobei die Betreuungsfrist insgesamt 24 Monate umfasst. Es gibt drei verschiedene Schulzweige: Hauptschule, Realschule und Gymnasium.

Es ist nicht wirklich sehr billig: ein Schuljahr liegt preislich über dem 2500 €-Bereich. Aber es lohnt sich, weil das Fernlernen eine tolle Art des selbstständigen Lernens. 
Ich habe üben den Zeitraum 2011-2015 nur gute Erfahrungen mit dem ILS gesammelt (obwohl ich finde, dass die Schullektüren für Englisch und Französisch zu simpel waren ...!). 
Deshalb habe ich mich jetzt dazu entschlossen, einen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht zu schreiben!

Seit Oktober 2011 zähle ich mich zu den Fernschülern, weil ich in diesem Jahr mit meinen Eltern ins Ausland gegangen bin. Die 7. Klasse machte ich nicht mehr auf einem normalen Gymnasium, sondern am heimischen Schreibtisch mit normalen Schulbüchern, volllgekritzelten Heften und Begleitheften meiner Fernlehrer. Am Anfang musste ich mich erst an diese neue Art des Lernens gewöhnen. Deshalb lag ich am Anfang in wichtigen Fächern zurück, während ich in ,,einfachen" Fächern wie Erdkunde zu schnell war. 
Nach den ersten 6 Monaten habe ich meinen persönlichen Rhythmus und besten Lernstil gefunden. In Französisch fühlte ich mich fast schon unterfordert, weil ich in der 6. Klasse bereits Französischunterricht hatte. Beim ILS hat man Französisch erst in der 7. Klasse, weshalb meine Eltern dann für mich das Französischmaterial der 8. Klasse beantragt haben.Klasse 8, 9 und 10 vergingen schnell und erfolgreich - ich habe festgestellt, dass meine Noten sich ziemlich verbesserten. 

Der hauptsächlich aus Lesen bestehende Unterricht ist sicher nicht für jeden geeignet. Man muss gewisse Voraussetzungen im Charakter mit sich bringen, um auf lange Zeit Lust auf Lernen zu entwickeln:
  1. ORGANISATION: Ich konnte mich schon immer gut selbst organisieren. Klar, dass manche Fernschüler bei ihrem Lernen von beiden Seiten von den Eltern unterstützt werden, aber ich habe von Anfang an eher eigenständig gearbeitet. Na ja, ich bin auch eher ein Mensch, der lieber einzeln als im Team arbeitet. An manchen Tagen musste ich mir selbst eine imaginären Tritt in den Allerwertesten verpassen, um mich selbst zur Arbeit zu motivieren.
  2. SELBSTSTÄNDIGKEIT: nicht immer so einfach, aber eine Grundlage für das erfolgreiche Bestehen eines Schuljahres. Wer am Anfang eines Jahres bei der Fernschule noch nicht so selbstständig ist, wird es nach den ersten Monaten werden. 
  3. EIN GROßER VORTEIL: Ich konnte mein Schuljahr nach Belieben planen. Mein Stundenplan habe ich so gestaltet, dass er mir entsprach. Ich kann im Grunde jeden Tag zu der Zeit aufstehen, wann ich will, um ganz entspannt an den Schreibtisch zu gehen.
  4. NOCH GRÖßERER VORTEIL: meist habe ich ein Schuljahr im Herbst (September / Oktober / November) angefangen und war ungefähr zur Sommerzeit fertig. Wer will, kann auch Ferien einlegen, obwohl ich persönlich kaum ,,Ferien" gemacht habe. Ich meine, es klingt für mich absurd, bei so einer relaxten Art der ,,Schule" noch Ferien einzulegen!
  5. AUSTAUSCH: Ich weiß nicht exakt, wie viele deutsche Fernschüler es weltweit liegt. Ich schätze gerade, dass es vielleicht an die 400 sind. Durch das Online-Campus des ILS ist es problemlos möglich, mit anderen ILS-Schülern Kontakte zu knüpfen. Auf jenem Campus kann man am schnellsten Fragen loswerden und findet allgemein interessante Dinge, die wichtig und von Interesse sind.
Die Arbeiten zum Einsenden findet man am Ende jeden Heftes. Man füllt sie aus und schickt sie online oder durch die Post nach Hamburg, wo die Fernlehrer vor Ort sind und benotet einem die Arbeit zurückschicken. Einmal hat mich eine Mathearbeit wegen einer glatten 1 geschockt, während meine allererste 5 im Leben (für eine Chemiearbeit in der 10.) ein belustigtes Grinsen auf meinem Gesicht hervorgerufen hat. 
Hey, das war ein Grund zur Freude, weil es die allerste 5 meines Lebens gewesen war! Wer wäre da nicht auch begeistert darüber gewesen, dass man auch mal eine grottenschlechte Note schreiben kann?!
Es stimmt, dass besonders zum Halbjahr und Schuljahresende massenweise Arbeiten zum Einsenden zu erledigen sind; es prasselt und hagelt Arbeiten, was auch mich manchmal aufstöhnen ließ, weil es dann jeden 2. Tag eine Arbeit zu erledigen gab.

Diesen Sommer habe ich also die 10. Klasse mit einem sehr prächtige Durchschnitt beendet. Für Leute, die beim ILS die Realschule gemacht haben, würde zu diesem Zeitpunkt eine Realschulabschlussprüfung direkt in Hamburg anstehen. Ich allerdings habe gleich zu dem Abitur-Fernstudium gewechselt, der mich jetzt für die nächsten 2 1/2 Jahre beschäftigen wird.  Im August habe ich mit dem Abiturkurs angefangen und bisher ist nur sehr viel Wiederholung dran - aber mal sehen, wie es weiter wird!

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