Montag, 7. September 2015

Herbstvögel - was sich beobachten lässt!

Ja, der Herbst ist endlich da! Und zwar ganz offiziell, wenn man so sagen darf - zumindest sagen mir das die Vögel. Da unser Haus in einem ziemlichen Trogtal liegt und nur umgeben von Bergen ist, gleitet bereits jeden Morgen eine dicke Nebelschicht runter von den Bergen. Und diese Zeit ist kundgebend dafür, dass sich die Zugvögel regen und allgemeine Bewegung am Himmel auftaucht. Ich bin eine ziemlich aufmerksame Vogelbeobachterin, seit ich meinen ersten Bienenfresser - Merops apiaster - am Himmel gesehen habe und seitdem im Bann der Vögel stehe. Hier ein paar Beobachtungen, die mir direkt sagen, dass der Herbst begonnen hat:

  • Vermehrter Kohlmeisen- und Buchfinkengesang in den Bäumen. Weil die Sommer recht heiß sind, verstecken sich diese typisch mitteleuropäischen Singvögel, wenn die Sonne brutzelt und der Himmel wegen der Hitze wortwörtlich verblasst. Erst neulich habe ich eine kühles Wetter liebende Blaumeise an der Maulbeere herumturnen gesehen - das ist ungefähr so aussagekräftig wie der Satz: ,,Der Winter naht" vom leider früh geköpften Eddard Stark. Dabei liegt der Winter noch viele Monate vor uns, aber der Herbst ist direkt vor der Tür. Ein weißer Rabe ist aber noch nicht zu mir geflogen, um zu sagen, dass der Herbst begonnen hat.
  • Elstern. Meine absoluten Lieblingsvögel zeigen sich wieder auf den Feldern, schäkernd und krächzend. Sobald die Walnüsse reif sind, werden die schwarzweißen Rabenvögel it dem schillernden Gefieder auch in den Gärten hocken und ihren rauen Schrei ausstoßen.
  • Rauchschwalben: sie sind weg. Die munteren Sommervögel zeigen sich in nur noch sehr kleinen Schwärmen, die hin und wieder vorbeifliegen. Es sind hauptsächlich Mehlschwalben, die man im Flug an ihren schneeweißen Bäuchen und schwach gegabelten Schwänzen erkennen kann.
  • Weißstörche - hier bei mir häufige Vögel. Ich habe das gewaltige Glück, auf einer klassischen Storchzug-Fluglinie zu leben. Jeder Storch aus Mittel- und Osteuropa kommt früher oder später in meiner Region vorbei. Erst vor wenigen Tagen ist ein einzelner Storch direkt vorm Haus gelandet, um auf einem Mast nachts zu übernachten. Gegen Abend flog er her und stand die ganze Nacht mit einem angezogenen Bein im Wind, um mit den ersten Sonnenstrahlen sofort weiterzufliegen.
  • Stare. Plünderne Starschwärme ziehen in kleinen Gruppen immer wieder vorbei, um sich mit Weintrauben und anderem Obst vollzustopfen. Man kann bereits erkennen, dass ihr Gefieder kurz davor steht, sich zu mausern. Das heißt, dass ihr weiß gepunktetes Winterkleid bald wieder zutage treten wird.
  • Neuntöter - diese frechen, brutalen und blutdürstigen Singvögel schweigen im Gebüsch, sodass ich nicht sagen kann, ob sie noch da sind oder vielleicht längst auf dem Weg nach Afrika sind. 
  • Pirole: Ich liebe Pirole, weil sie wie leuchtende Zironen mit schwarzen Flügeln aussehen. Ein relativ scheuer Vogel eigentlich, aber in den letzten Jahren sind Pirole zu dem Feigenbaum in unserem Garten  geflogen, um die süßen Früchte zu rauben. Na gut, mir schmecken Feigen überhaupt nicht, aber vom Küchenfenster aus ließen sich die Pirole hautnah beobachten. Mal sehen, ob die Pirole auch dieses Jahr die Feigen klauen ...
  • Steinkäuze und Buntspechte: diese beiden Vogelarten sind immer da, aber in letzter Zeit sehr viel aktiver geworden.

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