Samstag, 22. August 2015

Rezension: Der Game-Master - Tödliches Netz von James Dashner (cbt)

Genial krass und brutal - stark genug, um sich den Gefahren des VirtNet zu stellen? Kaine ist hier!

Kaine war hier.

Michael ist ein Gamer wie die ganze Menschheit auch. Das Leben in der wahren Welt ist grau und fade, dagegen kann sich jeder Mensch nach Belieben in einen hochtechnischen ,,Sarg" legen und in der Cyberwelt des VirtNet - Virtuellem Netz - nie gekannte Möglichkeiten erreichen. Alles ist virtuell, nichts ist real und nur ein riesiges, simuliertes Spiel. So war es auch bei Michael, bis er beim Spielen vom hautnah realistischen Lifeblood Deep plötzlich mitbekommt, wie ein Mädchen Selbstmord begeht und auch in der Realität stirbt, nachdem sie ihren eigenen virtuellen Code gehackt hat.

Plötzlich ist jeder Sleep, mit dem Michael ins VirtNet eintaucht, eine Panikattacke und Hetzjagd zugleich. Ein Game Master und Cyber-Terrorist namens Kaine hackt sich mit dem Programm Mortality Dogma ins VirtNet und lässt Gamer virtuell und physisch in ihren ,,Särgen" hirntot zurück. Er tötet ihre digitale Existenz, er tötet ihre Körper. Kaine infiltriert Soziale Netzwerke und Spiele im VirtNet, was der Virtual Net Security zum gewaltigen Problem wird. Michael und andere Gamer werden vom VNS damit beauftragt, Kaine zu finden und wer ihn als erster findet, bekommt die gesamte Belohnung.

Michael begibt sich mit seinen Hacker- und Gamerfreunden Sarah und Bryson in den Sleepzustand, um die Jagd auf Kaine zu beginnen.Stück für Stück schlagen sich die drei durch das VirtNet, um nach der Holy Domain zu suchen, dem komplizierten Pfad, der zu Kaine führt. Doch noch bevor Michael im Kriegsspiel Devils of Destruction nach ersten Zeichen suchen kann, macht Kaine bereits klar, dass er über seine Verfolger Bescheid weiß. Der Gejagte macht gnadenlose Jagd auf die Jäger.

Tödliche KillSim kreischen mit digital verzerrten Stimmen, Spiele werden zum blutigen Ernst und das virtuelle Netz degradiert zum Schlachtfeld, bei dem Verstand über Kraft siegt. Und dennoch kann jede Entscheidung am Ende die letzte sein. Michaels Welt zerbricht in Scherben, als er erfährt, dass sein bisheriges Leben nichts mehr als eine simulierte Wirklichkeit ist, nur ein Programm in einem gefährliche Programm ...

,,Der Game Master - Tödliches Netz" ist von James Dashner, der weiß, wie man eine echte Dystopie schreiben muss. Gewaltig brutal zeichnet Dashner, einer meiner Lieblingsautoren, eine Welt, die ein wirklich düsteres Zukunftsbild liefert, das gar nicht mal so unrealistisch erscheint. Trostlose Realität, glorreiche Virtual Reality - aber der Schein trügt.

Der Schreibstil ufert nicht in blumige Beschreibungen aus, es ist eher hektisch, einfach und prägnant - halt der perfekte Schreibstil für diese Geschichte. Selbst in einer gefährlichen Welt wird stets der kühle Kopf bewahrt, obwohl selbst ich manche Stellen ziemlich heftig fand. Man denke nur an Devils of Destruction - Grausen pur. In Filmformat gesetzt wären manche Horror-Stellen sicher erst ab 18 sein, um in Game Master-Sprache zu sprechen ab X18. Zarte und dünnhäutige Leser sollten lieber nichts im VirtNet verloren haben, wobei ich das gesamte Buch mit einem Wort beschreiben kann: genial krass. Glücklicherweise ist mein Leserverstand durch harte Fantasy bereits abgehärtet.

Ehrlich gesagt ist aber ,,Der Game Master" so was von ähnlich mit der ,,Die Auserwählten-Trilogie". Michael ist wie Thomas aus dem Labyrinth, Bryson ähnelt Minho und bestimme Passagen hätte man umstandslos in ,,Maze Runner" einfügen können! Und VNS ist extrem ähnlich mit ANGST/ WICKED. Ein Wunder, dass Michael auf dem Pfad nicht in ein Labyrinth musste ...

,,Game over", sage ich jetzt und lasse für mein letztes Urteil kein Rezensentenschwert erscheinen. Alles ist nur eine simulierte Illusion, die man nach Belieben umprogrammieren kann. 4 Sterne, dechiffriert und elektrisch-hellblau projiziere ich an den falschen Himmel des Lifeblood Deep.

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