Montag, 3. August 2015

Montagsfrage: Wie schafft es eine Hauptfigur, sich bei dir unbeliebt zu machen?

Leute, wir haben schon August! August, hallo, das ist der letzte Sommermonat?! Ohne dass ich es richtig gemerkt habe, geht es schon bald auf den Frühherbst zu. Na gut, das mag vielleicht pessimistisch klingen, immerhin haben wir erst den 3. August - und damit hat das Buchfresserchen wieder eine Montagsfrage für uns. Dieses Mal ist es eine witzige Frage: Wie schafft es eine Hauptfigur, sich bei dir unbeliebt zu machen?

Ich habe ein Faible für Protagonisten, die keine perfekten Helden sind. Figuren, die z. B. wie Artemis Fowl sind, oder wie Nathan aus ,,Half Bad". Ist eine Figur auf der sogenannten guten Seite und besitzt dennoch zwielichtige Charakterschrullen, ist es wortwörtlich um mich geschehen: ,,Das ist eine gute Hauptfigur, ich mag sie/ ihn!"
Demnach habe ich meine kleinen, aber feinen Kriterien, was die heutige Montagsfrage über unsympathische Hauptfiguren angeht ...

Ich mag keine weinerlichen Hauptfiguren, die an sich selbst verzweifeln und in eigentlich spannenden Situationen die aufgebrachte Zicke raushängen lassen. Deshalb habe ich mich in  ,,Feuer & Flut" nicht mit der Hauptprotagonistin Tella anfreuden können, weil sie manchmal so unausstehlich sein konnte. Eher ein zimperliches Großstadt-Prinzesschen, das nervig war. Wenn eine fiktive Buchperson ständig rumjammert, juckt in meinen Händen der Drang, diese Figur am liebsten zu packen und durchzuschütteln.

Figuren, die sinnlose Entscheidungen treffen. Warum stürzte sich Tris aus ,,Die Bestimmung" bewusst in den Tod? Das war eine Armleuchteraktion, ehrlich gesagt. Manchmal können Hauptfiguren zu aufopferungsvoll sein, das mag ich auch nicht wirklich. Eigentlich ist Egoismus laut der Verhaltungsforschung der beste Instinkt, um zu überleben. Pfff, kein Wunder eigentlich.

Ich hasse diese hilflos-unschuldigen Heldinnen aus Kitsch-Schund-Geschichten. Solche scheuen, rehäugige Schönheiten, die wie Schlosshunde vor sich hin heulen, auf den Helden warten und sich dann aufseufzend an die meterbreite Brust des Retters lehnen. Uääh, eher würge ich eine nach Rosen duftende Billig-Seife die Kehle runter, um danach duftende Schaumblasen auszukotzen. 'Tschuldigung, das klang jetzt fast schon fies, aber ist meine ehrliche Meinung über naive und treudoofe Ladys aus billigen Liebesromanen. Zum Glück lese ich nie Liebesromane!

Jetzt gehen wir zu den männlichen Hauptfiguren. Wenn sie als charakterlose Nerds in Büchern auftauchen, kann man das noch tolerieren. Irgendwie tolerieren, ohne gleich auszurasten. Extreme Machos, die Befehl nach Befehl kläffen, halte ich in Büchern nicht aus. Solch Kerle, die sich mit allem auskennen und wie Superman alles können, wobei es schlimmer ist, wenn dieser Supertyp dann auch noch sein Kryptonit offenbart: in Wirklichkeit ist er der softe Teddybär, der sich harmlos unter einer stahlharten Rüstung verbirgt. Ich bitte euch: wenn man schon so super ist, soll man auch durch und durch super sein, und kein gefühlvoller Weichei.

Und noch eine Sache, worauf ich achte: Figuren, die ein schwach gezeichnetes Charakter haben, bleiben mir nicht lange im Gedächtnis. Buchfiguren sollten nicht extrem durchschnittlich sein, denn sonst verliert das Buch seinen Reiz.

Und ihr? Habt ihr auch solche Kriterien wie ich? Jeder Mensch ist verschieden, genau so sind auch unsere Buchprotagonisten. Jetzt interessiert mich eure Meinung!

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