Freitag, 17. Juli 2015

Rezension: Die Seiten der Welt - Nachtland von Kai Meyer (FJB)

Der bibliomantische Widerstand geht weiter ... deutsche Fantasy vom Allerfeinsten!

Die 16-jährige Furia Faerfax ist nun eine talentierte Bibliomantin, doch die Zeiten, als Menschen wie Bücher frei waren, sind vorbei: die Adamitische Bibliothek strebt noch immer danach, die gerechten Traditionen der Bibliomantik in ewige Vergessenheit zu verdammen. Einst waren es fünf Häuser, begabte Bibliomantenfamilien, die durch die Schöpfung des Severin Siebensterns die Magie der Bücher zum Leben erweckten. Doch wie vieles verfiel mit der Zeit die edle Grundidee zu einer dekadenten, korrupten Gegenwart. Ehre und Stolz degradierten zu Gier und Unterdrückung.

Furia und ihre Verbündeten vom Widerstand müssen mit vereinten Kräften gegen die Akademie kämpfen. Normale Menschen, Bibliomanten und die verstoßenen Buchgeschöpfe namens Exlibro stellen sich dem hasserfüllten Zentrum der akademischen Gewaltherrschaft: mitten im Refugium Libropolis.

,, (...) Etwas geht vor, Furia. Etwas viel Größeres, als wir ahnen."

Neue Gewalten im Hintergrund schmieden gleichzeitig buchzerstörerische Pläne, im Gegensatz zu denen die Akademie harmlos wirkt. Furia muss unerwartete Gefahr kofrontieren. Das Vertrauen innerhalb des Widerstands gerät ins Taumeln, da ausgerechnet die Ex-Agentin und Siebenstern-Exlibra Isis Nimmernis für eine Verräterin gehalten wird. Die verbliebenen Häuser der Akademie gehen sich gegenseitig an die Kehle wegen ihrem Machtkampf auf Leben und Tod. Cat und Finnian bauen zwischen sich eine unstabile Beziehung auf.
Der Menschleben vernichtende, Bücher zerreißende Showdown bricht mit der Reise ins Herz der Buchmagie an, wo sich blendende Geheimnisse entfalten und ihre Macht ausstrahlen.
Der Sturm zwischen den Seiten der Welt hat begonnen. Droht ein Krieg in den Nachtrefugien? Wer wird in der Schlacht siegen?

,,Die Seiten der Welt - Nachtlnd" von Kai Meyer ist die Fortsetzung von ,,Die Seiten der Welt". Und diese lang ersehnte Fortsetzung toppt den ersten Band um Längen! Das heißt, ich dachte, das erste Buch sei bereits fantastisch. Wer hätte gedacht, dass sich ,,super" steigen lässt? Nein, ich weiß, wie man das steigert. Man schreibt es in Großbuchstaben, also SUPER!

Bibliomantisch - mit diesem Wort beschreibe ich alles an diesem Buch. Handlung, Schreibstil, Figuren. Das erste Kapitel entbrennt bereits in Kämpfe und ab dem zweiten Kapitel ist man gar nicht mehr in dieser Welt anwesend, sondern steckt Hals über Kopf in Libropolis. Jeder Charakter ist keine oberflächlich gezeichnete Buchfigur, sondern schon fast eine richtige Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen.

Beim Lesen brannte mir aber oft eine Frage auf der Zunge: wie würden eBooks und eReader in Libropolis existieren? Okay, das ist nur ein Gedanke, aber die Antworz zu wissen wäre wirklich nicht schlecht.

Das Ende, nach dem rasanten Finale, konnte mich nicht ganz überzeugen. Eigentlich nur deshalb, weil zu viele Fragen wie lose Schnüre in der Luft hängen geblieben sind. Erst 2016 werden wir das große Ende erfahren, um bibliomantische Mächte gewinnen oder verlieren zu sehen.

So habe ich mir also mein Seelenbuch geholt und spalte ein Seitenherz, um reine bibliomantische Macht, stärker als im Sanktuarium, hervorströmen zu lassen. Mein Richtersschwert, um Rezensionsurteile zu fällen, liegt poliert und in schwarze Seide geschlagen neben mir. 5 Origamisterne trudeln durch die Luft, verschwinden im Fluss Anonymus und sorgen dafür, dass dieses geniale Buch in den Seiten der Welt und in unserer Welt noch viel gelesen wird.

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