Dienstag, 16. Juni 2015

Rezension: Die Chroniken der Imaginarium Geographica - Die Suche nach dem roten Drachen von James A. Owen (cbj)

Die Suche nach dem Roten Drachen ... Wenn Träume in Gefahr sind und das Abenteuer ruft!

1927: neun Jahre sind vergangen, seit die drei Hüter der Imaginarium Geographica aus dem Archipel der Träume zurückgekehrt sind, wo ein Krieg fast die gesamte Traumwelt zerrissen hätte und auch dort, wo das Vermächtnis des Winterkönigs Mordred innere Narben hinterlassen hat.

John, Jack und Charles haben sich lange nicht mehr gesehen und gehen ihren alltäglichen Leben nach, als Jack sie alle wegen einem komplizierten Grund zusammenruft: alle Hüter des fantastischen Atlanten leiden unter denselben Träumen, aus denen man Bedrohung für beide Welten entnehmen kann. Wie durch Zufall taucht da bei ihnen ein geflügeltes Kind aus dem Archipel der Träume auf, das die Hüter nach London führt, um eine plötzliche Krisensitzung einzuläuten ...

Im Archipel sind über eine Nacht alle Kinder und alle lebendigen Drachenschiffe verschwunden. Wie durch die Töne eines lockenden Flötenspiels wurden die Kinder aus ihren Betten fortgerissen und verschwanden leiser als der Schatten einer zirpenden Grille im Sprung.

Alte Mythen und wahre Geschichten ranken sich um den Weg der drei Hüter der Imaginarium Geographica, während sie mit dem zum Luftschiff umgebauten Indigo-Drachen die Grenzen der bedrohten Welten überqueren und das Ausmaß der Gefahr erkennen. Das neue Abenteuer ist angebrochen und hat mit seiner Brutalität die Hüter gnadenlos am Genick gepackt und durchgeschüttelt, damit aus den englischen Oxford-Gelehrten wieder Helden werden.

Was ist hinter dem Raub der Kinder und der Drachenschiffe, wo nur ein einziger Satz den Anfang ihrer Reise weisen soll.

Der Kreuzzug hat begonnen.

Das Archipel der Träume steht vor schwerem Unheil, weil Raum und Zeit allmählich zerfallen und somit 700-jahre alte Feinde plötzlich wieder auftauchen und mit Schatten und Macht Bündnisse schließen. Faden für Faden verknüpfen sich die Fäden des Schicksals und zeigen ein Gesamtbild mit schrecklichen Aussichten: ein alter Mann namens Peter Pan liegt gefesselt da, willenlose Kinder in Rüstungen schlagen mit blutigen Waffen die Gegner ihrer Meister nieder und der Krieg zwischen Riesen und Titaten bricht an.

John, Jack und Charles müssen sich dringend beeilen, ehe die Zeit um ist und alles ins Verderben zieht. Alles würde verschwinden, sogar das verlorene Reich von Nimmerland ...

,,Die Suche nach dem Roten Drachen" von James A. Owen ist der zweite Band in der Reihe um die Chroniken der Imaginarium Geographica: Wie immer bin ich nur fasziniert, anders geht es bei diesem Erzählgut nicht. Die Hauptprotagonisten sind wahre Helden des Fantasy-Genres: J. R. R. Tolkien, C. S. ,,Jack" Lewis und Charles Williams. Dieses Mal ankert die Geschichte besonders in der griechischen Mythologie, wo märchenhafte Elemente eine düstere Ambience bekommen.

Alles - Schreibstil, Handlung, Figuren - hat seine Qualität aus dem Vorgängerband ,,Wo Drachen Sind" bewahrt. Klar umrissen, und dennoch mit verspielten Schnörkeln und behaftet vom bitter tragischen Geschmack der griechischen Klassiker.

Der Autor hat seine fantastische Reihe mit seinen eigenen Bildern und Zeichnungen geschmückt, deren abenteuerliche Lebensfülle nur mit einem Wort zu beschreiben ist: traumhaft. Okay, mit ,,traumhaft" lässt sich alles an diesen Büchern beschreiben, ich geb's ja zu.

Die nächsten 3 Bände der Reihe von James A. Owen wurden nicht ins Deutsche übersetzt, bestimmt weil es zu wenig Leser gefunden hat - das ist bei sehr guten Büchern immer zum Haareraufen! Ich muss also die nächsten Bände auf Englisch lesen, aber das ist ja kein Problem für mich.

Nach meinen vielen Fantasy-Abenteuern ist die Klinge des Rezensenten-Richtersschwertes ziemlich schartig, ich müsste mal einen Bücher-Schmied aufsuchen ... Schwundvoll wende ich mein persönliches Drachenschiff gegen den Wind und segle fort zu neuen Abenteuern im Aarchipel der Träume, nachdem ich der Suche nach dem Roten Drachen 4 Sterne verliehen habe.

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