Freitag, 22. Mai 2015

Rezension: Krabat von Otfried Preußler (Thienemann)

,,Krabat!", ruft der Meister und der Junge kommt auf die Schwarze Mühle...

Krabat ist ein jugendlicher Waise in der Umgebung des deutschen Lausitz. Es ist das Ende des Jahres, der weiße Schnee liegt dick und die Bäume sind kahl. Krabat ist mit zwei anderen Betteljungen unterwegs im Gewande der Heiligen Drei Könige, als des Nachts ihn sonderbare Träume befallen.
Eine Stimme, die wie aus der Luft dröhnt, ruft ihn Nacht für Nacht, was er auf die Dauer nicht unbeachtet lassen kann. Die Stimme und Traumbilder von Raben, die ihm zukrächzen, dass er der Stimme des Meisters gehorchen soll. Schließlich bricht Krabat auf und kommt zur Schwarzen Mühle, die einen finsteren Leumund besitzt, bei Schwarzkollm. Dort, umgeben von einer düsteren Aura, die von der Mühle ausgeht, begegnet er dem einäugigen Meister, der Krabats Lehrer sein will - im Müllern und dem so genannten anderen. Magie, dunkle Magie, die den Meister mit seinen zwölf Lehrlingen und Müllersburschen verbindet. Krabat verfällt dem Reiz und schließt einen Pack mit dem schwarzen Zauberer.
,,Die Mühle", rief er (damit ist der Meister gemeint), die Hände zum Trichter geformt. ,,Nun mahlt sie wieder."
Harte Arbeit verbunden mit der Kunst der Magie, Ritualen bei Nacht, dem zwielichtigen Geschöpf des Herrn Gevatter im schwarzen Gewand und der leuchtend roten Feder bringen Krabat auf Rabenschwingen in seine Lehrjahre. Doch nicht ohne Opfer bei jeder Neujahrsnacht.Zuerst stirbt der weise Tonda, Krabats bester Freund auf der Mühle; anschließend Michal. Wen trifft es als nächstes?

,,Gedenke, dass ich der Meister bin!"
Krabats Wille beginnt sich gegen den des Meisters zu richten, was bestärkt wird, als er entdeckt, dass Liebe die Erlösung ist - für ihn und alle anderen Lehrlinge. Trotz aller Vorsicht verfällt Krabat der ,,Kantorka" aus dem Dorf, die sie alle auf der Mühle bei der Probe retten kann. Doch wem kann Krabat trauen, um die Fesseln des Meistermagiers zu sprengen?
Der Jugendbuchklassiker ,,Krabat" von Otfried Preußler war mir schon lange bekannt, vor Jahren las ich das Buch bereits und sah die relativ sehr gute Verfilmung dazu. Doch nun hatte ich mir wieder das Buch um die mahlende Mühle vorgenommen. Wer ,,Krabat" nicht zu schätzen weiß, den verstehe ich ganz und gar nicht. Von Anfang an lässt der Leser das Buch nicht los, wenn der Meister Krabat zu sich ruft, damit er auf der Schwarzen Mühle lernt. Die abergläubische Magie, die noch heute mancherorts an Mühlen haftet, hat Preußler fantastisch verarbeitet, indem er Zauberei mit alten Legenden verband. Auf eine erzählerisch-bildliche Art erlebt man hautnah Krabats Entwicklung und die Jahre, die in auf die verzauberte Mühle bannen. Magisch hat mich das Buch in Atem gehalten, da wir nie wissen, was als nächstes passiert.

Ich liebe alle Bücher, die um dunkle Geheimnisse ranken und Gefechte verschiedener Mächte darstellen. ,,Krabat" gehört deswegen zu meinen Favoriten. Freundschaft, Liebe und Bündnisse stehen dem Meister gegenüber, aber wie in vielen Kämpfen unterliegt der herrische Meister aller Geheimnisse. Ich könnte noch mehr zu dem sich in einen Raben verwandelnden Jungen schreiben, aber das hier ist nur eine Rezension und kein Aufsatz.
Für Krabat vergebe ich 5 schwarze Drudenfußsterne, magische Pentagramme, die jeden Leser dem Willen des Buches unterwerfen. Hierzu meine ,,angepasste" Version eines Spruches aus ,,Krabat":
Ich zeiche dich, Buch
Mit Kohle vom Holzkreuz
Ich zeichne dich, Buch
Mit dem Zeichen von 5 Sternen

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