Samstag, 23. Mai 2015

Rezension: HALF BAD - Das Dunkle in mir von Sally Green (cbj)

Das Dunkle in mir ... HALF BAD ist wie Schatten und Licht, wie Böse und Gut!

Nathan Byrn ist der unerwünschte Sohn der Weißen Hexe Cara Byrn, die Selbstmord beging, und des schlimmsten und mächtigsten Schwarzen Hexers Marcus. Und alle verachten ihn. Als er 8 Jahre alt ist, wird er zum ersten Mal in London vom einflußreichen Rat der Weißen Hexen eingeschätzt - er ist ein Halbcode, weder Weißer noch Schwarzer Zauberer, wobei die Schwarzen Hexen und Hexer gejagt und getötet werden. Ein Halbcode ist eine verstoßene Missgeburt, die niemand haben will, außer Nathans wenigen Verwandten anscheinend.

Je älter er wird, umso trostloser und grau erscheint ihm sein Leben. Nathan Byrn, der Halbcode, ausgestoßen und ausgeschlossen von der Gemeinschaft der Hexen und Nicht-Hexen, den so genannten Fains. Er ist klein, schmächtig, arm und steht immer im Schatten anderer.

Doch in der Finsternis ist ein wilder Wille, der ungebrochen und nie am Ruhen ist. Nathan genießt es, seine alltäglichen Gegner und Feine zu bestrafen. Immer ist er auf der Flucht vor sich selbst, dem Selbst, das nutzlos und dreckig den anderen erscheint. Und er, Nathan, hasst sie alle dafür, bis sein Leben zu einem Springen von Schatten zu Schatten wird: gehetzt, gejagt, gehasst, bis die Dunkelheit ihn fesselt und in einen Käfig sperrt ...

Sie (Nathans Augen) sind nicht leuchtend schwarz, sondern irgendwie von einem hohlen, leeren Schwarz.

Der Rat der Weißen Hexen, dessen Spione und Jäger wollen ihn haben. Lebendig gefangen, vielleicht auch tot. Denn seine Familie - mit einem Vater, der sich nie blicken lässt - teilt ein Geheimnis, das sich in Nathans Genen vereint. Er und ein Messer namens Fairborn sind die Waffen, um den Schwarzen Hexer Marcus zu töten.

Die Weiße Hexe Celia beginnt, Nathan im Kampf auszubilden. Eintönigkeit, Schmerz, selbstheilende Wunden und Kampf machen ihn stärker, bis zu seinem 17. Geburtstag. Das Dunkle in ihm ist stark und will nie aufhören, sich ihren Feinden zu widersetzen. Er kämpft, er fügt sich Schmerzen zu. Im Gleichklang zu seinem ständigen Kampf heilt jeder Schmerz, um aufs Neue ihn leiden zu lassen.

Ich erwache im Käfig, in Ketten.

Seine Zukunft ist festgelegt, als er als halber Schwarzer Hexer kodifiziert wird. Nathan ist ein Schwarzer Hexer, also böse und dunkel. Auf der Suche nach der Schwarzen Hexe Mercury,die ihm helfen (oder schaden) kann, wandelt Nathan wie ein Träumender von Versteck zu Versteck, immer in der Dunkelheit, wo jede gut gemeinte Hilfe seine Verbündete ins Netz der Jäger stürzen kann. Nathan ist nie in Sicherheit, er muss seine Gaben eines Hexers finden und eine tödliche Deadline zwingt ihn zu gefährlichem Handeln. Jedes Risiko muss er eingehen, um sein Leben zu retten. Mit der Weißen Hexe Rose, nervig und freundlich, und Gabriel, der mehr als Freundschaft für Nathan fühlt, muss Nathan für Mercury das Messer Fairborn finden.

Und danach?

Finsternis ...

Es ist ein Buch, wie ich es bisher nicht gelesen habe. Einfach - ich suche verkrampft nach Worten - der Hammer, ein von Schatten umsponnenes Buch, in das man eintauchen muss. Eintauchen in Nathan Byrn, in seine Welt voller Finsternis, die mit grauem Zwielicht durchtränkt ist und leise, quälende Hoffnung symbolisiert.

,,Half Bad - Das Dunkle in mir" erzählt eine Geschichte, die wegen ihrem Unnahbargenialsuperspannendfesselnd-Sein (dieses Wort nur lesen, nicht laut aussprechen, das ist fast unmöglich!) einen windschnellen Sprung auf eine der obersten Felsspitze meiner Lieblingsbücher erreicht hat. Und so schnell wird's von dort nicht verschwinden, ich schwöre es.

Mit ,,HALF BAD" hat die Autorin Sally Green ihre aberwitzig erfolgreiche Premiere auf dem Buchmarkt erreicht. Strapazierend für die Nerven ist, dass die nächsten Bände der hierzu geplanten Trilogie noch nicht erschienen sind.

Der Schreibstil ist voller Loopings und Wendungen, die einem frontal ins Gesicht schlagen. Eindringlich und stechend sieht Nathan die Welt, erst als 8-jähriger, der immer älter wird und die wachsene Dunkelheit beobachtet, die ihn bei seinem 17. Geburtstag überfällt. Der Hauptprotagonist Nathan entfaltet sich und verwelkt zeitgleich, das ist einfach psycho. In einem ständigem Kampf mit sich selbst ist er verwickelt, der sich durch die ganze Handlung zieht, die gegen Ende in einer Schlacht exlodiert. Aber wie es dann losgeht, holla!, da muss man aufpassen!

Wer etwas an ,,Half Bad" zu bemäkeln hat, sollte meine Nähe meiden, denn mich riss die Geschichte fort aus der Realität. Zwischen mir und dem Buch bestand beinahe eine Seelenverwandtschaft, wenn es so etwas in echt gibt.

Hexen, Zauberei, Blutsbände, Verfolgungen und ein Teilzeit-Antiprotagonist sind die beste Kombinationen für spannende Augenblicke, die das Blut zum Rauschen bringen und düster verzaubern.

Wie ein Blitz am gewittrigen Nachthimmel soll mein letztes Urteil einschlagen, das Rezensenten-Richtersschwert ist wie Fairborn von Eigenleben erfüllt. Reine 5 Sterne mit Licht und Schatten erfüllt, soll ,,HALF BAD - Das Dunkle in mir" auf ewig brandmarken.

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