Samstag, 23. Mai 2015

Rezension: Drachenkaiser von Markus Heitz (Piper)

Teil 2 der Feuerkriege - das Buch speit Feuer und schlägt mit Drachenschwingen!

Die Drachentöterin Silena ist tot, gefallen in der Schlacht am Triglav um den berüchtigten Weltenstein, zwischen Menschen, Gargoyles und Drachen.
Aber ganz und gar lebendig ist die plötzlich auftauchende Anastasia Zadornova, die Frau des hellsehenden russischen Fürsten Grigorij Zadornov. Es war Grigorij, der - vor allen verborgen - Silena mit einem Stück Drachenknochen vor dem Tod bewahrt hat, ehe Silena ein neues Leben als russische Fürstin beginnt. Scheinbar alles ruhig ...

Noch immer hält Silena die Drachenjagd aufrecht, doch nicht mehr mit dem verräterischen Officium Draconis, wo sie zuvor tätig war, ehe ihr Leben durch den Weltenstein verändert wurde.
Leider ist ihre neue Identität aber leicht durchschaubar, jeder weiß, dass die ,,alte" Silena lebendig aus dem Kampf geflohen ist. Und zu ,,jeder" gehören auch ihre Feinde - menschliche oder auch geschuppte, geflügelte, feuerspeiende.

Die Drachen beherrschen nach wie vor die Welt und alle Kontinente. Doch seit dem Sturz des russischen Drachen Goryntsch, strecken sich die Drachenklauen des Ostens nach Europa aus. Wieder beginnt die Flamme der Machtkämpfe der Drachen zu brennen an.

Auf der ganzen Welt glimmt plötzlich der Holzspan, der alle Konflikte in ein Flammenmeer entzünden könnte. Aus China kommt der goldene Drache Nie-Lung und begehrt Macht über Europa, welches die Drachen des Westens hart verteidigen.
Aber wie kann ein Drache Asiens am besten die Menschen gewinnen? Durch Macht, falsches Vertrauen und durch die Blindheit vieler Menschen.

(Nie-Lung über die Menschen:) Für eure unentwegte Respektlosigkeit werde ich euch bald büßen lassen. Grausam büßen lassen!

Gleichzeitig kommt es zu offenen Kämpfen und Angriffen, die rebellische Drachenfreunde gegen die Drachentöter anzetteln. Flugzeuge werden abgeschossen, Luftschiffe explodieren und das bayrische Hauptquartier des Officium Draconis wird zerbombt.

Silena kann nicht mehr die Ruhe bewahren, als Grigorij nach dem schlimmen Absturz des Luftschiffes Anastasia verschollen -oder tot - ist. Zu arg mehren sich verdächtige Ereignisse und die Stärke des Ostens will das Abendland verbrennen.

Für Silena steht fest: es muss einen Zusammenhang geben. Trotz aller gebotenen Vorsicht steht ihr Leben wieder einmal im Visier ihrer verbitterten Gegner, die alles für den Sieg wagen. Spuren führen Silena weiter und weiter. von Gefecht gegen Feinde oder dem plötzlichen Bündnis unerwarteter Freunde. Aber sind auch alle Freunde vertrauensvoll?

Nachdem Silena in das Kaiserreich China verschleppt wurde, erfährt sie, dass der Drahtzieher Freund und Feind zugleich ist. Ein großer Stein in der Geschichte aller Drachentöter kommt ins Rollen, als Silena sich dem Drachenkaiser stellen muss und dem feurigen, falschen Antlitz ds Todes ins Gesicht sieht.

Silena sog die Luft durch die Zähne ein und versuchte die Angst zu unterdrücken.


,,Drachenkaiser" ist die Fortsetzung der Reihe ,,Feuerkriege", deren erster Band ,,Die Mächte des Feuers" mit positiven Eindrücken von mir bereits rezensiert wurde. Marks Heitz ist mir in ebendiesem Buch zum ersten Mal begegnet, von Auge zu Buchstabe. Die Drachen sind dort fantastisch und realistisch dargestellt, die Handlung spannend, viel Action und birgt gegen Ende viele Überraschungen, die in einem Schlag ihre Wahrheit preisgeben.

Nach Band 1 wurde es also zur loyalen Verpflichtung, auch dem asiatischen Drachenkaiser meine drachenfreundliche Aufwartung zu machen. Aber, tja, irgendwie kam ich da nicht in so große Begeisterung.

Inzwischen kenne ich den Heitz'schen Schreibstil, der recht gut und abwechslungsreich ist. Bildnah und Leben erweckend.

Zu meinem lodernden Bedauern war der Handlungsaufbau nicht der beste, wie es mir persönlich scheint.An manchen Stellen war die Handlung gehetzt und obendrein verwirrend, wo man manchmal zum Überlegen innehalten muss. Hastig überrennt die Handlung die Tatsache, dass manche Leser einen ausgewogenen Überlauf bevorzugen!

Ehrlich gesagt, in diesem Buch steckte zu viel überladene Action. Sogar ich musste zuweilen augenrollend aufstöhnen, weil sich die Figuren gerne wie Revolverhelden in einem Actionfilm benehmen und Heitz lässt zu Anfang ziemlich viele Luftschiffe oder Flugzeuge in die Luft gehen - ,,Ka-wuum" und nichts mehr da.

Abenteuer mit nackenhaarsträubenden (symbolisch gemeint - noch nie haben sich bei mir die Nackenhaare gesträubt!) Augenblicken, vermengt mit prasselndem Drachenfeuer als Hintergrundmusik und dem Dröhnen der Luftschiffe, erlebt der Leser dennoch reichlich.

Gemischter Stimmung beurteile ich also ,,Drachenkaiser" von Markus Heitz. Auf der einen Seite bietet das Buch bestimmt einige der besten Drachen heutiger Literatur, nichtsdestotrotz mangelt es an diesem gewissen, kleinen Reiz, der bei Büchern für den ,,Wow-Effekt" sorgt.

Ich rief beim Lesen nach diesem Etwas, und mein Ruf hallte als unbeantwortetes Echo durch alle Buchseiten.

Nun - für's letzte Urteil spielen meine Finger am Heft meines wortstarken Rezensenten-Richtersschwert. Und ich ringe mich durch zu einem endgültigen Fazit, trotz allen Plus- und Minuspunkten dieses Buches. 4 Sterne - bernsteinbraun und zugleich himmelsblau wie Nie-Lungs Drachenblut - für den tyrannischen Drachenkaiser.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen