Freitag, 22. Mai 2015

Rezension: Die Saga von Licht und Schatten - Die Hüter von Gonelore von Pierre Grimbert (Heyne)

Die Hüter von Gonelore: Fantasy, Intrigen, Weltwanderer und ein großes Geheimnis ...

Die beiden Weltwanderer-Lehrer Vargai und Sohia sind unterwegs, um neue Schüler für die Bruderschaft der Weltwanderer zu rekrutieren. Doch wer genau die Weltwanderer sind, ist eine Geschichte von Kampf seit Anbeginn der Zeit; das Reich Gonelore ist umgeben von unsichtbaren Mauern - den ,,Schleiern" - die gefährlich oft von den monströsen Chimären und Dämonen durchbrochen werden, um die Menschenwelt als leichte Beute zu überfallen. Gäbe es nicht die zum Krieg gegen die Chimären verschworenen Weltwanderer, läge ganz Gonelore bereits unter der Herrschaft der Chimären. Dem Kampfe stellen sich diese Krieger mit ungewöhnlichen Waffen und den so genannten Prismen, Kristalle mit eigener Macht, die die Chimären hinter ihrem Schleier offenbaren.

Doch die Weltwanderer sind in ihren eigenen Kreisen aller Bandelier- und Prismenbesitzer durch Zerwürfnisse gespalten. Es geht da um Ruhm, Gier und Machtstreben, alles spaltet die Weltwanderer bis zur Grenze des eigenen Verrates, der vielen das Leben rauben wird in einer von Lichtlosigkeit umnachteten Schlacht.

Nun also bringen Vargai und Sohia neue Schüler zur Schule der Weltwanderer in Zauberranke, alles Kinder, die nach düsterer Vergangenheit  einen Neubeginn wollen. Nobiana, Daelfine, Gess, Berris und Vohn bilden dabei bereits eine kleine Gemeinschaft mit Sympathie und versteckter Abneigung.

Doch das Schicksal mit seinen Geheimnissen schlägt zu, als in der Höhle eines Drakoniden ein Junge entdeckt und befreit wird. Ein Junge ohne Gedächtnis, ohne Name, ohne Nichts und den man schließlich ,,Jona" nennt. Vargai nimmt Jona in seinen Schutz, doch der gefundene Junge ist ein fleischgewordenes Geheimnis.

Woher kommt er, warum scheint ihn jener Drache zu verfolgen, warum wird er von vielen anderen Kindern als Ungeheuer betrachtet, wer ist er wirklich? Nur ein Wort scheint aus seiner Vergangenheit zu stammen: ,,Wobiax." Und ein Kristall von ungeheurer Seltenheit kommt noch dazu, der in der Höhle von Jona und de Drakoniden gefunden wurde.
Mehr Rätselhaftes kommt noch hinzu,  als die jungen neuen Schüler in einer Gilde nach Zauberranke kommen und unter dem raubeinigen Radjaniel, der eigentlich ein Meister seines Fachs, ihre Ausbildung beginnen. In Zauberranke brodeln jedoch Verschwörungen und vermehrte Chimärenangriffe wie Vulkane kurz vorm Ausbruch!

,,Die Hüter von Gonelore", das ist der erste Teil der ,,Saga von Licht und Schatten" von Pierre Grimbert, der in Frankreich einen ruhmreichen Namen als Fantasy-Autor erlangt hat. Und seine Fans erstrecken sich längst nicht mehr nur auf die französische Landesgrenze, denn - wie es klar ist - hat Grimbert nun auch mich in seine Leserschar einbezogen.
Nach recht schwerfälligem Anfang, der sich über viele Kapitel zäh wie wiedergekäutes Kaugummi in die Länge zog, reißt einen der weitere Verlauf vom ..... (hier nach Belieben einfügen: Hocker/ Stuhl/ Sessel).

Für mich war ,,Die Hüter von Gonelore" ein fulminanter Reihenauftakt für jene, den es nach neuen Welten gelüstet. Grimberts Grundidee für diese Reihe basiert auf etwas relativ Neuem, denn Ähnliches ist mir bisher noch nicht begegnet. Der Clou konzentriert sich auf dem planmäßigen Kampf gegen andersweltige Geschöpfe. Der völlig fremde Junge Jona sticht dabei heraus wie eine Chimäre vor den Augen eines Weltwanderers.

,,Welche Rolle spielt Jona in diesem Gefecht?", wundert es den Leser, doch dann - zack! - stehen wir am Ende des Buches an der Klippe der Handlung mit plötzlichen Wendungen. Also ehrlich, ist es nicht grausame Ironie, dass solch jähe Schlüsse in Buchreihen furchtbar sind für den vor Neugier anschwellenden Leser, während der allwissende Autor sich ins Fäustchen lacht, da er bereits die Erlösung im nächsten Band kennt? Ein guter Trick, gestehe ich.

Die Handlung erfahren wir aus vielen Perspektiven wichtiger Figuren. wobei die Neulinge an Zauberranke im Vordergrund stehen. Diese Sicht aus allen beteiligten Augen sehe ich gerne in Büchern, wo Intrigennetze gewoben werden.

Grimberts Schreibstil. den ich nun zum ersten Mal kennen gelernt habe, hat nichts Kompliziertes an sich, bietet aber köstliche Lesemomente. Wenn Buchstaben in Bilderform vor dem inneren Auge tanzen, kann man davon sprechen.

Meine Rezension ist bereits etwas lang geworden. Deshalb schwinge ich zum Schluss mein Rezensenten-Richtersschwert. Allen Weltwanderern aus Grimberts ,,Saga" verleihe ich ein weiteres Abzeichen für deren Bandeliers. 5 lichtbrechende Sternenprisemn, so sieht das Abzeichen aus, das diesem Buch gilt.

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