Freitag, 22. Mai 2015

Rezension: Die Liga der 17 - Im Netz des Feindes von Richard Paul Evans (Baumhaus)

Nirgends bist du vor der Elgen sicher, Michael Vey ... Buch mit 1000 Volt Spannung!

,,Die Liga der 17" ist die neue Reihe von Richard Paul Evans und nachdem ich den zweiten Band ,,Im Netz des Feindes" gelesen habe - mit vor Elektrizität zuckenden Augen, gefesselt von Stromblitzen und lesend, bis die Finger vor Hochspannung glühten -, kann ich mich nur wundern, warum diese Reihe in Deutschland nicht so viele Funken schlägt wie in den Vereinigten Staaten, wo der erste Band auf der Liste der New-York-Times Bestseller war.

Nach der Schlacht in der Elgen-Akademie im kalifornischen Pasadena kehrt der fünfzehnjährige Michael Vey mit seinen Mitstreitern (dem Elektroclan) zurück nach Idaho. Michael ist kein gewöhnlicher Junge der Masse - manchmal leidet er unter Tics wegen seinem Tourette-Syndrom und nebenbei ist sein Körper elektrischer als der Normdurchschnitt. Er gehört zu den siebzehn Glows - elektrische Kinder, die als ,,Anomalie" starke elektrischen Kräfte in sich haben, ausgelöst durch die Strahlen einer Maschine namens Magnetisch-Elektrische Induktion.

 Diese Jugendlichen, die halb zu Michael halten, halb dem machtgierigen Antagonisten Dr. Hatch, dem nach Weltherrschaft dürstenden Mann, loyal folgen - sie alle sind im Visier des Elgen-Konzerns. Die Elgen verfolgen Michael und seine Freunde skrupellos als Ziel der Erreichung ihrer Weltherrschaft und als Geisel halten sich Michaels Mutter Sharon Vey gefangen im peruanischen Puerto Maldonado, mitten im tropischen Dschungel mit Anakondas, Jaguaren, Kaimanen und Pfeilgiftfröschen. Dort befindet sich der größte Starxource-Reaktor zur Stromerzeugung. Denn Hatch stellt fest, wie er seine fortschreitende Macht sichern kann - mit Strom. Innovative Energiequellen von genetisch mutierten, elektrischen Ratten mit der Stromstärke von Zitteraalen pulsieren besonders im Herzen des Dschungels.

Währenddessen finden Michael und seine Verbündete eine heiße Spur, werden dabei aber schonungslos von der Elgen verfolgt - nur knapp gelingt immer die  Flucht, mit Explosionen, Nervenkitzel, Action und der Hilfe der so genannten Stimme, einem Fremden, der dem Eletroclan über Agenten und einem Handy hilft.

Es verschlägt schließlich den Elektroclan auch in den Dschungel von Peru, ihr Ziel ist Starxource, welches bereits fast ganz Peru und viele anderen Länder mit dem ,,Rattenstrom" versorgt. Michael ist sich der Gefahr bewust, aber keiner wagt es sich vorzustellen, wie gefährlich genau ihre Aktion enden wird ... So gefährlich, als würde man mit feuchten Fingern in die Steckdose greifen, oder - bezogen auf ,,Die Liga der 17": als würde man Hatch reizen, was immer tödlich endet ...

Beim spannungsgeladenen Lesen von ,,Im Netz des Feindes" war es, als hätte man mich an einen Kondensator geschlossen - je stärker die Aufladung und Spannung, wurde der Widerstand unendlich groß, sodass ich nur ungern mit dem Lesen aufhören wollte. Als Jugendbuch hat dieses Buch eine erstaunliche Kapazität, die Handlung ist gleich einem Action-Film vor den Augen. Man sieht den Dschungel, spürt die Bedrohung von allen Seiten, man riecht das Ozon, erlebt mit die Flucht vorm knappen Tod - und am Ende ein abruütes Ende. Evans versteht sich darauf, anschaulich zu schreiben, die Logik ist sehr gut nachvollziehbar. Und auch auf physikalisch-biologischer Ebene ist die Liga der 17 lehrreich.

Ich hoffe, dass die deutschen Übersetzer auch schnell die weiteren Bände übersetzen werden, den dritten (The Battle Of The Ampere) und vierten (The Hunt For The Jade Dragon) Band. Denn meine Hände werden magnetisch angezogen und angereizt von der rasenden Spannung, die dieses Buch auslöst. Nur ein bisschen enttäuschend und begeisterungsdämpfend war, wie schnell man zum Ende kommt - die Handlung fliegt rasend dahin.
Dennoch ein tolles Buch - es lebe der Elektroclan!

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