Freitag, 22. Mai 2015

Rezension: Die Eisfestung von Jonathan Stroud (cbt)

Winterlich ist dieses Buch mit wie Eis krachender Spannung und leeren Burgen...

Wer meint, dass man die Realität nicht in Worte umsetzen kann und wer daran zweifelt, dass man keinen packenden und glühenden Stil dabei zustande bekommt - den muss man auf die Bücher von Jonathan Stroud, dem englischen Schriftsteller, verweisen. Dessen Bücher sollte jeder kennen lernen, der besondere Freude an besonderen Bücher hat - wie ich.

Nachdem ich die Bartimäus-Reihe (Das Amulett von Samarkand, Das Auge des Golem, Die Pforte des Magiers, Der Ring des Salomo) begeistert gelesen hatte, hielt ich nach anderen Büchern von Stroud Ausschau. Nach ,,Drachenglut” und ,,Valley - Tal der Wächter” stieß auf den Psychothriller ,,Die Eisfestung”, Original ,,The Last Siege.”

Es ist unheimlich spannend, zu lesen, wie Emily, Simon und Marcus für sich eine alte und leere Ritterburg ,,erobern”, dem Burgwächter Harris nur knapp entwischen und ihm ein Gefecht liefern. Als jedoch Marcus sich weigert, zu seinem ihn schlagenden Vater zurückzukehren, verschanzt er sich heimlich in der Burg. Emily und Simon kommen dahinter und nach einigem Zögern unterstützen sie ihn, wodurch der dramatische Konflikt beginnt.
 Sie erobern die winterliche Ritterburg und wehren sich gegen Eindringlinge, aber in einer Winternacht kommt es zu einer richtigen Belagerung der Burg durch die Polizei, mit Marcus’ Vater an der Spitze. Die drei Freunde müssen sich heftig verteidigen, mit allen Mitteln (auch Schneebälle sind gefährliche Waffen unter Umständen), wobei klar wird, dass so manches, was Marcus über seinen Vater erzählt hat, Lügen sind. Die Freundschaft ist in Gefahr und muss sich bei der Belagerung mitten im Winter bewähren.

Das Buch ,,Die Eisfestung” hat mir natürlich gefallen, es ist voller Spannung und Aufregung. Nur als ich zum Ende kam, brannte ich darauf zu erfahren,  wie es denn mit Marcus weiter geht. Leider gibt es keinen Epilog, wie ich gern gehabt hätte, aber das ist kein großer Minuspunkt an diesem Buch! Vielleicht ist es ja auch gewollt von Stroud, dass sich die Zukunft der drei Kinder erst im Kopf des Lesers entwickelt.

Was mir besonders gefällt, ist, dass Stroud den frostigen Winter so gut beschrieben hat in seinem Buch. Ein sehr aufmerksamer Leser wird die Schneeflocken wie eisige Nadeln spüren, das lautlose Fallen von Schnee beobachten und natürlich die Angst haben, die mit der Handlung immer größer - und gefährlicher - wird.

Strouds Art des Schreibens ist unvergleichlich und gleicht einem gewaltigen Feuerwerk, das sich im Laufe der Handlung zuspitzt. Die Handlung krabbelt voran wie ein feuriger Funke an der Zündschnur und auf dem Gipfel der Dramatik legt das Feuerwerk aus Witz, Spannung und literarischen Geistesblitzen los. Dieses Feuerwerk beleuchtet alle Bücher von Jonathan Stroud und macht sie ja gerade so ungewöhnlich und großartig. Nie gibt es langweilige Passagen und zwischen so manchem Schrecken muss man immer wieder schmunzeln oder lachen. Immer findet man in seinen Büchern die Verknüpfung von Abenteuer und Geheimnis, dick unterstrichen mit Humor.

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