Freitag, 22. Mai 2015

Rezension: Der Fluch der Halblinge von Prisca Burrows (Bastei Lübbe)

Fantasy mit Halblingen und großen Zeiten voller Veränderungen und Zauber ...

... Fionns Herz pochte so laut, dass er Angst hatte, es würde den Hufschlag übertönen. Es war sein Glück, dass es nicht gelang ...

Fionn Hellhaar ist ein vom Aussehen untypischer Halbling, aber wie jeder Bogin ein Sklave der unsterblichen Elben und Menschen. Sein Leben scheint friedlich, wohlgeordnet, noch nie hat er die Welt hinter seinen Hausmauern gesehen und das engste Bund der Zuneigung verbindet ihn mit der Bogin Cady, sein Meister ist Ian Wispermund ist sehr gütig.
Dann, als Fionns Volljahr, sein zweiundzwanzigster Geburtstag anbricht mit einer Feier und den aufrührerischen Geschichten des Bogin Tiw (über den es sich noch herausstellen wird, dass er Fionns Bruder ist) über den Großen Krieg, vor dem alle Bogins noch freies Volk waren, wird die Welt von Fionn gewaltsam in Scherben geschlagen. Denn der Magister Brychant wird im selben Haus der Feier tot aufgefunden, erdolcht mit einem Urram, einem Messer nach Bogin-Gepflogenheit.
... ein schrecklicher, stechender Geruch nach ... Tod. Fionn hatte diesen Geruch noch nie wahrnehmen müssen, doch er wusste sofort, was er bedeutete.

Die Ereignisse überstürzen sich, als alle Bogins festgenommen werden, um in Verliesen unter dem Palast der Herrscherin, der Ardbeana, eingekerkert zu werden. Dem mysteriösen Tiw gelingt die Flucht, auch Fionn schafft es zu fliehen im Sinne der Wortformel ,,Hals über Kopf”. Auf den ihm fremden Straßen von Sithbaile begegnet er dem Söldner Tuagh (,,Axt”), einem mürrischen, lieblosen Mann, aber verlässlichem Freund.

Sie begeben sich auf eine Reise und Fionn, nun ein von Elbenwachen gefahndeter Bogin, ahnt noch nicht, welches nahende Abenteuer alles vollends umkrempeln würde, denn er wird noch zu den Fiandur stoßen. Die Fiandur sind Rebellen von allen Völkern, die ihre ganze Kraft aufwenden, um die Völker wieder zu befreien, wobei sie eine düstere Intrige inmitten des Palastes von Sithbaile aufdecken müssen. Schließlich gibt es auch noch Hinweise darauf, dass der uralte Feind Dubh Suil, Schwarzauge genannt, wieder aufgetaucht ist und er versteckt sich mit Name und Gestalt unerkannt vor aller Augen ...

Fionn selbst begibt sich auf eine gefährliche Reise nach Cladahus, um ein gewisses Buch zu finden, das bei der Aufdeckung der Wahrheit über die Bogins und der nun wachsenden Verschwörung eine nicht unerhebliche Rolle spielen könnte, um den neuen Feind zu hindern, die Macht über Albalon an sich zu reißen.
Aber wer ist Feind, wer ist Freund und welcher Freund ein feindlicher Verräter? Es steht mehr auf dem Spiel als das bloße Schicksal und die Vergangenheit der versklavten Bogins, es geht um Zwietrachten, die älter sind als 1000 Jahre  ...

,,Der Fluch der Halblinge” ist ein recht guter Fantasy-Roman, geschrieben unter einem englischen Pseudonym der Autorin Uschi Nietsch. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, eher einen guten Fantasy-Film (Peter Jackson lässt grüßen) im Kopf zu sehen, als Buchstaben vor den Augen. Das ist sehr lobenswert. Beschrieben wird sehr gut, auch wenn mir die Elben zu Anfang doch sehr wie die Elben aus Mittelland erschienen, beinahe identisch. Auch die Halblinge, bzw. Bogins sind den Hobbits aus dem Auenland sehr ähnlich.

Mir persönlich hat die Figur des Tuagh gefallen, ein wortwörtlich herzloser Mann mit einem Alter von über tausend Jahren und ein zurückkehrender König aus grauer Urzeit mit einem eigentlich anderen Namen, den ich hier aber nicht verraten möchte!

Mein Fazit ist kurz gehalten - ein gutes Buch für alle Halblingsfreunde und -freundinnen, welche alle gerne mal sich vorstellen, mit Bogins /Hobbits plaudernd beim Essen zu sitzen, so lange sich die Halblinge in ihrer sonst herkömmlichen Ruhe sich nicht plötzlich in Abenteuer stürzen, sei es in die trockene Ödnis von Clahadus, um danach ein ganzes Volk und eine schreckliche Feindin zu besiegen - oder auf dem Weg zu Smaug beim Einsamen Berg oder gar Mordor.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen