Freitag, 22. Mai 2015

Rezension: Das Silmarillion von J. R. R. Tolkien (Klett-Cotta)

Das Leuchten der Silmaril ist so wunderschön wie dieses Buch! 

Ich bin seit längerer Zeit bereits vernarrt in Tolkiens Welt der Elben, Zwergen, Hobbits, Orks und den anderen Wesen aus Mittelerde. Deshalb nahm ich recht schnell ,,Das Silmarillion" in die Hände und ließ mich fesseln von den Geschichten.

,,Das Silmarillion" ist ein sehr ausführliches Buch über die Zeitalter von Mittelerde. Genauer definiert, handelt es sich meiner Meinung nach um eine Art große Sammlung aller magischen Geschichten und Mythologien, die John Ronald Reuel Tolkien sein Leben lag ausarbeitete. Deren Anfänge - wie es im Vorwort Christopher Tolkien steht - beruhten auf schäbigen Notizbüchern noch aus dem Jahr 1917. Blickt man dieses recht umfangreiche Buch an - durchwirkt von Elbenmagie, durchleuchtet vom Glanz von Feanors Silmaril und mächtig wegen den Ringen der Macht -, so staunt man, wie Tolkiens Sohn Christopher vier Jahre nach dem Tod seines Vaters in 1973 eine so ungeheure Vielzahl an Geschichten und Legenden ordnen konnte, woraus letztendlich das ,,Silmarillion" entstand.
Jedoch besteht das ,,Silmarillion" nicht nur aus einer Geschichte, sondern aus mehreren. Wie Ainulindale, das Große Lied über die Schöpfung von Arda; oder Valaquenta, das Buch der Valar, der Mächte; oder Quenta Silmarillion, das Ringen und Kämpfen um die Silmaril, die von Feanor geschaffenen Edelsteine, die das Licht der Zwei Bäume von Valinor in sich tragen, ehe die Bäume verdorrten.

Das gesamte ,,Silmarillion" führt den Leser bis zum Ende des Dritten Zeitalters, als die Elben nach dem Ringkrieg gegen Sauron im Schwarzen Land Mordor  Mittelerde verlassen und als das Vierte Zeitalter der Menschen beginnt. Der letzte Satz zum krönenden Abschluss lautet schließlich: ,, ... und für die Eldar hatten die Geschichten und Lieder ein Ende."

Wenn man Tolkien schätzt, der er ein Titan der sich damals entfaltenden Fantasyliteratur ist und als prägender Gründervater im Prinzip noch heute einen Einfluss auf den Literaturgenre Fantasy hat, dann ist das ,,Silmarillion" eine wunderbare Lektüre; sie entrückt uns Leser und führt uns zwischen die Welt in der Druckerschwärze. Zu Anfang kann das ,,Silmarillion" manchmal leicht verwirrend sein, inmitten den vielen Namen  auf Quenya oder im Sindarin den Überblick zu behalten. Dazu kommt noch eine Vielzahl an Begriffen und Orten, aber im Falle eines Falles leisten die Stammbäume, das Namensregister und der Index im Anhang des Buches Erste Hilfe.

Im Allgemeinen bewerte ich das ,,Silmarillion” für gelungen. Die Sprache hat etwas Archaisches an sich, reizvoll veraltete Ausdrücke werden verwendet, die auf traumhaft-fantasievolle Weise die elbischen Wunder aus Drei Zeitaltern beschreiben. Für alle Fans vom ,,Hobbit” auf der Reise zum Einsamen Berg beim verschlagenen Drachen Smaug und dem ,,Herrn der Ringe”, ist das ,,Silmarillion” ein etwas anspruchsvolleres Buch, das im Rang der Fantasyliteratur trotz allem einen altehrwürdigen, lorbeerbekränzten Thron besetzen müsste!

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